Deutsche Autoindustrie - ein schonungsloser Bericht

Das Ausquetschen der Zulieferer hat spätestens seit Lopez deutlich Fahrt aufgenommen, der kam glaube ich von General Motors und das war sein persönliches Hobby.
Aber auch alle anderen Großen (BMW, Audi, Mercedes) betreiben dieses „Spiel“ seit Langem. Wichtig ist nur das eigene Quartalsergebnis und die damit verbundenen glücklichen Gesichter der Aktionäre. Da stört der Blick auf die Zukunft nur.
Wer schon in börsennotierten Unternehmen im Vertrieb oder Einkauf gearbeitet hat, kennt dies zur Genüge. Die Boni werden für die Zielerreichung in der Gegenwart bezahlt, nicht für irgend ein positives Ergebnis in der Zukunft.

Kann ich bestätigen, ich war viele Jahr als „Lead Buyer“ eines US-Unternehmens mit 25.000 Mitarbeitern weltweit tätig. Je mehr du sparst, desto mehr Bonus gibts.

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Da fällt mir gerade BMW ein: Zipse hat im Mai noch verkündet, dass im Himmel Jahrmarkt sei und „Zuversicht ist keine Stimmung. Sie ist eine aktive Entscheidung“.
Einen Monat später muss sein Nachfolger Nedeljković verkünden, dass es doch nicht so rosig aussieht und ein deutlicher Rückgang beim Vorsteuerergebnis zu erwarten sei.
War Zipse eventuell in einem anderen Unternehmen Vorstandsvorsitzender?

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Das ist einfach eine alternative Wahrheit :innocent:
Alternativ: dann ist sein Nachfolger wohl nicht so eingestellt.

Das bei BMW ist doch das alte Accounting-Spiel:

  1. Nachfolger kommt ins Unternehmen. Findet sofort ein paar Leichen im Keller.
  2. Erfindet noch ganz viele neue Leichen dazu.
  3. Macht riesige Abschreibungen auf angeblich nicht werthaltige Unternehmensteile.
  4. Fährt im ersten Jahr deshalb einen ordentlichen Verlust ein, „Schuld ist der Vorgänger“
  5. Im zweiten Jahr gibt es dann keine grossen Abschreibungen mehr, der Unternehmensgewinns steigt plötzlich wieder. „Das ist das Ergebnis meiner harten Sanierung“
  6. Ausserdem waren die „sanierten“ Unternehmensteile dann doch irgendwie gar nicht so schlecht und bringen jetzt ordentlich cash flow.
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Das Thema Sonderabschreibung zieht sich doch durch alle Firmen aktuell.

  1. Anlauf der Emobilität kam bei den Legacy Herstellern nicht so, wie erwartet
  2. US-Politik sorgt für einen deutlich niedrigeren Absatz

Dadurch muss man einfach die Werte anpassen…da stehen riesige Anlagen, die teilweise gar nicht mehr genutzt werden, weil die Projekte abgesagt wurden oder die Stückzahlen nicht kommen. Die gingen vermutlich auch von höheren Absätzen in China aus und jetzt ziehen sich manche fast vollständig zurück in Hinblick auf China und eigene Elektroautos.

Heute geht es richtig rund … VW streicht bis zu 100 000 Stellen, vier Werke. Mercedes plant massive Einschnitte, Verlagenrung der Produktion usw.

Auf der anderen Seite: Tesla baut Stellen auf, Chinesen möchten auch hier bauen.

Was läuft da genau falsch? Profitgier der etablierten Hersteller, oder rächen sich doch die Versäumnisse der Vergangenheit? Hat man sich zu lange auf den eigenen Lorbeeren ausgeruht? Batteriefertigung, Zukunftsthemen, Zielgruppen … ja, man holt bei der Technik etwas auf, aber halt auch nur wieder im hochpreisigen Segment (z.B. Axialflussmotor).

Ich denke, da kommen noch ganz böse Zeiten, und die BLÖD wird titeln: „Pflicht für Deutsche: kauft deutsche Autos!“

Ich hab mein letztes deutsches Auto 2020 verkauft und plane auf Sicht auch kein weiteres. Von daher: „how ‘bout no?“

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Da gibt es viele Gründe, Technologien ( BEV) belächelt statt entwickelt dürfte einer der gröberen sein.
Zielgruppen? ID.Polo mit Radio im Tonbandkassettendesign / Tacho in Golf1 Optik drüfte die Zielgruppe erklären (oder den Horizont der jeweiligen Entwickler/Entscheider). Ob diese Zielgruppe noch so viele Autos kauft?

Für mich persönlich der Umgang mit dem Kunden. Pakete / Umschreibungen die ins Mystische schweifen. Wenn ich ein Lexikon und eine Tabelle benötige um ein Fahrzeug im Konfigurator nach „meinen“ Wünschen zu konfigurieren, dann ist die Intention für mich klar: der Kunde soll „all in“ nehmen, dann braucht er sich damit nicht beschäftigen. Ist nicht meins, wenn aus 60k dann schnell 80k oder mehr werden.

Dann das allgegenwärtige „Premium“ (vor allem in der Preisliste) und dann findet man ein ganz normales Auto (und viel Hartplastik wie man immer wieder erfährt).

