Hallo Xpeng-Fahrer,
ich möchte hier ebenfalls meine Erfahrungen teilen. Ich bin vermutlich einer der ersten Xpeng G9 Performance-Fahrer in Deutschland: bestellt im Juni 2024, erhalten im Juli … und das noch vor der offiziellen Eröffnung des Autohauses. Die Abwicklung war dabei alles andere als reibungslos: Versicherungen ließen sich kaum finden, Leasing funktionierte nicht, also habe ich den Wagen schließlich direkt gekauft.
Den G9 kannte ich bereits aus meinen China-Reisen, bei denen ich sowohl Xpeng als auch Zeekr gefahren bin. Am Ende hat mich Xpeng mehr überzeugt. Design-technisch hatte mir der Zeekr 001 (oder war es der 007?) seinerzeit gut gefallen … heute sehe ich das etwas anders. Technisch konnte mich Zeekr jedenfalls nicht begeistern, was die Entscheidung für Xpeng letztlich einfach gemacht hat.
Was mich in China wirklich beeindruckt hat: Xpeng fährt dort nahezu autonom. Das ist hierzulande natürlich nicht verfügbar, aber wer das einmal live erlebt hat, versteht den Hype. Die allgemeine Diskussion über chinesische Autos kann ich persönlich übrigens nicht ganz nachvollziehen (bin mit einer Chinesin verheiratet…da ist man immun)… aber das ist ein anderes Thema.
Inzwischen bin ich über 63.000 km gefahren, viel davon geschäftlich. Beim Laden habe ich keine nennenswerten Probleme. Ich nutze bevorzugt Ionity, und die ca. 20 Minuten Ladezeit sehe ich nicht als Einschränkung. Was ich jedoch kritisiere: der Serviceintervall liegt bei rund 25.000 km, was bedeutet, dass ich eigentlich schon beim dritten Service sein müsste … es aber erst zum zweiten Mal geschafft habe.
Gekauft habe ich den Wagen in Osnabrück, mein Servicepartner ist aber das Autohaus in Düsseldorf. Und hier habe ich leider gemischte Erfahrungen gemacht. Beim ersten Servicetermin hatte ich meinen Schlüssel vergessen und schlug vor, den Fahrzeugzugang einfach über die App zu gewähren. Das Autohaus hatte die App allerdings nicht eingerichtet und weigerte sich zunächst, den Service durchzuführen. Erst nachdem ich die Sache eskaliert und direkt mit dem Inhaber gesprochen hatte, war man bereit, das Fahrzeug ein paar Tage später über die App entgegenzunehmen. Als Begründung für die anfängliche Weigerung wurde Datenschutz angeführt … was ich in diesem Zusammenhang wenig überzeugend fand.
Insgesamt wünsche ich mir, dass die Autohäuser sich stärker mit dem Fahrzeug und seinen digitalen Funktionen auseinandersetzen … da ist deutlich Luft nach oben.
Zum Fahrzeug selbst: Ich bin insgesamt zufrieden. Wir haben auch einen Tesla, und ich sehe den Xpeng irgendwo als den chinesischen Tesla … allerdings wünschte ich mir bei der Software etwas mehr Kreativität, Innovation und Konsequenz in der Bedienlogik.
Seit ein bis zwei Monaten habe ich ein hartnäckiges Software-Problem: Die Einparkassistenz funktioniert nicht mehr. Der Wagen erkennt keine Parklücken mehr und kann weder automatisch einparken noch über die App vor- und zurückrangieren. Ich hoffe, dass ein kommendes Software-Update das behebt. Falls nicht, muss das beim nächsten Service geklärt werden.
Der steht ohnehin an … wurde aber bereits verschoben. Zuletzt hieß es, der Service könne gemacht werden, der Austausch der T-Box müsse aber separat zu einem anderen Termin erfolgen. Daraufhin habe ich darum gebeten, beides in einem Termin zu kombinieren, was dann zum nächsten Aufschub geführt hat. Auch das ist letztlich ein Autohaus-Thema.
Abschließend noch ein paar Punkte: Als Besitzer des 2023er-Modells vermisse ich CarPlay. Gelegentlich gibt es Probleme bei der Routenberechnung. Zudem hat mir die Navigation auf der Strecke von Holland ins Ruhrgebiet mehrfach einen Ionity-Lader angezeigt, der vor Ort nicht existierte … stattdessen waren dort Ladepunkte anderer Anbieter. Das ist ärgerlich, aber kein K.O.-Kriterium.
Als ehemaliger Passat GTE-Fahrer (drei Jahre mit Entertainment-Problemen durch fehlendes Update…und dann wollte VW Geld für das Update haben, was man lange nicht liefern konnte) habe ich hier deutlich weniger zu beanstanden. Und die Phantom-Bremsungen, die ich vom Tesla kenne, gibt es beim Xpeng nicht. Unterm Strich würde ich beim nächsten Kauf eher wieder zu Xpeng greifen als zu Tesla.
Das war jetzt etwas länger … ich hatte diesen Beitrag aber schon seit Monaten geplant und wollte ihn endlich loswerden.
Hey Stephan - habe den Beitrag mal separat, weil es doch eine tolle Vorstellung ist und sehr ausführlich! Schön, dass du hier bist und deine ausführlichen Erfahrungen mit uns teilst.
Ich wollte ursprünglich auch einen G9 MJ23 holen aber ohne CarPlay war mir das in der Tat zu heiß. Das würde mir definitiv auch fehlen.
Freue mich auf den Austausch mit dir hier bei uns.
Gut, fehlendes CarPlay ist jetzt nicht super klasse, aber man überlebt damit. Habe ich ja auch im Tesla nicht. Funktioniert auch ganz gut, wobei das ist vielleicht eins, wo ich sagen würde: Da ist der Tesla besser. Er fährt mit Google Maps. Die Xpeng-Version mit TomTom, ist manchmal wirklich katastrophal. Ich hatte das letzten mit einer Sperrung auf der Autobahn und da bin ich zweimal im Autobahnkreuz hin und her gefahren. Das war nicht so klasse, aber wie gesagt, nicht ganz so schlimm.
Aber klar, wäre auch schön, wenn man das noch updaten könnte, aber so wie ich es verstanden habe, geht das leider nicht.
Moin Stephan,
ich habe auch ein Vorfacelift Modell und stehe kurz vor der ersten Inspektion. Ich hatte aber die Info, dass diese alle 20.000km oder 2 Jahre (?) stattfinden muss. Du schreibst etwas von 25.000km…
Grüße aus Hamburg!
Frank
Ich hatte bewusst den '23er genommen, damit ich kein Android Auto habe, weil mich die Google-Navi nervt und ich es hasse, wenn beim Einsteigen immer Android Auto bettelt, doch bitte verbunden zu werden, obwohl ich das gefühlt schon überall abgeschaltet hab ![]()
Mein G9 Performance wurde am 2.7.24 zugelassen und ich habe diese Probleme nicht wie oben beschrieben und komme auch ohne Android Auto klar und meiner fährt noch wie am ersten Tag.
…oder 20.000 km
