Gestern in Hamburg an einer Ladesäule:
Zwei Fahrzeuge, die technisch maximal ~75 kW laden können, stehen an 300-kW-Schnellladern.
Ich selbst musste deshalb auf einen 150-kW-Lader ausweichen – und mir den dann auch noch mit einem Taxi teilen.
Auf meine Nachfrage sagte die Fahrerin des silbernen Fiat ganz offen:
Sie habe es getestet, an den 150-kW-Ladern lade ihr Auto langsamer, deshalb stelle sie sich an die 300er.
Und genau da liegt das Problem.
Aus ihrer Sicht ist das sogar rational.
Aus Sicht des Gesamtsystems ist es maximal ineffizient.
Warum gibt es an solchen Standorten keine Hinweise, keine Empfehlungen, keine einfache Logik wie
„Diese Fahrzeuge bitte hier, jene dort“?
Warum wird alles dem individuellen Ausprobieren überlassen – auf Kosten aller anderen?
Besonders absurd:
Es waren 150 Säulen nebenan.
Für mich zeigt das kein Fahrerproblem, sondern ein Design- und Informationsproblem der Ladeinfrastruktur.
Wie geht ihr mit sowas um? Sprecht ihr andere Fahrer an – oder lieber nicht? Sollte es klare Regeln, Beschilderung oder sogar technische Steuerung geben?
moin,
mich ärgert das genau so wie dich. ich habe es mal versucht jemanden anzusprechen, aber es war aussichtslos. Gleiche Erklärung wie bei dir.
Weitere Personen ansprechen, vermutlich nicht.
Ich frage mich gerade, wie eine solche Beschilderung aussehen sollte um klare Regelungen zu treffen.
Ich finde es nervig, aber laste es nicht den eAutofahrenden an. Jeder darf überall laden. Deswegen spreche ich auch niemanden an. Es ist ein System”problem”, da gehört der Anbieter angesprochen.
Zum Teil verständlich, zum Teil auch nicht. Es gibt hier ja auch manchmal technische Begrenzungen, die der Otto-Normalfahrer nicht kennt. Zum Beispiel eine Ampere-Begrenzung am Stecker, kein 800V System, Auto nicht oder nicht lang genug vorgeheizt. Wo will man da die Grenze ziehen? E-Auto und insbesondere das Laden ist ja eine Wissenschaft für sich, nicht jeder hat bock drauf sich da zu informieren.
Von daher würde ich mich nicht wirklich drüber aufregen, auch wenn es unschön ist.
Ich habe kein Problem damit wenn der Ladepark nicht voll ist, aber wenn der voll ist und derjenige noch bis 100% lädt, dann steigt bei mir der Blutdruck
Ich ärgere mich nur darüber, meinen Blutdruck lässt es nicht steigen, die meisten sind halt nicht informiert. Und den Lehrer zu spielen obliegt mir nicht.
Ausserdem haben NOCH nicht viele Fahrzeughalter dieses „Luxusproblem“
Kommt immer auf die Situation an, hat man es eilig oder nicht? Gibt es nicht sogar Autos, die ihre DC-Ladung begrenzen können, z.B. Porsche? Soll man die dann von der Säule vertreiben, weil die nicht so schnell laden wie sie eigetlich könnten?
Ich finde es zum Beispiel mega geil, dass der G6 in 12 Minuten fertig geladen ist und in 30 Minuten komplett auf 100% steht. ABER, wenn ich mit der Familie unterwegs bin, dann ist das ein Zwitterwert, mit dem ich gar nichts anfangen kann
Ich habe mir für solche Fälle schon überlegt den Akku gar nicht vorzukonditionieren, sodass der Wagen vielleicht auch gerne mal 40-50 Minuten bräuchte, sodass man in Ruhe essen und Windeln wechseln könnte. Damit gehöre ich ja dann eigentlich auch von der Säule vertrieben.
Klar, wenn es dann eine 150 kW Säule gibt, dann würde ich die auch vorzugsweise nehmen, aber es gibt so viele verschiedene Meschen, Typen von Ladesäulen und auch Situationen, die ein “perfektes” Laden unmöglich machen. Schilder würden da mMn auch nicht wirklich helfen und die Sache noch komplizierter machen und Chaos und Ärger verursachen.
Sehe ich auch so. Wer zuerst kommt, malt zuerst. Pech gehabt. Die zahlen genauso Geld wie man selbst und wenn das eigene Auto schneller laden kann, macht einen das nicht zum besseren Menschen. Wenn es einen so sehr stört, kann man ja weiterfahren und woanders laden. Wenn der Strom im Auto dafür nicht mehr reicht, war die eigene Routenplanung wohl nicht so gut.
Glaube mit fair oder unfair hat es oft wirklich nichts zu tun. Irgendwann wirds “Zoom” machen.
Wenn man eh freundlich über das Thema BEV ins Gespräch kommt an der Ladesäule kann man schon etwas Aufklärung betreiben. In dem Zusammenhang erzielt man dann auch Verständnis.
Klar könnte das optimaler laufen. Ich rolle auch immer die Augen wenn neben mir bei 6 freien EnBw geteilten Ladern sich direkt ein PHEV genau an meine Säule stellt. Aber es ist das selbe Phänomen als wenn du dich auf einem komplett leerem Parkplatz in die hinterste Ecke stellst und beim Zurückkommen steht direkt einer neben dir wo du kaum die Fahrertür aufbekommst.
Stell dich mal vor ein leeres Schaufenster. Du wirst spätestens nach 5 Minuten nicht allein was bestaunen was gar nicht da ist.
Das ist, weil die meisten Menschen Physik nicht verstehen. Das ist genauso, als würde man am Ceranfeld den Knopf auf MAX DREHEN, weil es dann schneller aufheizt. Dem ist ja nicht so.