Ist der Kauf eines China-Auto sozial "verwerflich"?

Als zukünftiger G9-Fahrer schaue ich auf diese Diskussion mit einer Mischung aus Verständnis und klarer Haltung.

Ja, die Bedenken sind real. China ist ein autoritäres System mit Menschenrechtsproblemen, Überwachung und einer aggressiven Industriepolitik. Das wegzureden wäre naiv. Und ja, es gibt Menschen, die das Auto automatisch mit „Feind unterstützen“ gleichsetzen – ich habe selbst schon den einen oder anderen Kommentar kassiert, als ich erwähnt habe, dass in Kürze „ein Chinese“ in der Garage steht.

Trotzdem halte ich den Kauf eines XPENG (oder eines anderen chinesischen E-Autos) nicht für sozial verwerflich. Aus mehreren Gründen:

1. Die Moralkeule ist extrem selektiv.
Fast jedes moderne Auto – egal ob BMW, Mercedes, VW oder Tesla – steckt voller chinesischer Komponenten, Batteriezellen und Rohstoffe. Viele deutsche Hersteller verdienen einen erheblichen Teil ihres Gewinns in China und produzieren dort. Wer das eine moralisch verurteilt und das andere stillschweigend akzeptiert, argumentiert nicht konsequent, sondern emotional.

2. Der Kunde ist nicht der Sündenbock für Managementfehler.
Die deutschen Hersteller haben den Anschluss bei Software, Ladeleistung und Preis-Leistung teilweise verschlafen. Dass chinesische Hersteller hier aktuell besser und günstiger liefern, ist kein moralisches Versagen der Käufer, sondern das Ergebnis von Wettbewerb. Wer das ablehnt, schützt letztlich Ineffizienz.

3. Handel war gestern noch erwünscht – heute soll er einseitig bleiben?
Ich komme aus Duisburg und habe vor mehr als zehn Jahren die Feierlichkeiten rund um die „Neue Seidenstraße“ hautnah miterlebt. Damals war der direkte Schienenkorridor China–Europa ein politisches Prestigeprojekt. Die EU und Deutschland haben den Ausbau der Handelsbeziehungen mit China aktiv begrüßt, gefördert und gefeiert. Es hieß, Globalisierung und intensiverer Handel seien eine Win-win-Situation.
Wenn man diesen Handel damals als tolle Sache gefeiert hat, darf man sich jetzt nicht ernsthaft darüber aufregen, dass er auch in die andere Richtung funktioniert – und dass chinesische Unternehmen inzwischen Produkte anbieten, die hierzulande nachgefragt werden, weil sie besser und günstiger sind. Wer den freien Handel nur so lange gut findet, wie er einseitig zugunsten der eigenen Industrie läuft, argumentiert nicht moralisch, sondern opportunistisch.

Ich fahre bald den G9, weil er für mich aktuell das beste Gesamtpaket aus Reichweite, Ladegeschwindigkeit, Komfort und Preis bietet. Nicht, weil ich China „unterstützen“ will. Und ich bereue die Entscheidung nicht.

Wer das anders sieht und bewusst bei europäischen Marken bleibt – absolut respektabel. Aber die Vorstellung, dass der Kauf eines chinesischen Autos eine Art moralischer Verrat sei, halte ich für überzogen und inkonsistent.

Am Ende entscheidet jeder für sich. Und das sollte auch so bleiben.

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Wir sollten mal endlich aufhören, das so euphrmistisch zu umschreiben. Der Wecker hat laut geklingelt, man hat ihn ignoriert und solange mit Schei*e beworfen, sodass sich keiner hier die Finger schmutzig machen wollte. „Wird schon irgendwann vorbei gehen, wir haben ja noch unsere Top-Technik!“. Tja, und nun stinkt es, vor allem vielen (ehemaligen) Kunden. Der Wecker mag aufgehört haben, dafür hat man jetzt einen Haufen anderer Probleme :wink::joy:

Nach der Entlassung stehen die leider alle glänzend da, auch ohne diese Irrwitzigen Abfindungen. Die Schäfchen sind schon längst im trockenen, meist auch für die weiteren Generationen…

Es ist kein Problem, ein Produkt zu kaufen, das sein Geld wirklich wert ist. Wenn man jedoch bedenkt, dass alleine der VAG-Konzern in den letzten zehn Jahren mit durchschnittlich 1,7 Milliarden Euro pro Jahr subventioniert wurde, wird darüber lieber geschwiegen.

Warum aber sind chinesische Hersteller günstiger? Hier ist ein kleines Beispiel:

Ein deutscher Autobauer verkauft von einem Modell 100.000 Stück. Aufgrund der extrem langen Aufpreis- und Ausstattungsliste ist am Ende jedoch fast jedes Fahrzeug ein Unikat, da es unzählige Variationsmöglichkeiten gibt. Für die Zulieferer bedeutet dies, dass sie mit stark schwankenden, kleineren Stückzahlen pro Bauteil rechnen müssen – während der Autokonzern gleichzeitig absolute Flexibilität erwartet. Der Zulieferer muss daher mit einer höheren Sicherheitsmarge kalkulieren, da seine realen Stückzahlen am Ende viel niedriger ausfallen könnten. Genau diese Problematik sehen wir aktuell bei den vielen Schließungen in der Zuliefererindustrie. Am Ende wird das Produkt dadurch für den Kunden einfach nur teuer.

