In Flensburg hat gerade der Mercedes-Benz Händler, der seit 100 Jahren nur den Stern repräsentiert hat, innerhalb eines Jahres erfolgreich den Wechsel von Mercedes zu BYD vollzogen. Seitdem steigen dort die Verkaufszahlen rasant an - es geht also!
Es gibt Leuchttürme… und alle Anderen.
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Dazu habe ich zwei Gedanken.
Zum einen wünscht sich natürlich jeder Händler steigende Verkaufszahlen. Und genau das ist bei XPENG offenbar gerade passiert. Teilweise sind die Showrooms leer, die Erwartungen wurden übertroffen und die gute Modellpalette sorgt dafür, dass immer mehr Händler auf die Marke aufspringen. Innerhalb von so wenigen Jahren ein derart großes Händlernetz aufzubauen, ist schon bemerkenswert.
Andererseits darf man einen Punkt nicht vergessen: Die Marke ist noch sehr neu auf dem deutschen Markt und damit besteht natürlich auch ein gewisses Risiko. XPENG könnte theoretisch irgendwann wieder aus Deutschland verschwinden. Auch Tesla stand beispielsweise einmal kurz vor der Pleite.
Das Risiko tragen wir als Kunden natürlich ebenfalls. Für die Händler ist es aber noch einmal deutlich größer, weil sie sich im Zweifel später mit Fahrzeugen von Kunden auseinandersetzen müssen, für die es möglicherweise keine Ersatzteile, keinen Support und kein funktionierendes Servicenetz mehr gibt.
Ich glaube deshalb, dass man bei aller aktuellen Euphorie auch diesen Aspekt im Hinterkopf behalten sollte. Die Wahrscheinlichkeit eines solchen Szenarios ist aus meiner Sicht nicht so verschwindend gering, wie manche vielleicht denken.
Das haben wir hier im Norden übrigens auch. Händler, die bisher ausschließlich Mercedes gemacht haben, nehmen inzwischen zusätzlich XPENG ins Programm.
Das sehe ich ehrlich gesagt eher kritisch, weil das natürlich innerhalb des eigenen Händlernetzes eine gewisse abstrahlende Wirkung hat. Wenn man die Fahrzeuge dann auch noch gemeinsam und direkt nebeneinander im Showroom präsentiert, ist das schon ein ziemlicher Affront gegenüber der eigenen Marke, wenn man es ehrlich betrachtet.
Und letztlich entsteht dadurch natürlich auch ein gewisses Risiko für den Absatz der Mercedes Fahrzeuge. Wenn ein Kunde im selben Showroom einen XPENG sieht, der technisch und beim Preis-Leistungs-Verhältnis in bestimmten Bereichen sehr konkurrenzfähig ist, kann das durchaus dazu führen, dass er sich gegen den Mercedes entscheidet.
Von den großen Chinesen (XPENG, BYD, Leapmotor, Geely usw.) wird keiner mehr aus Europa gehen.
Es werden mehr kommen und auch bleiben, da es in China nichts mehr zu verdienen gibt.
Auch kleinere werden bleiben und sich Strukturen aufbauen die je nach Größe handelbar sind.
Die Chinesen haben m. E. gar keine andere Wahl als den Rest der Welt außerhalb von China, weshalb sich die Welt in den nächsten 5-10 Jahren radikal verändern wird (was die Wirtschaftsmächte, den Vorsprung in der Technik, das Volumen, die Abhängigkeiten angeht).
Es IST nunmal so, dass sich die deutschen Hersteller auf ihren Lorbeeren der Vergangenheit ausruhen..
Eine neue elektrische C(!)-Klasse kostet inzwischen 90k mit guter Ausstattung. Der P7+ knappe 50k, obwohl er nochmal größer ist.
Es wird immer lächerlicher, zumal die dt Karren nicht mal mehr die Qualität haben, die sie bepreisen. Aus China kommt bei denen auf jeden Fall auch genug.
Dem muss sich der Mercedes-Händler dann eben stellen.
Es wird (erstmal noch) genug Leute geben, die misstrauisch bzgl Chinesen sind und/oder auf ihren Stern (oder die 4 Ringe) auf dem Auto beharren.
Gibt auch genug Leute, die ihre 0815-TShirts mit Hollister-Aufdruck für zig Euro kaufen… '![]()
Bzgl der Händler ist es für Xpeng deutlich leichter, mit einem Händler ins Gespräch zu gehen, der direkt eine größere Standortdichte hat und das Netz somit schneller größer wird. Und halt Dinge, die oben schon angesprochen worden wie Personalschulung usw. .
Das ist aus meiner Sicht ebenfalls mehrschichtig zu betrachten.
Zum einen, einmal völlig abgesehen von der Subventionsthematik, die nach allgemeinen Kalkulationen pro Fahrzeug irgendwo im Bereich von 5.000 bis 10.000 Euro liegen dürfte, sind natürlich auch die Margen und der personelle Overhead ein entscheidender Punkt.
