He Xiaopeng: Der chinesische Anti-Musk (Capital Paywall Artikel)

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Ich nicht, den Artikel gibt es auchhinter der „Stern“ Paywall. Xpeng-Gründer He Xiaopeng: Der chinesische Anti-Musk | STERN.de

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Der Artikel zeichnet ein Porträt von He Xiaopeng, Gründer und CEO des chinesischen E-Auto- und Tech-Unternehmens Xpeng, und stellt ihn bewusst als Gegenentwurf zu Elon Musk dar – weniger laut, weniger politisch, dafür stark technologiegetrieben und operativ tief involviert.

Schauplatz und Grundton

Der Autor startet mit einem Zukunftsbild: Guangzhou und speziell die neu geschaffene „Knowledge City“ wirken wie eine Kulisse für Chinas Tech-Anspruch. Dort steht Xpengs Werk, das stark automatisiert ist und in dem Menschen nur noch punktuell montieren. In diesem Setting tritt He Xiaopeng auf: klein, zurückhaltend, kontrolliert, eher „Nerd“ als Rockstar. Das ist bewusst als Kontrast zu Musk gesetzt.

He Xiaopengs Vision: Roboter, Robotaxis, Fluggeräte

He spricht von einer „neuen Ära“, in der humanoide Roboter in den kommenden zehn Jahren massentauglich werden sollen – so erschwinglich wie Autos. Dazu kommen Robotaxis und „Flugautos“. Der Artikel macht klar: Das klingt wie Musk – aber die Frage ist, ob man He diese Versprechen eher abnimmt, weil Xpeng technologisch bereits Substanz zeigt.

Warum Xpeng als „digitalste Autos“ positioniert wird

Der Kern des Artikels ist die These: Xpeng ist nicht einfach ein weiterer E-Auto-Hersteller, sondern ein Unternehmen, das Autos als Softwareplattform beherrscht. Mehrere Punkte werden dafür genutzt:

1) Softwaredefiniertes Fahrzeug als entscheidender Wettbewerb

Das Auto der Zukunft wird im Artikel als „softwaredefiniert“ beschrieben: nicht mehr viele einzelne Steuergeräte, sondern ein (oder wenige) zentrale Rechner, die alles steuern – Bremsen, Lenkung, Batterie, Navigation, Infotainment. Das klingt nach Architektur-Detail, ist aber strategisch: Wer das Betriebssystem und die Zentralrechner nicht beherrscht, erstickt laut zitierten Branchenstimmen irgendwann an Kosten und Komplexität. Xpeng wird hier neben Tesla und wenigen weiteren chinesischen Herstellern als Spitze eingeordnet; deutsche OEMs werden als mindestens eine Fahrzeug-Generation hinten beschrieben.

2) Praxisbeispiel: Fahrt im Xpeng P7+

Der Autor schildert eine Probefahrt im P7+ als „Probe aufs Exempel“. Formal sei das Auto noch nicht voll autonom, weil die chinesischen Regeln Hände am Lenkrad verlangen – praktisch fährt es aber weitgehend selbst. Eingriffe seien selten; es reiche, alle paar Minuten das Lenkrad zu berühren. Gleichzeitig wird nicht verschwiegen, dass es riskante Momente gibt (z. B. Unsicherheit gegenüber einer E-Moped-Fahrerin oder ein aggressives Überholen über eine Busspur). Das wird als Nebenwirkung einer KI-Logik beschrieben, die nicht nur Sensordaten nutzt, sondern auch Fahrverhalten anderer Verkehrsteilnehmer imitiert – „im Guten wie im Schlechten“.

3) Symbol für einen Kulturwandel bei Käufern

Der Fahreinweiser steht im Artikel auch für einen Wertewechsel: Früher AMG und „made in Germany“, jetzt „robotisiertes Elektrofahren made in China“ als moderner. Das ist weniger Autotest als Marktstimmungsbild: Technik und Software-Experience werden als Status- und Fortschrittsmarker beschrieben.

Der VW-Deal: Signal für Xpengs Vorsprung

Ein besonders wichtiger Teil ist die Einordnung des Deals mit Volkswagen (aus „vor drei Jahren“ abgeleitet):

  • VW steigt bei Xpeng ein, weil VW in China ohne starke Softwarebasis Marktanteile verliert.

  • Xpeng liefert nicht nur Beratung, sondern – vereinfacht gesagt – die technische Basis (Plattform-/Softwareanteile) für bestimmte VW-China-Modelle, und bekommt dafür neben dem Einstiegspreis weitere Lizenz- und Entwicklungszahlungen.

  • Als „Zuckerstück“ wird erwähnt: VW bekam als Erste eine neue Version des Xpeng-Betriebssystems.

