Der VW-Konzern konnte im 1. Halbjahr seine BEV-Auslieferungen weltweit um 47 % auf insgesamt 465.500 steigern. Dabei halfen Europa und die USA, in China dagegen musste man Federn lassen.
In Europa wurden 347.900 BEV verkauft (+ 89 %)
In den USA waren es 31.300 BEV (+ 24,3 %)
In China waren es 59.400 (-34,5 %)
Rest der Welt: 27.000 (+55,8 %)
Der Konzern unterteilt seine Marken bekanntlich in Markengruppen. Deren Verkäufe gliedern sich so:
Markengruppe Core 328.000 (+ 42,3 %)
Volkswagen 192.600 (+ 14,3 %)
Skoda 73.000 (+ 148 %)
Seat/Cupra 37.600 (+ 105 %)
Nutzfahrzeuge 25.500 (+ 73 %)
Markengruppe Progressive 101.400 (+ 32 %). Hinweis: Nur Audi, da die anderen keine BEV im Programm haben
Markengruppe Sport (Porsche) 34.200 (+ 279 %)
Markengruppe Trucks/Traton 1.300 (+ 109 %)
MAN 810 (+ 243 %)
VW Trucks and Bus 50 (- 44 %)
Scania 220 (+ 103 %)
International (USA) 180 (+ 2,9 %)
Insgesamt verkaufte der Konzern im 1. Halbjahr 25 2,27 Mio Fahrzeuge, ein Plus von 1,2 %
Und wie sieht es weltweit aus mit Verbrennerfahrzeuge? Nicht so dolle, wie man der Tabelle entnehmen kann. Und 2030/2035 ist gar nicht so lange hin. Was ich so sehe, sind unsere Hersteller hier nicht gut aufgestellt sind das Verbrennergeschäft in BEV zu überführen. Die Chinesen liegen hier auf der Lauer und sind preiswerter und technologisch weiter.
Es bleibt spannend….
Geplantes/Beschlossenes Jahr
Land / Region
Anmerkungen
ab sofort
Äthiopien
Importverbot für Verbrennungsmotoren.
2025
Norwegen
Ziel, dass ab diesem Jahr alle neu verkauften Autos emissionsfrei sein sollen.
2030
Dänemark
Geplantes Verbot für Benziner und Diesel.
Irland
Geplantes Verbot für Verbrenner-Neuwagen.
Israel
Geplantes Verbot für den Import von Benzin- und Diesel-Pkw.
Niederlande
Angestrebtes Verbot für Verbrenner-Neuwagen.
Indien
Ziel, dass bis 2030 alle neuen Pkw elektrisch sein sollen.
Island
Plan, ab 2030 nur noch Elektroautos neu zuzulassen.
2035
Europäische Union (EU)
Beschlossenes Verbot der Neuzulassung für CO2-ausstoßende Pkw und leichte Nutzfahrzeuge. Eine Ausnahme für E-Fuels ist geplant.
Großbritannien
Geplantes Verbot für Benziner und Dieselfahrzeuge.
Kanada (Provinz Québec)
Das Verbot gilt für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge.
Chile
Ziel, ab 2035 nur noch emissionsfreie Neuwagen zuzulassen.
USA (Bundesstaat Kalifornien)
Führender US-Bundesstaat mit Plänen für ein Verbot, dem sich weitere Staaten anschließen könnten (z.B. New York, Oregon, Washington, Maine).
Taiwan
Geplantes Verbot für Pkw (2035 für Motorräder).
2040
Frankreich
Geplantes Verbot für Benziner und Diesel.
Spanien
Geplantes Verbot für den Verkauf von Verbrenner- und Hybridfahrzeugen.
China
Ziel, dass bis 2040 alle Neufahrzeuge emissionsfrei sein müssen.
Tesla hat letzte Woche die Verkaufszahlen für das 3. Quartal veröffentlicht, die weltweit bei rund 497.000 Fahrzeugen lagen. Davon waren rund 481.000 MY und M3 und nur rund 15.900 für die Modelle S, X und den Cybertruck.
Beachtliche Zahlen, könnte man meinen. Allerdings dürften diese vor allem den vorgezogenen Käufen US-amerikanischer Kunden zu danken sein, die im September wegen der auslaufenden Tax-Credit-Regelung in den USA die Verkaufszahlen aller Hersteller in die Höhe schnellen ließen. Trotz dieses Pushs lag die Gesamzahl Teslas nur ganz knapp über dem Q4/2024, dem bisherigen Rekord-Quartal. Geradezu lächerlich klein sind die Zahlen für den CT, wie das Portal Cleantechnica ermittelte: In Q1 noch 6.400, sanken sie auf je rund 4.300 in Q2 und Q3.
Auch andere Hersteller profitierten von den vorgezogenen BEV-Käufen in Q3 in den USA. Hier einige Beispiele:
Audi + 232 %
VW + 231 %
Chevrolet + 86 %
Auch alle anderen profitierten.
Man darf gespannt sein, wie sich dann die Zahlen in Q4 ergeben werden.
In China hat Tesla das Model YL gelauncht und in Q3 0% Finanzierung angeboten sowie einige Optionen kostenlos beigegeben. Insgesamt haben sie auch in China sehr nachdrücklich mit Verkaufsanreize gearbeitet.
VW lieferte im 3. Quartal 252.100 BEV aus, ein Plus von 30 % zum Vergleichsquartal 2024. Die weltweiten Auslieferungen von Januar bis einschl. September 2024 betrugen 715.500 BEV. Damit stieg der Anteil der BEV an den Gesamtauslieferungen von 8 auf 11 % weltweit. In Europa stieg er allerdings von 12 auf 20 %. Hier die bestverkauften Modelle:
Rekordmonat für NEV in China im Monat September: 1,6 Mio NEV wurden neu zugelassen. Das sind PHEV und BEV. Da ist ein neuer Rekord, ein paar Tausend mehr als im bisherigen Rekordmonat Dezember 2024. Der Anteil von BEV lag bei 1.058.000. Rund 86 % der NEV blieben in China, 14 % wurden exportiert.
Mit diesen Zahlen wird klar, dass die NEV-Durchdringung des Marktes nicht mehr so dynamisch vorangeht wie bislang gewohnt. Vor allem die PHEV schwächeln mit einem Zuwachs von 6,7 % etwas.
Wichtige Erkenntnis: Der Marktführer BYD hat nichts vom dortigen Wachstum: Seine Verkäufe sanken gegenüber dem Vormonat. Das liegt vor allem an seinem Hybrid-Sortiment. Das nahm gegenüber dem Vorjahr um 25,6 % ab, während die BEV um 24,3 % zulegten.
Die Exporte fließen dabei in die Statistik ein, weil die CAAM-Absatzzahlen die Großhandelsverkäufe der Hersteller beinhalten, also sowohl den Absatz im Inland als auch Exporte. Zu den in der Statistik gezählten New Energy Vehicles (NEV) gehören bekanntlich die Batterie-elektrischen Antriebe (BEV), Plug-in-Hybride (PHEV) und auch Brennstoffzellenfahrzeuge (FCEV) – im Pkw-Sektor spielt die Brennstoffzelle aber in China keine nennenswerte Rolle.