Da wir hier alle BEV fahren oder interessiert sind, finde ich das das schon passt. Heißt ja nicht, das jemand der Verbrenner fährt oder wenn Verbrenner auch betroffen sind, diese hier ausgeschlossen werden. Ganz im Gegenteil.
Ich kann das gerne nach Off Topic verschieben, wenn gewünscht.
Es ist ein unverhältnismäßig starkes Aufbürden von Verantwortung. In vielen Aspekten nicht konkret greifbar, schwammig und überadministriert. Der typische Fall von gut gemeint, aber nicht gut gemacht.
Natürlich ist der Mensch hier Teil des Prozesses und konkret auch eine kaum zu kontrollierende Komponente. Trotzdem versucht man es wie in vielen Themen immer noch weiter auszudifferenzieren, um Schlupflöcher zu stopfen.
Ich mache mal ein Beispiel der sogenannten Data-Loss-Prevention (DLP):
Du arbeitest in einem Unternehmen und möchtest wissen, wie viele und welche Kunden von eine Rückrufaktion betroffen sind. Du hast im System eine Suchfunktion, die dir diese Daten ausgeben kann. Jetzt kommt DLP. Das System wird so eingeschränkt, dass es dir z.B. nur 20 Datensätze anzeigt. Alle weiteren Datensätze werden dir nur angezeigt, wenn du einen Grund für deine Abfrage eingibst und eine zweite Person diese freigibt. Sogenanntes Vier-Augen-Prinzip. Das schränkt deine Arbeitsfähigkeit schon deutlich ein. Man macht das aber, weil so verhindert werden soll, dass personenbezogene Daten in großem Umfang von Mitarbeitern abgerufen, kopiert und zu unlauteren Zwecken nach außen an jemanden Dritten verkauft werden.
Ein bisschen Eigendynamik kann sich das Forum doch erlauben. Sind ja mehrheitlich altersentsprechend in Kommunikationskultur von gemässigtem Naturell gesegnet
genau an dem Punkt sollte man den Sinn hinterfragen.
Danke jedenfalls für deine Ausführungen.
Ich kenne das System nur aus dem medizinischen Bereich, und dort liegt noch ein weiter Weg vor dem Ideal was man sich wohl naiv mit dem Nutzen vorgestellt hat der weit fernab der Umsetzung liegt.
Wenn wir in Deutschland vom Datenschutz sprechen, meinen wir ausschließlich den Schutz personenbezogener Daten (im Weiteren kurz: pbDaten)
Im Zusammenhang mit dem BEV wären das z. B. Fahrverhalten, Standorte, Reiseziele, Fotos, Videos und das gesprochene Wort im Auto …
Für die Verarbeitung der pbDaten (diese beginnt bereits mit der Erhebung) gilt die europäische Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) und das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG).
Dabei gilt, dass es grundsätzlich verboten ist pbDaten zu verarbeiten, es sei denn, es ist durch ein Gesetz, ein berechtigtes Interesse oder eine Einwilligung erlaubt.
→ “Verbot mit Erlaubnisvorbehalt”
Es wäre zu klären, welche pbDaten im BEV verarbeitet werden, und wodurch sich jeweils eine Erlaubnis dazu ableiten lässt.
Der Einzelne ist mit dieser Prüfung schnell überfordert (wer liest und versteht schon die Datenschutzhinweise und kennt alles technischen Möglichkeiten des Fahrzeugs). M. E. bedarf es einer unabhängigen Kontrollinstanz, welche Fahrzeuge und Hersteller hinsichtlich Einhaltung der DSGVO (regelmäßig) überprüft.
Das gleiche würde ich mir für andere Komsumgüter wie z. B. einem Smart-TV wünschen.
Wenn BEVs als Werkzeug mit dem Ziel der militärischen, industriellen Spionage eingesetzt werden, hat das zunächst nichts mit Datenschutz zu tun (es sei denn, dabei werden pbDaten verarbeitet).
Da geht es um Informationssicherheit und den Schutz von Betriebs-/Staatsgeheimnissen, …
@Nummer13 , da kann ich nicht zustimmen und würde mich hier auf die Seite der gut ausbalancierten DLP schlagen.
Es sei denn, ihr habt drei Rückrufe am Tag, aber dann ist DLP sicherlich nicht euer größtes Problem, oder?
Ganz genau! Aber wenn es um „da darf kein chinesisches Auto fahren“ (ist wohl in Polen jetzt so angedacht, dass es Bannmeilen dafür gibt)…da frag ich mich, was das soll.
Via Satellit ist eh alles erfasst, was Örtlichkeiten angeht. Und chinesische Autos sind ja keine fahrenden Abhörgeräte und Röntgenstrahlen nutzende Geheimwaffen.
Das ist ein Beispiel von sehr vielen und es kostet das Unternehmen mehrere Millionen EUR diese Vorschriften einzuhalten ohne das das Unternehmen mit den Daten irgendeine Gewinnerzielungsabsicht hat. Neben dem Geld kostet es massiv Ressourcen und damit Potentiale für das eigentliche Geschäft. Das bremst im globalen Wettbewerb.
Genau hier sehe ich die notwendige Abwägung. Was ist uns wichtiger Datenschutz oder Wettbewerbsfähigkeit. Datenschutz oder Gesundheit. usw.
Ich habe leider oft den Eindruck Datenschutz wäre das höchste Gut im Land.
Chinesische Unternehmen sind gesetzlich verpflichtet, Daten an die Regierung weiterzugeben, wenn diese das verlangt. Ich habe mal ChatGPT gefragt, wo das bestätigt wurde. Ich übermittele hier mal nur die Zusammenfassung:
Zusammengefasst
In China vorhandene Autohersteller müssen Sicherheitsbehörden auf Verlangen Daten bereitstellen oder Zugang gewähren. Es existieren spezifische Regeln zur Speicherung, Sicherheit und Berichterstattung von Fahrzeugdaten. „Wichtige Daten“ unterliegen strengen staatlichen Kontrollen. Datenschutzrechte für Einzelpersonen bestehen formal, sind aber im Kontext von Sicherheitsinteressen eingeschränkt.
Um welche Daten geht es denn eigentlich?
Wo ich bin/war? Ist kein Geheimnis…..
Wie schnell ich fahr? Auch nicht…..
Ich frage mich ernsthaft, um welche Daten es beim Autofahren geht…?
Ohne hier eine neue Diskussion aufmachen zu wollen, aber: Amerikanische Firmen sind verpflichtet, den Behörden (auch unsere) Daten herauszugeben, wenn diese das verlangen.
Aber sieh dir die Datenpanne an, welche Infos die Autos von VW preisgegeben hatten: Durch die gesammelten Standortdaten konnte man darauf schließen, wer z. B. Mitarbeitender eines deutschen Geheimdienstes war - weil er regelmäßig dort vor der Türe parkte.
Ich bin sicher, da gibt es viel einfachere Wege, dies herauszufinden, als über ein geparktes Auto. Ich glaube auch nicht, dass Geheimdienstmitarbeitende entsprechende Autos fahren😉
die Diskussion erinnert mich gerade daran, wie verzweifelte Ioniq5 Fahrer in den USA in Minneapolis auf Reddit posten, dass ICE deren Fahrzeuge trackt und wie man LTE und die Antennen deaktivieren kann, um nicht verfolgt zu werden. Auch wenn wir zum Glück nicht in dieser Position sind, zu sagen „was kann schon passieren“… ja sowas zB und das schneller als man denkt.
doch gab vor paar Jahren wie erwähnt ja auf dem CCC einen Vortrag über „Volksdaten bei Volkswagen“ und die haben dann mal die Metadaten analysiert und da waren doch viele trackbar bei Militärstützpunkten etc
(edit: hatte den Beitrag zuvor irgendwie überlesen, seht das Posting redundant, außer meinen Link zum Video )
Ist ja alles nachvollziehbar.
Aber wo ich bin/ wo ich steh/ was ich liebe/was ich hasse……. Alles, absolut alles, ist auch ohne Auto bekannt. Es sei denn, ich habe kein Handy.
Mit dem Handy gibt es viel mehr Daten, als mit dem Auto. Einschließlich Kreditkarten/Konten/Passwörter/Gesundheitsdaten/Fotos. Einfach alles… das ganze Leben.
Im Vergleich ist das Auto n Witz dagegen.