Die deutschen Hersteller sind aus völlig anderen Strukturen heraus gewachsen. Dahinter stehen jahrzehntelang gewachsene Produktionsstätten, Zulieferer, Händlerstrukturen und vor allem sehr viele Arbeitsplätze. Die chinesischen Hersteller haben dagegen die Möglichkeit, ihre Produktion von Anfang an deutlich stärker zu automatisieren und teilweise mit sogenannten „Dark Factories“ zu arbeiten.
Natürlich könnte VW theoretisch ebenfalls versuchen, seine Produktion entsprechend umzubauen. Aber was würde das gesellschaftlich und politisch für einen Aufschrei auslösen? An diesen bestehenden Strukturen hängen schließlich hunderttausende Arbeitsplätze. Man kann deshalb nicht einfach sagen: „Dann schalten wir jetzt alles auf maximale Automatisierung um.“
Das gesamte System der Wertschöpfung funktioniert dadurch teilweise grundlegend anders.
Dazu kommt eine Strategie, die chinesische Unternehmen traditionell durchaus häufiger verfolgt haben, beispielsweise bei Smartphones oder Haushaltsgeräten. Man geht zunächst mit sehr attraktiven Preisen in einen Markt, gewinnt Marktanteile und setzt die etablierten Hersteller massiv unter Druck. Wenn man irgendwann eine entsprechende Marktposition erreicht hat, können Preise und Margen wieder stärker steigen.
Ich gehe deshalb nicht davon aus, dass das aktuelle Preisniveau dauerhaft so bleiben wird. Letztlich müssen diese Unternehmen mit ihren Fahrzeugen auch Geld verdienen. Und genau daran hängen natürlich auch die hohen Erwartungen an Unternehmen wie XPENG, die sich beispielsweise in der Bewertung und am Aktienkurs widerspiegeln.
Dass solche Unternehmen praktisch nicht pleitegehen können, halte ich deshalb für keine realistische Annahme. Die internationale Expansion ist zweifellos strategisch wichtig und außerhalb Chinas liegt ein enormes Potenzial. Gleichzeitig ist diese Expansion aber auch extrem kostenintensiv. So rosig, wie die Situation für die chinesischen Hersteller teilweise dargestellt wird, sehe ich sie deshalb nicht. Es bleibt ein harter Kampf um Marktanteile und letztlich auch um profitable Geschäftsmodelle.
Ich hoffe deshalb tatsächlich, dass die deutschen Hersteller hier noch den Hebel finden. Und das sage ich, obwohl ich persönlich nie ein großer Freund deutscher Fahrzeuge war.
Denn es ist eben nicht einfach eine Frage von „Preise senken oder nicht“. Das sieht man auch an den Lösungen, die beispielsweise Porsche, Audi und andere Hersteller inzwischen verfolgen. Die bestehenden Kostenstrukturen lassen sich nicht einfach abschalten.
Selbst wenn ein deutscher Hersteller seine Fahrzeuge günstiger anbieten wollte, kann er nicht einfach die jahrzehntelang gewachsenen Kostenstrukturen über Nacht beseitigen. Genau darin liegt meiner Meinung nach einer der größten Unterschiede zwischen den beiden Systemen.
Wäre das nichts für den Strang über die deutsche Automobilindustrie?
… nichtsdestotrotz kann xpeng doch Angebote an „kleine“ Autohäuser zB auf dem Land machen und schauen was dabei raus kommt … jede Werkstatt darf doch ja oder nein entscheiden… alles kann - nichts muss …
Die „Idee“ finde ich persönlich gut …
Es ist absolut üblich, dass Autohausgruppen mehrere Marken anbieten. Dagegen kann auch Mercedes nichts machen. Wer seine Standorte verkauft, muss auch ein bisschen die Füße still halten.
In ein Mercedes Showroom darf aber in der Regel keine andere Marke. Da sind sie streng. Das muss deutlich abgegrenzt sein.
Ich weiß nicht, ob es hier schon gepostet wurde, aber die Meldung habe ich gerade gefunden:
XPENG bildet Handelspartnerschaft mit Emil Frey Deutschland
Na endlich etwas in FFM ![]()
In Oldenburg (Niedersachsen) ist jetzt auch ein Händler (Nowag / Schwarte) gelistet. Einer der Mitarbeiter meinte, es soll vermutlich im Oktober starten.
Ja cool. Dann bald eine Anlaufstelle für Xpeng und Xiaomi. ![]()
Ich frage mich, ob es bei den beiden Standorten bleibt oder das ausgeweitet wird.
Ich denke wenn es gut läuft, werden bestimmt weitere Standorte bei denen hinzukommen.
Hätte mich gefreut, wenn es da etwas versteckt im Text gestanden hätte. Kenne eigentlich keinen größeren Händler, der Neuwagen so breit verstreut vertreibt.
Ich sag mal so, deswegen gibt es Frey auch schon solange, weil man wohl alles immer mit bedacht macht.
Gut eine andere,ältere Kette zeigt gerade, dass das kein Garant dafür ist. Aber bin wie gesagt optimistisch, dass da mehr kommt, bei entsprechendem Erfolg.
Endlich Xpeng offiziell in Frankfurt: