Sehr interessanter Artikel, der ein Problem zeigt, welches alle digitalen Produkte haben: eine relativ kurze Lebensdauer. Ich war heute mit einem Auto beim TÜV und habe länger mit dem TÜV-Prüfer gequatscht.
Wir sprachen auch über die Ersatzteilversorgung von älteren Autos. Bei mechanischen Teilen gibt es auch mehr als 10 Jahre nach Einstellung einer Baureihe häufig Möglichkeiten, noch Teile im freien Markt zu bekommen. Bei elektronischen Bauteilen ist das deutlich unwahrscheinlicher.
Das bedeutet, dass die ganzen rollenden Computer der letzten Jahre (ganz gleich ob BEV, Hybrid- oder Verbrenner), wahrscheinlich eine deutlich kürzere Lebensdauer haben werden als ältere Autos mit wenig Elektronik.
Von daher wünsche ich mir, dass auch moderne Autos mit ganz wenig Elektronik gebaut werden können, um Sie auch einfach länger nutzen zu können … und weniger Müll zu produzieren. Dafür müssten auf EU-Ebene allerdings verschiedene Vorschriften ersatzlos gestrichen werden und die immer weiter fortschreitende Computerisierung des Lebens durch einen Focus auf maximale Langlebigkeit ersetzt werden.
Zum Thema Batterie-Recycling: Na bloss gut, dass das mit dem Alt-Öl aus Motoren, in Ölfiltern und Getrieben, Benzin-Tanks unter Tankstellen und den Abgasen bisher so eine umweltfreundliche Lösung war. Wir lassen das mit den Batterien lieber.
An welche Autos denkst Du da konkret? Frage nur, weil Autos spätestens seit der Erfindung von elektronischer Benzineinspritzung voll stecken mit Elektronik. Da ist im Prinzip alles raus, was noch kein H-Kennzeichen bekommt und selbst mit solchem eine ganze Menge…
Und wenn es um den Umweltaspekt geht: Einen Verbrenner am Leben zu erhalten bedeutet mit jeder Fahrt weiteren CO2-Ausstoss. Ein E-Auto ist schon nach einigen zehntausend Kilometern umweltfreundlicher, also selbst für den Fall, dass man zukünftig alle E-Autos nach 10 Jahren (und dann 100-200.000 Kilometern Fahrleistung) recyceln müsste, wäre das ein massiver Gewinn für die Umwelt. Denn Recycling von Elektronik ist aufgrund der Rohstoffe ein lohnendes Unterfangen, da wird mit Sicherheit nichts einfach weggeworfen werden, auch wenn es jetzt aktuell noch nicht alles perfekt läuft. Heutzutage werden die alten Katalysatoren ja auch (unter menschenunwürdigen Bedingungen) leergekratzt, um das Platin(?) da rauszuholen.
Grundsätzlich verstehe ich das, was du meinst. Je weniger Elektronik, umso weniger die Gefahr, dass was kaputt geht oder eines Tages nicht mehr nutzbar ist, schon klar.
Hierzu muss man aber sagen, das Tesla ja z.B. auch schon sehr lange auf dem Markt ist und die Autos dort auch noch fahren und reparierbar sind, auch was die Elektronik oder Software angeht.
Bei kleineren BEV-Anbietern kann das natürlich irgendwann einmal zu einem generellen Problem werden, aber wir wissen auch, dass der Markt so etwas i. d. R. selbst reguliert, mit Firmen, die sich dann darauf spezialisieren. Gibt es ja für Batterien auch.
Ich habe einen Jeep Avenger, der nach 2 Jahren und vier Monaten ein defektes Bordladegerät hatte. Es gab keine Kulanz und keine Garantie von Seiten Stellantis, so blieben die Kosten in Höhe von 5.310 € mein “Vergnügen”.
Es ist das zweite Mal gewesen, dass eines meiner Elektroautos sehr hohe Reparaturkosten hatte. Von daher bin ich sensibilisiert dafür,
Das kann aber mit allen Autos passieren, und sobald die Garantie abgelaufen ist, muss man selber zahlen. Das ist kein spezifisches E-Auto-Problem. Ist natürlich schade für dich, dass du so schlechte Erfahrungen nur mit E-Autos gemacht hast…
Nun ja, ich hatte mal nen 1er BMW, da war nach 25 Monaten das Lenkradschloss defekt (starten war nicht mehr möglich) und es musste die GANZE Lenksäule erneuert werden…bin auch auf ettluche 1000er sitzengeblieben. Das hat nichts mit BEV zu tun!
Das ist in der Tat bitter. Ich glaube, nach so einer Erfahrung (die ich zum Glück noch nicht machen musste), würde ich kein Auto mehr mit nur 2 Jahren Garantie kaufen (und keins von Stellantis).
Ja, ich glaube nicht, dass ich einen Xpeng gekauft hätte. mit nur 2 Jahren Garantie. Bei Porsche habe ich immer „Approved“ abgeschlossen, das war es mir Wert.
Man darf auch nicht vergessen, dass Komponenten heutzutage so grottenschlecht und vielleicht absichtlich so verschachtelt konstruiert werden, dass halt eine riesige Baugruppe bei einem Defekt getauscht wird.
Auch könnte man elektronische Bauteile in Steuergeräten tauschen etc., wird aber auf „nicht wirtschaftlich“ geschoben.
Die EU hat doch schon Gesetze zur Reparierbarkeit am Start, dann werden die Entwickler sich auch mehr Gedanken machen müssen und dürfen halt die Baugruppen nicht mit Pasten und Klebern und Verschweißungen zuballern.
Fazit: Ersatzteilversorgung hapert nicht an „nicht können“ sondern an „nicht wollen“. Es lebe der Turbokapitalismus!
Wenn Deine Bauteile ausnahmslos vom günstigsten Anbieter kommen, kann es nicht die Qualität eines Benz der frühen 90er haben. Das ist schlicht unmöglich.