Chinesische Hersteller hingegen gehen anders vor: Sie bestellen 100.000 identische Teile, und diese feste Zusage gilt verlässlich für alle Zulieferer. Dadurch kann der Zulieferer von echten Skaleneffekten profitieren, seine Kosten präzise kalkulieren und einen deutlich besseren Preis anbieten. Das fertige Auto wird dadurch im Verkauf erheblich günstiger.

Die Standardisierung ist jedoch nur ein Teilaspekt, wie sich Produktionskosten drastisch senken lassen. Tesla hat es mit dem sogenannten „Gigacasting“ (großen Druckgussteilen) bereits erfolgreich vorgemacht.

Möglicherweise wird das neue Modell Mona M03 zukünftig sogar im VW-Werk in Emden gefertigt, da dort aktuell genügend freie Produktionskapazitäten zur Verfügung stehen.


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Der Zulieferer bekommt den Preis von VW genannt! Sagt er ja, kommen Rabattverhandlungen und Zahlungsaussetzungen wegen Kleinigkeiten. Ich habe mal bei einem Zulieferer gearbeitet, der über die Klinge gesprungen ist.

Ganz interessanter Artikel dazu:

https://www.elektroauto-news.net/news/krise-autoindustrie-hausgemacht

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Muss man als Deutscher VW fahren? Da sag ich nur Diesel Skandal. In den USA haben die VW Besitzer Geld zurück bekommen, in Deutschland wird man nur Verarscht. Klar, wenn ich´s mir leisten könnte würde ich einen Porsche fahren(elektrisch natürlich), kann ich aber nicht. Die freie Marktwirtschaft basiert auf Angebot und Nachfrage und deshalb ist China ganz weit vorne dabei. Leap Motor sieht man in letzter Zeit extrem oft. X Peng werden übrigends in Österreich bei Steir Magna gebaut. Natürlich aus Zoll Gründen, ist mir aber egal. Mal davon abgesehen das auch Deutsche Fabrikate vor allem mit Chinesischer Technik fahren. Dann kann man auch ein Chinesisches Auto fahren ohne die Deutsche Misswirtschaft zu unterstützen. Also, keine Panik.

Der M03 ist kein neues Modell und es gibt keine Planung, den hier anzubieten.

Man geht dann auf Snooze wenn es klingelt denn:

Der Deutsche Staat wird mir schon helfen, wir bitten eben um ein Fangnetz wie damals mit der Abwrackprämie und alles ist gut und ich kann weiterschlafen.

Na, mit „Snooze“ bist du schon zu modern für die :wink: Die stehen doch auf alte Handwerkskunst, da sieht ein Wecker dann so aus

:alarm_clock:

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richtig ist der L03. Das werfe ich immer ducheinander. Gut aufgepasst.

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Stimmt auch wieder…:rofl:

Ceterum censeo, aber nimmt man die amerikanischen Regeln als Grundlage, wurde VW allein für ihre Straftaten im Zusammenhang mit dem Dieselbetrug bisher mit etwa 300 Milliarden € subventioniert.

Mein Gehalt wird hoch versteuert. Wenn ich in diesem Land ein Auto kaufe, dann muss ich auch dafür Steuern von dem Rest meines Gehalts abführen. Die MehrwertSteuer ist für chinesische Autos genauso hoch wie für deutsche Autos.

Ich persönlich finde chinesische Autos mittlerweile auch sehr innovativ. Das war nicht immer so.

Was ist nun daran verwerflich ?

Meine Antwort : Nichts !

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Jede und jeder kann zu Hause einen Test machen und zählen wie viele Haushalts-Geräte in China produziert wurden. Wahrscheinlich die meisten. Nun kommen langsam auch chinesische Autos dazu. Verwerflich ist das bei weitem nicht. Seit dem ich mich für die Firma XPeng interessiere, lese ich auch mehr über Chinas Geschichte, Gegenwart und Kultur. Über ihre Höhepunkte aber auch Schatten. Hier gibt es nicht nur schwarz oder weiß. Es ist bemerkenswert, wie mittlerweile hochprofessionalisiert und intelligent in China Autos entwickelt und gebaut werden. Das lässt sich nicht von der Hand weisen und findet gleichzeitig viel Akzeptanz. Dieses Forum ist ein Beispiel dafür.

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Frueher hat es hier im Lande auch niemanden gestoert , dass die Chinesen unsere Autos gekauft haben.

Meist erwaehne ich noch die 21 % Strafzoll ( den irgend jemand kassiert hat ) und die Mwst auf den Gesamtzoll bei „Chinakracher“ etc…