Nasse Garage

Wenn ich mit nassem Auto - oder noch schlimmer mit Schnee dran - in die Garage fahre, wird es extrem feucht in der Garage. Hab einen Feuchtigskeitssensor drin und der zeigt manchmal 95% Luftfeuchtigkeit an. Wie macht ihr das? Habt ihr Lüftungsöffnungen in der Garage oder sogar einen kleinen Lüfter in der Wand?

Ich zieh die Pfützen regelmäßig raus und lass öfter das Garagentor tagsüber offen.

Kleiner Lüfter bringt nichts. Da braucht es eine richtig dimensionierte Lüfteranlage.

Ich öffne das Vordertor und mein hinteres Tor einen Spalt ,dann habe ich etwas Durchlüftung.

Allerdings kommt das auch auf die Wetterlage an ob es hilft.

Eine unbeheizte Garage Trocken zu bekommen ist je nach Witterung nicht so einfach.

Schnee und Matsch beseitigen ich händisch.

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Dafür gibt es verschiedene Lösungen und kann auch gravierende Probleme mit sich bringen:

Probleme:

  1. eingeschlepptes Taumittel wirkt in Deiner Bodenplatte/Gechossdecke als Lokalelement und Deine Bewehrung des Betons korrodiert (unsichtbar) mit einhergehenden Verlust der Tragfähigkeit (Standsicherheit)
  2. Schimmelpilzbildung

Lösungen:

zu 1. Beschichtung, Abdichtung, Entwässerung der Oberfläche ( Bodenablauf, Gefälle nach draussen) Hinweis: Eine Beschichtung muss immer gewartet werden
zu 2. kommt auf die individuelle Konstruktion Deiner Garage (und Deines Garagendaches !) an…
mögliche Lösungen sind:

  • enthalpiegesteuerte mechanische Lüftung
  • innenseitig Kalziumsilikat-Platten (Decke, Wände)
  • beheizen

Kombinationen sind möglich

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Schnellste Art, sein Auto zu zerstören. Da braucht’s eine gute Entfeuchtungsanlage.

Hatte das gleiche Problem, welches ich seit drei Tagen automatisiert löse. Manch einer sagt mir jetzt vielleicht “Spinner“ nach - aber ich habe einen Shelly Temperatur- und Feuchtigkeitssensor in der Garage und einen Adsorptionstrockner (funktiniert auch unter 7 Grad) an einer steuerbaren Steckdose.

Die Steckdose wird automatisch eingeschaltet, wenn die Luftfeuchtigkeit über 70% beträgt und schaltet sich aus, sobald die Luftfeuchte unter oder entpricht 60%. Das ganze habe ich mir grafisch noch visualisiert, funktioniert traumhaft.

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Das ist interessant. Kannte ich gar nicht….

Wie viel Liter Wasser kommen da täglich raus?
Eigentlich müssten man den Trocker doch relativ zur Aussenluftfeuchtigkeit steuern? Wenn es draussen 80% Feuchte hat, macht es ja wenig Sinn, den laufen zu lassen.

Ist nicht zu empfehlen, da im Winter die Luftfeuchte sowieso niedrig ist…. absoluter Unsinn….

Der absolute Wassergehalt in der Luft ist so niedrig…… da spielt die Sättigungsfeuchte (rel. Feuchte) nahezu keine Rolle…..auch wenn sie im Hygrometer mit 90% angezeigt werden würde….

Kann man relativ einfach berechnen. Die Leistung des Geräts muß man allerdings kennen.
Rechner für absolute Feuchte zum Beispiel:

Aber wie schon erwähnt, eher das Wasser am Boden rausschieben als warten und hoffen/entfeuchten.

So verrückt ist das nicht. Bjørn Nyland beheizt seine Garage auch. Und Entfeuchter stehen da auch herum. :sweat_smile:

So riesig ist der Unterschied nicht. Im Sommer ist die Feuchtigkeit rund 12g/m³ und im Winter 6g/m³, also die Hälfte.

Ich glaube ich werde mir dieses Teil zulegen:

Also bei 20°C haben wir eine Sättigungsfeuchte von ca. 17,3 g/cbm Luft Wasseranteil… da es in der Garage im Sommer und Übergangszeiten zeitweise kühler ist als in der Umgebung kann der absolute Wassergehalt in der un mittelbaren Umgebung deutlich mehr sein…….das Problem hängt von der Konstruktion ab… ungedämmter Beton beim Flachdach kann zu einem massiven Kondensatwasserausfall über die Tagesganglinie führen…. Wenn warme feuchte Luft auf ein massiges kühles Bauteil trifft…..

Das hatte ich Anfangs mit unserer Rekkers Doppelgarage teilweise so schlimm , daß die an der Decke versammelten Tropfen als Regen hernieder gingen.

Decke und Wände wurden dann mit einer Bedchichtung versehen, welche viel Wasser aufnehmen und langsam abgeben kann.

Der Fußboden wurde auch mit einer Beschichtung schick und resistent gegen Wasser und Salz gemacht.

Hat alles Rekkers bezahlt .:smiley:

Die Einwände kann ich grundsätzlich verstehen, die sind ja auch nicht völlig falsch. Man muss nur ein bisschen trennen, wo das eigentliche Problem in der Garage entsteht.

Mir ging es gar nicht darum, im Winter „Wasser aus der Luft zu ziehen“, als wäre es ein feuchter Keller. Absolut gesehen ist die Luft draußen natürlich trocken. Das Problem entsteht in der Garage durch die Kombination aus kalten Bauteilen, wenig Luftaustausch und Feuchteeintrag durchs Auto. Nasses Fahrzeug, Schnee, Regen, Tor auf und wieder zu - und schon bist du bei 80–90 % relativer Feuchte, weil die Luft an den kalten Flächen sofort Richtung Taupunkt rutscht. Genau da fangen dann Kondenswasser, Rost und diese typische Garagenmuffigkeit an. Kannst praktisch nichts mehr in der Garage lagern, was irgendwie feuchtigkeitsempfindlich ist. Wir haben erst vor zwei Jahren neu gebaut, die Garagen kannst Du auch belüften, nur reicht das bei zwei Autos in der Doppelgarage im Winter nicht.

Ein normaler Kondenstrockner bringt bei 2–6 Grad praktisch nichts mehr, deshalb bewusst ein Adsorptionstrockner. Der funktioniert temperaturunabhängig und läuft auch nicht permanent, sondern nur dann, wenn es wirklich nötig ist. Gesteuert wird er rein über die gemessene Feuchte in der Garage. Wenn es über 70 % geht, schaltet er ein, bei etwa 60 % wieder aus. Damit reguliere ich den Ist-Zustand innen, nicht theoretische Außenwerte. Kostenpunkt bei 23cent/kWh ca. 40-60 cent / Tag.

Ob draußen 60 oder 80 % anliegen, ist für mich zweitrangig. Entscheidend ist, ob ich innen Kondensationsbedingungen habe oder nicht. Und genau das sieht man im Verlauf sehr schön: Die Feuchte geht nach Toröffnung oder Temperaturwechsel hoch, wird aber sauber und vor allem schnell wieder eingefangen. Es kommen auch keine Eimerweise Liter Wasser raus - was für mich eher bestätigt, dass es hier nicht um „Trocknen“ im klassischen Sinn geht, sondern um Kondensationsvermeidung und stabile Verhältnisse. Auto ist immer trocken genau so wie die Räder die an der Wand hängen, Motorrad, Helme,….

Das Argument „im Winter ist Luft sowieso trocken“ stimmt physikalisch, hilft aber in einer kalten Garage nur bedingt weiter. Für Metall, Werkzeug, Elektrik und Fahrzeug zählt am Ende der Taupunkt, nicht die absolute Wassermenge pro Kubikmeter Luft.

Am Ende ist das keine theoretische Lösung, sondern eine gemessene. Vorher war ich dauerhaft um die 90 %, jetzt liege ich stabil im Bereich um 60–65 %, mit kurzen Peaks, die automatisch abgefangen werden. Für meinen Anwendungsfall funktioniert das einfach sehr gut. Wer nur eine Abstellfläche braucht, kommt sicher auch anders klar - ich wollte konstante Bedingungen für alles was in der Garage ist und letzten Endes auch für die Bausubstanz - und genau das bekomme ich so.

Wenn man seine Garage entwässert reduziert man die Probleme eingetragenen Wassers erheblich….

Verstehe ich bis heute nicht, weshalb Garagen von EFH DHH RHH in der Regel nicht kontrolliert entwässert werden …

das bauphysikalische Problem der Kondensation tritt üblicherweise in der Übergangszeit auf …. Und bei massiven und gedämmten und/oder verschatteten / begrünten Flachdächern auch im Sommer …. Da helfen dann Kalziumsilikatplatten ungemein

Und eine enthalpiegesteuerte Lüftung hilft immer …. sie berücksichtigt außen wie innen die jeweils vorherrschenden Klimadaten.

Das Problem der Kondensation nicht hermetisch abgeschlossener Garagen ist einzig und alleine ein Thema der innenseitigen Bauteiloberflächentemperaturen ….

Langzeitmessungen in unseren Breitengraden weisen bei natürlich belüfteten Garagen eine durchschnittliche relative Luftfeuchtigkeit von rd 75-80% über das Jahr im Innenraum aus.

Das reicht immer für eine Kondensation in mineralischen Baustoffen …. Diese beginnt in Abhängigkeit von der Porenstruktur und der Porengrössenverteilung bereits ab ca. 60% r.F. ….

Was meinst du mit “kontrolliert entwässern”?

Ein Oberflächengefälle und mindestens einen Einlauf an das Abwasser angeschlossen.

Ich würde den zentral anordnen…. So bleiben die umlaufenden aufgehenden Wandbildner geschützt und es werden die kürzesten Entwässerungswege realisiert

Beim seitlichen Aussteigen steht man nicht gleich in der Pfütze…..

In meiner Garage werkeln zu viele Van-der-Waals-Kräfte. Da müsste der Boden schon 20° schräg sein, damit das Wasser abläuft.