Ich hab mich seit … 2006 nicht mehr mit „deutschen“ Konfigurationen beschäftigt, bin über Toyota, Hyundai, 2 LR Discovery weit weit weg von deutschen Modellen. Und auch LandRover steht bei mir nicht mehr auf der Liste, die gehen mittlerweile den gleich Weg wie die Deutschen OEMs (und der scheint abwärts zu führen) und das ist nicht meiner.

Freue mich ungeduldig auf meinen X9 (man können 2 Monate lang sein und dass schon nach einer Woche :rofl: ).

Xpeng hat es mir zu einfach gemacht, 3 Varianten, Farbe, AHK fertig. Probefahrt: gefällt = gekauft. So einfach kann es sein.

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Vielleicht machen es die verschiedenen Regierungen den Autoherstellern zu einfach.

Mein Eindruck ist: Gewinne werden privatisiert und Verluste sozialisiert. Warum sollen deutsche Autobauer was ändern, wenn der Staat subventioniert wenn´s schlecht läuft.

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Aus meiner Sicht ist das selbst verursacht weil seit Jahren nur noch in Boni und Aktiendividende „investiert“ wird und nicht mehr in das Produkt selbst. Die Vorstände bemessen ihre Leistung nur noch in Quartalszahlen und sind nicht mehr mit Herzblut bei ihrem Unternehmen und Produkten. Eine Mitschuld trägt hier auch der Staat der bis zum Anschlag unseren Autobauern in den Ar..h gekrochen ist. Und jetzt versteht dieses verwöhnte Balg namens Autoindustrie nicht mehr warum es jetzt einfach nicht mehr so weitergeht.

Wenn der Deutsche Autobauermarkt den einfachen Kunden nicht mehr möchte weil er durch Dienstwagenprivileg und Co. gedacht hat er braucht uns nicht mehr dann kommt jetzt die Quittung. Denn wenn ich im September mit meinen P7+ auf den Hof gefahren komme und mein Nachbar mit seinen S6 von Audi feststellt das Xpeng echt cool ist und noch dazu sehr günstig dann sagt der seinem Firmenflottenbetreiber bestell mir mal so ein Auto.

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Bei mir sieht es ähnlich aus. War sehr lange Fan von Skoda von Superb über Kamiq zum Kodiaq. Bis dann in mir der dran nach einem BEV angestoßen wurde (abhängig von der Ladeinfrastruktur, da Laternen Parkplatz). Enyaq probiert zu klein, Tavascan probiert ok Papa kann hinterm Lenkrad sitzen aber die Kinder hinten, naja. Dann nochmals damit beschäftigt was man alles in meinem Segment kaufen kann. Fast hätte mich BYD gehabt und dann kam mein Onkel. Jan kennst du schon Xpeng? Sofort gegoogelt, 2 Probefahrten gemacht und gekauft. Vorgestern nochmals bei Skoda geluschert von wegen neuer Peaq. Bis konfiguriert und schwupps 59k auf dem Tacho, wofür. Jetzt freuen wir uns auf unseren G6 LR, der hoffentlich vor Weihnachten kommt. Und um das ganze noch zu komplettieren einen MG4 Urban für Frau und Kinder geordert. Man muss einfach machen.

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Grund: die Rohstoffkrise. Und da Blume den Aktionären 6% Rendite versprochen hat, müssen die Kosten runter.

VW versucht also ein physisches Problem mit Geld zu lösen (was aber nicht funktionieren wird, aber so haben wir es alle in den letzten 40 Jahren gelernt).

Diese 100.000 sind übrigens über 15% der Gesamtbelegschaft!

Das ist korrekt, allerdings sind die gerade im Abbau befindlichen Stellen reingerechnet. Es sind also eigentlich „nur“ ca. 60.000, über die wir reden.

Weltweit…und viele Experten sagen, das dies auch keine reale Zahl sei. Es ist ein Signal…ein gezielter Ruf an den Staat für „Unterstützung“… Ich bin sehr gespannt wie es da weiter geht.

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Natürlich ist das keine reale Zahl. Genauso wie die Drohung, Emden und Hannover dicht zu machen, vor allem ein Schuss in Richtung Niedersachsen als Anteilseigner ist.

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Bitte ordnet die Zahl richtig ein. Es geht hier um 100.000 Vollzeitstellen, die sie meinen. Das erreicht man ja bspw. auch durch eine Absenkung der Arbeitszeit. Wenn man dauerhaft von 35h auf 31,5h geht, entspricht das schon 10.000 Stellen.

Geht jemand in Altersteilzeit, wird das direkt mit einer halben Stelle bewertet.

Ist nicht so, dass da jetzt bis 2030 100.000 Mitarbeiter einen Brief mit der Kündigung erhalten werden.

Trotzdem wird eben weniger Geld verdient.

Gekündigt wird da sowieso niemandem. Einen Großteil erledigt das voranschreitende Alter der Leute (deren frei werdende Stellen werden nicht nachbesetzt), eine gewisse Fluktuation hat man eh und dann gliedert man vielleicht noch mal ne Gesellschaft aus.

Wenn man über Freiwilligenprogramm und Co nicht genügend Leute erreicht, würde ich das aber nicht ausschließen.