Die Spedition Nanno Janssen aus Leer ist mit Tobias Wagner, YouTuber als „Elektrotrucker“, mit einem der neuen eActros 600 in die Türkei, nach Ankara, mit 20t Fracht unterwegs ins dortige Werk von Daimler Trucks.
Die Spedition zeigt einmal mehr, was heute im Fernverkehr in Europa mit schweren E-Trucks schon alles geht.
Tobias Wagner hat ein Unternehmen in München im Bereich Ladestationen für die Hotellerie u.a., hat aber die Leitung an einen Partner übergeben, den LKW-Führerschein gemacht und fährt seit einem Jahr für die Spedition Nanno Janssen, weil er unbedingt mit einem Elektro-LkW durch Europa fahren wollte, um die Möglichkeiten zu eruieren. Er fährt seitdem quer durch Europa im klassischen Fernverkehr, war schon in Südeuropa (Italien, Spanien), in GB und Skandinavien. Er dokumentiert seine beruflichen Trips ausführlich in seinen Yout-Tube-Videos und dokumentiert, dass die Ladeinfrastruktur auch für e-Trucks nicht nur im Pendelverkehr zwischen zwei/drei Standorten, sondern auch im klassischen Stückgut-Fernverkehr in Europa schon jetzt gut nutzbar ist. Er ist im übrigen der Meinung, das Megawatt-Laden zwar nice to have, aber überhaupt nicht notwendig sei, weil nach 4,5 Stunden Fahrt ohnehin eine Pause von 45 Min vorgeschrieben ist, die man zum Nachladen nutzen kann. Auf den langen Touren kommt er so ohne Probleme auf Tages-Fahrleistungen von bis zu 700-750 km in 9-Stunden-Schichten.
Nebenbei hat er eine Lade-App speziell für Elektro-LkW-Fahrer entwickelt, in der europaweit alle geeigneten Ladestationen aufgelistet sind bzw. noch werden sollen.
Nanno Janssen ist eine der deutschen Speditionen, die konsequent auf E-LkW umsteigen. Bis Ende des Jahres werden im Fuhrpark 50 E-Sattelzugmaschinen sein ganz unterschiedlicher Fabrikate (IVECO, DAF, Scania und Daimler-Trucks). In der Zentrale sind 12 Ladestationen aufgebaut, die überwiegend mit selbsterzeugtem Strom (1 Windrad, PV-Anlage) versorgt werden.
Ich packe es mal hier herein, auch wenn es sich nicht um Trucks handelt, sondern um E-Busse:
ADL, ein britischer Hersteller von Bussen, liefert erste E-Doppeldecker-Busse nach Hongkong. Interessant dabei: die wegen der besonderen klimatischen Bedingungen anspruchsvolle Antriebstechnik kommt aus Deutschland, von Voith in Heidenheim.
Es geht los mit den MW-Ladestationen für den LkW-Fernverkehr. Ist auch nötig und natürlich lukrativ für die Betreiber, denn dort wird bei jedem Ladevorgang richtig Strom abgesetzt.
Die DHL startet den Aufbau eigener LkW-Ladeparks. Der erste startete jetzt im Paketzentrum Aschheim bei München. Bis 2027 sollen es bundesweit 170 Lademöglichkeiten geben. Jede Ladesäule von Alpitronic bieten eine Ladeleistung von 400 kW.
Bislang hat die DHL 17 E-LkW im Einsatz, weitere 42 sind bei dem Dienstleister HyLane (der neben den H2-Trucks nun auch E-Trucks anbietet) bestellt.
Mag sein. Die H2-Trucks sind auch über Hylane zur Verfügung gestellt. Die bieten ja auch eine Vollversorgung inkl. Tarif-Vereinbarungen für den Kraftstoff. Diesen Preis für H2 hat Hylane nun für seine Vertragskunden in der Region Düsseldorf und Rhein-Neckar zusammen mit H2-Mobility auf rund 8 EUR/kg gesenkt, um wettbewerbsfähiger bei den Betriebskosten zu werden.
Die H2-Trucks sind übrigens von Hyundai in der mittleren Gewichtsklasse. Neuerdings vermitteln sie auch IVECO-H2 E-Way Trucks für den Fernverkehr.
Da Hylane aber auch gemerkt hat, dass der Trend zur Batterie geht, haben sie ihr Geschäftsmodell auf E-Trucks erweitert. Gute Entscheidung von der cleveren Geschäftsführerin Dr. Sarah Schiffer.
Die DHL Supply-Chain, ein Tochterunternehmen der DHL-Group für Transportdienstleistung für Unternehmen und Industrie, flottet den ersten Tesla-Semi in ihre Flotte ein, nachdem sie den - Vorserienfahrzeug - ausführlich getestet hat. DHL hatte bereits 2017 zu den ersten Bestellern des Trucks gehört (10 Stück), musste aber - wie alle anderen - lange warten. Das Unternehmen unterhält bereits eine Flotte von 150 E-Trucks untrschiedlicher Hersteller in den USA. Wenn der Tesla-Semi dann mal in die Serienfertigung geht - angekündig wurde das für 2026 nun - sollen weitere folgen.
Noch eine Bemerkung zur Effizienz: lt. Aussage von DHL zeigte der Tesla-Semi einen Verbrauch von umgerechnet 1,07 kWh/km bei einem Gesamtgewicht des Zuges von 34 Tonnen. Wenn ich das vergleiche mit den Verbräuchen vom eActros 600, den der Elektrotrucker fährt mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 42 Tonnen, dann klingt das nicht besonders effizient. Der fährt meist mit weniger Verbrauch durch Europa.
Solche Berichte sind extrem wichtig. Noch wichtiger sind natürlich die Speditionsunternehmen und deren Fuhrparkleiter. Und überaus wichtig sind die Management-Abteilungen der LkW-Hersteller. Letztere sind wahrscheinlich die Schwachstelle, wie meist in der Automobilbranche. Aber vielleicht haben sie diesmal schon geschaltet. Die Modelle sind entwickelt, und man kann nur hoffen, dass sie schnell die Fertigung so skalieren, dass die Preise wettbewerbsfähiger werden. Passiert das zu spät, fällt der Markt auch in Europa an die Chinesen.
Aber noch sind die Chancen groß, trotz der politischen Nebelkerzen der ewig gestrigen CDU und anderer Akteure in Deutschland und Europa.
Die Hoffnung auf eine schnelle Energiewende im Transportwesen liegt eindeutig in der Kosteneffizienz. Hier geht es um die TCO, hier wird gerechnet. Die Maut liegt bei 0,31 EUR/km. Da liegt zumindest bis 2031 ein enormes Sparpotenzial.
Leider ein Designwerk weniger.
Hoffe dem Fahrer geht’s den Umständen gut.
Sperrung war zwar leider recht lange, aber man sieht, dass die Löschkonzepte funktionieren und selbst so eine heftige Akkuhavarie gut beherrschbar ist.
Der Titel ist zwar starkes Clickbait, aber die Explosionsgefahr bezieht sich eigentlich nur auf die Ladung.
Vor ein paar Tagen gab es Proteste u.a. der Gewerkschaft EVG gegen die Bahn, weil die E-Busse bei BYD bestellt hat. Das sei mangelnder Patriotismus, hieß es u.a.
Nun stellt sich heraus, dass der Rahmenvertrag mit BYD nur einen kleinen Bruchteil, nämlich 5 % der Gesamtbestellung der DB ausmacht. Es handelt sich dabei um kleinere Flotte elektrischer Überlandbusse, die BYD in Ungarn herstellt.
Insgesamt bestellte die Bahn per Rahmenverträge rund 3.300 Busse, überwiegend vollektrische, und das Hauptkontingent landete bei MAN in München. Nachrangige Rahmenverträge gingen an Zhongton aus China, Daimler-Buses, IVECO und Scania.