Soo habe den Vormittag mal mit einmessen verbracht.
Weil gefragt wurde nach dem vorgehen:
Auto auf Temperatur bringen, Sub und Lautsprecher schön einspielen lassen da im Winter alles beschissen klingt bis die Komponenten warm sind. Ablage im Heck ist bei mir draussen, somit war mir bewusst das der Bass wahrscheinlich ein wenig stärker in den Vordergrund rücken wird.
Gemessen wird mit kalibiriertem Umik und REW im “Wedelverfahren”.
Zugrunde gelegt wird, Alle EQ aus, Boosts , Raumklänge etc werden raus genommen. Modus ist “Fahrer” also alle Lautsprecher aktiv, Position ist Vorne Mitte.
Gemessen wird mit Rosa Rauschen, 20-20000 hz, Eingepegelt wird mit 83db±0,5db. Gespielt direkt von USB über PCM/WAV Format, also unkomprimiert.
Nun wird die erste Kurve gemessen, unsere Ausgangsbasis.
Das ganze wiederhole ich ein paar mal um evtl Messfehler möglichst einzugrenzen.
Hier die ersten Ausgangsmessungen, Kurven sind mit 1/6 Oktave “gesmootht” :
Hier sieht man schon schön das grundsätzlich auf Original-Einstellungen die Kurve schon ganz nett aussieht, könnte also was werden.
Als nächstes erstellt man sich SEINE “Sollkurve”, in meinem Fall, gerne etwas basslastiger, die Höhen gerne etwas dezenter, da im Auto Reflexionen das ganze sowieso begünstigen.
Hier also meine erstelle Sollkurve, +1db am Bass nach oben -0,5 db im Hochton.
Nun passt man die Kurve noch auf die eingemessene Lautstärke an, ich nehme hier gerne den “tiefsten Punkt” da man grundsätzlich niemals “erhöhen” möchte sondern immer möglichst nach unten glättet.
Jetzt kann man an den EQ anfangen einszustellen. Das ist tatsächlich sehr dumm gemacht von Xpeng da man hier keinerlei Frequenzbänder sieht. Also solange getestet, gemessen, getestet gemessen bis man sich der Kurve annähert.
Nicht wundern, sieht grob aus, aber ±5db sind keine Seltenheit und “Toleranz”.
Endergebniss:
Blau war Ausgangskurve, Lila nun Endstand. Bin halbwegs zufrieden, den Buckel in der Mitte kriegt man ums verrecken nicht weg, hier fehlt einfach ein Band was genau diesen Bereich abdeckt. Ist aber zum Glück relativ angenehmer Bereich, somit nicht so tragisch.
Man sieht hier auch schön, der Hochton um die 1-2khz ist sehr präsent gewesen, was viele auch als störend empfinden. Das lässt sich super ausbügeln. Danach fällt die Kurve schön wie sie sollte.
Der Sub fängt tatsächlich schon bei 30hz an zu wirken was stark ist für ein “OEM”. Hier habe ich auch keine Hand angelegt, das wie erwartet, eh schon sehr stark präsent, denen es zu mächtig ist können also die ersten 2 EQ Bänder gerne weiter runter nehmen.
Am Ende ist es bei MIR diese Einstellung:
Das ganze noch mit wirklich qualitativ hochwertiger Musik gegengeprüft, von USB versteht sich. Passt sehr gut, ich bin sehr audiophil, den Buckel in der Mitte höre ich, stört auch ein wenig, aber lässt sich verschmerzen.
Fazit:
Grundsätzlich passt das ganze gar nicht so schlecht, sogar richtig gut für OEM.
Optimieren kann man hier tatsächlich massiv indem man mehr parametrische Bänder bekommen könnte. Auch ist die ganze Anlage etwas “zaghaft”, die könnte einiges mehr an Lautstärke wenn man das bräuchte. Die ganzen netten “Effekte” kann man wie eigentlich überall völlig vergessen, bringt nur krumme Frequenzverläufe. Auch die “Positions-Modi” machen natürlich nur murks und haben auch nix mit ner Laufzeitkorrektur oder ähnliches zu tun. Das stempelt man am besten alles als “Spielerei für Unwissende” ab.
Was mich ein wenig ärgert das es keine direkten Fader/Balance gibt, hier könnte man auch noch ein wenig optimieren, da zb das rechte Ohr immer 2db lauter war wie das linke.
Ebenso gebe ich natürlich allen recht, das die Quelle entscheidend ist. Und die ist leider bei allen Boardoptionen so lala, Youtube geht tatsächlich noch einigermaßen, aber auch das Rosa Rauschen von Youtube zb zeigt deutliche schwächen gerade im oberen Bereich. Hier besteht der größte Faktor um die Qualität drastisch zu erhöhen, jeder der gut aufgenommene Musik direkt von USB hört, unkomprimiert wird das so bestätigen können.
Das mal im groben von mir dazu…