  • Zusätzlich betont der Artikel Xpengs eigene Halbleiterchips mit hoher Rechenleistung, die auch für KI geeignet sein sollen – als Branchen-Novum, weil klassische Autobauer Chips nicht selbst entwickeln.

Das wird erzählerisch zugespitzt: Ein Konzern, der vor Jahrzehnten sein „millionstes Auto“ als nationales Ereignis feierte, holt sich nun Hilfe von einer Firma, die erst seit wenigen Jahren Autos baut.

He Xiaopengs Rolle: CEO und Techie

He wird als jemand beschrieben, der tief in Softwarethemen steckt und Ziele vorgibt, während andere liefern müssen. VW-China-Topmanager Ralf Brandstätter wird als regelmäßiger Gesprächspartner dargestellt, die Treffen wirken fast freundschaftlich („herzen und umarmen“). Gleichzeitig wird He als CEO gezeichnet, der geschäftliche Themen gern an seinen Vize Brian Gu delegiert, während er selbst technisch sehr präsent bleibt.

Hintergrund: Vom Programmierer zum Milliarden-Unternehmer

Biografisch zeichnet der Artikel einen klaren Tech-Unternehmer-Weg:

  • Informatikstudium, Einstieg als Programmierer.

  • Gründung von UCWeb (Browser), Verkauf 2014 an Alibaba (im Artikel ist von rund 4 Mrd. USD die Rede).

  • Danach Wechsel/Station bei Alibaba, dann Gründung von Xpeng 2014 – inspiriert durch Tesla (er war früh Tesla-Käufer in China) und teils auch persönlich motiviert (Narrativ: dem Kind erzählen wollen, dass er Autos baut).

  • Frühe Unterstützer/Investoren werden genannt: u. a. Alibaba, Foxconn, Lei Jun (Xiaomi-Gründer).

Das dient einem Zweck: He ist kein „Automanager“, sondern ein Softwareunternehmer, der Auto als Computerprodukt denkt.

Wirtschaftliche Realität: Technik vor Profit

Der Artikel bleibt nicht bei Hype stehen, sondern betont die harte Lage im chinesischen Automarkt: brutal umkämpft, Preisdruck, technischer Vorsprung garantiert keine Gewinne. Xpeng habe eine Durststrecke hinter sich; es wird ein Ausblick genannt, dass Xpeng 2026 erstmals keinen Verlust mehr machen will. Damit wird klar: Der Sprung von „technologisch führend“ zu „profitabel“ ist offen.

Internationalisierung: Europa als schwierige Baustelle

Um aus der China-Falle (Wettbewerb, Margen) zu kommen, müsse Xpeng international mehr verkaufen. Für Europa nennt der Text eine Montage in Graz (Österreich), um EU-Zölle auf China-Autos zu umgehen. Gleichzeitig wird die zentrale Hürde benannt: chinesische E-Autos in Deutschland/Europa verkaufen ist zäh und braucht Zeit.

Roboter „Iron“ und Flugprojekt: Musk-Vergleich, aber mit Risiko

Hier zieht der Artikel den Bogen zurück zum Musk-Vergleich:

  • Xpeng inszeniert sich zunehmend als KI-Firma, Roboter rücken in den Mittelpunkt.

  • Der humanoide Roboter „Iron“ wird als so lebensecht beschrieben, dass Beobachter vermuteten, es stecke ein Mensch im Kostüm; Xpeng habe öffentlich Teile geöffnet, um die Mechanik zu zeigen.

  • Serienproduktion soll bereits ab April anlaufen (so wird es im Text behauptet) – ambitioniert.

  • Beim „Flugauto“ relativiert der Artikel: eigentlich eher ein Van, der eine zweisitzige Flugdrohne transportiert („modulares Flugauto“, „Landflugzeugträger“). Produktion 2026 wird in Aussicht gestellt, Genehmigungslage ist aber unklar.

Fazit des Artikels

Der Artikel endet mit einem klaren Erwartungsdruck: He wird bald beweisen müssen, dass er seine Versprechen tatsächlich einlöst – und dass er nicht in Musks Muster fällt, große Visionen zu verkünden, die sich dann verzögern oder versanden. 2026 wird als „entscheidendes Jahr“ markiert.

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Auf Archive.is verfügbar.

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Zwei Dinge die hoffentlich nicht passieren werden.

  1. Dass He Xiaopeng nicht größenwahnsinnig wird und ähnlich abdriftet wir Musk (Tesla war auch schon vor Musk ein Computer mit Auto drumherum, ersonnen und erdacht von Martin Eberhard und Marc Tarpening; Musk ist und wahr nur der Investor und hat sich den CEO erkauft.)

  2. Dass Xi Jinping He Xiaopeng nicht irgendwann wegsperren lässt, weil er ihm zu unbequem, zu erfolgreich oder was auch immer wird.

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Wusste nicht ob man solche Links hier Posten darf, aber so geht es natürlich auch.:smiley: