das ist genau der Nachteil von Wachs. Wachs legt sich in die Mikrokratzer, verschliesst sie teilweise und dadurch kann sich das Licht nicht mehr darin brechen. Der Mensch sieht die Oberfläche dann als glänzende, glatte Oberfläche. Es ist aber im Endeffekt ein Trugschluss denn es nicht der Lack der hier glänzt, sondern das Wachs.
Ein weiterer Nachteil ist hier dass sich das Wachs nicht mit dem Lack verbindet sondern nur wie ein Film auf dem Lack aufliegt. Durch Regen und sonstige Umwelteinflüsse sowie der Fahrzeugwäsche, wäscht es sich innerhalb kürzester Zeit wieder ab und man sieht wieder das zerkratzte Lackbild.
Anders würde es sich bei einer Keramikversiegelung verhalten. Durch die Aufbereitung vor der Versiegelung wird der Lack poliert und die Mikrokratzer entfernt. Hier entsteht der Glanz! Der Unterschied zum Wachs bzw. zum Glanz der vom Wachs erzeugt wird, ist hier ganz klar der extreme Tiefenglanz welcher durch den LACK erzeugt wird und nicht durch das oberflächlich aufliegende Wachs.
Dieser Glanz wird dann im Anschluss durch die Keramikversiegelung geschützt bzw. gehalten. Die Versiegelung an sich erzeugt hier nicht den Glanz wie bei dem Vergleich zum Wachs. Der Glanz bei einem keramisch versiegelten Fahrzeug sieht eher glasartig aus und die Oberfläche könnte man auch so bezeichnen.
Da es sich hierbei um eine Langzeitversiegelung handelt, verhält es sich auch hier anders als bei einem Wachs. Wenn die Vorarbeit, also die Polierarbeit, entfetten und alle anderen Parameter dementsprechend gut ausgeführt sind, geht die Keramikversiegelung auf chemischer Ebene eine feste Verbindung mit dem Lack ein und lässt sich nicht mehr so einfach entfernen.
Je nach Versiegelung halten diese Versiegelungen mehrere Jahre (3-7). Klar ist es gegenüber eines Wachsauftrages ein viel höherer Aufwand. Sowohl finanziell als auch die Arbeit an sich. Die Versiegelungen sind bei der Applizierung viel anspruchsvoller als ein Wachs. Sehr gute Versiegelungsprodukte sind auch oft nicht für Endkunden zu erwerben da man hier auch viel falsch machen kann.
Die Vorteile der Keramikversiegelung gegenüber einem Wachs liegen aber auf der Hand:
-extrem lange Haltbarkeit
-extremerer Tiefenglanz der durch den Lack erzeugt wird, nicht durch das Versiegelungsprodukt
-Glanz bleibt über Jahre hinweg erhalten. Nach jeder Fahrzeugwäsche glänzt der Lack wie bei der Abholung vom Aufbereiter/Detailer
-widerstandsfähiger gegenüber Umwelteinflüssen und chemischen Angriffen wie Vogelkot, Baumharz, Laub, Salz, Insektenresten usw.
-extrem leichte Reinigung des Fahrzeugs. Als bsp. kann es im Sommer genügen mit einem Hochdruckreiniger die Front abzusprühen um die Insektenreste zu entfernen
-wesentlich höherer Schutzgrad bzw. Schutzwirkung vor UV Strahlung (Polyscheinwerfer vergilben nicht mehr, Lack verwittert nicht), vor allen Angriffen auf den Lack wie Baumharz, Vogelkot usw.
Zu guter letzt gibt es noch die Weiterentwicklung der klassischen Keramikversiegelung, die Graphenbeschichtung. Diese ist noch widerstandsfähiger gegenüber chemischen Angriffen (eine gute Keramik kann bis PH 10,5 stand halten, die Graphen bis H14!), noch länger haltbar und der Hauptvorteil gegenüber einer Keramik, sie besitzt einen Selbstheilungseffekt. Das heisst, sollten feine Mikrokratzer entstehen, kann sich die Versiegelung selbst heilen durch die Einwirkung von Hitze. Bei dunklen Fahrzeugen genügt es, diese in die Sonne zu stellen. Durch die Hitze verschliesst die Versiegelung die feinen Kratzer.
Bei diesen beiden Beispielen wurden die beiden Fahrzeuge von mir aufbereitet und keramisch versiegelt:

