Ich möchte meine Erfahrung auf der Langstrecke mit dem XPENG G6 FL teilen. Die Fahrt ging von Stuttgart nach Erfurt, insgesamt etwa 350 Kilometer. Das Wetter war kühl mit rund 6 Grad und durchgehendem Regen. Wir waren zu zweit unterwegs und hatten nur leichtes Gepäck dabei, im Grunde nur einen Trolly.
Mir ist aufgefallen, dass die Topographie auf der Strecke offenbar nicht berücksichtigt wird. Das Navi zeigte bei der Abfahrt an, dass ich die Ladesäule in Zella Mehlis mit etwa 10 Prozent Rest erreichen würde. Diese Säule liegt ungefähr 270 Kilometer vom Start entfernt.
Am Ende der Strecke ging es jedoch auf den letzten 5 Kilometern bergauf. Dabei fiel die Restanzeige so schnell, dass man kaum zuschauen konnte. Rund 500 Meter vor der Ladesäule stand der Akku bei 0 Prozent. Die Leistung wurde sofort reduziert und trotz vollständig durchgetretenem Pedal fuhr der Wagen nur noch etwa 20 Kilometer pro Stunde. Ich habe den Warnblinker eingeschaltet und gehofft, dass es noch reicht. Wir haben es zum Glück gerade noch zur Säule geschafft.
Die Geschwindigkeit war im LCC auf 130 Kilometer pro Stunde eingestellt und wurde nie überschritten. Mir ist klar, dass das Wetter ungünstig war, doch sowohl Verbrauch als auch Reichweite waren enttäuschend.
Ich komme von Tesla (Model 3) und fahre diese Strecke 5 bis 6 Mal im Jahr. Dort passten die Prognosen bisher immer, da sowohl Topographie als auch Wetter in die Berechnung einfließen. Auch die Reichweite war bei vergleichbarem Wetter deutlich besser, der Versuch lag bei 18 KW/h bei gleicher Fahrweise. Mit dem Tesla war es kein Problem, mit weniger als 5 Prozent an einer Säule anzukommen. Beim G6 würde ich nach dieser Erfahrung nicht unter 10 Prozent planen. Wir finden das Auto trotzdem toll, aber wir müssen uns offenbar etwas umstellen und künftig konservativer planen.
Dazu kam, dass wir unterwegs Schwierigkeiten hatten, die richtige Temperatureinstellung zu finden. Meistens war es zu kalt im Auto. Ich habe zwischendurch immer wieder auf MAX Heizen gestellt, um es wieder aufzuwärmen. Anschließend habe ich auf 27 Grad gestellt und trotzdem wurde es nach etwa 30 bis 40 Minuten wieder kühl.
Dabei ist mir etwas Positives aufgefallen. Es gibt ein Gebläse, das die vorderen Seitenscheiben direkt aus der Tür heraus anbläst. Das habe ich so bisher bei keinem Auto erlebt. Eine sehr gute Idee. Dieses Gebläse aktiviert sich automatisch, wenn man den Schalter für die Frontscheibe zur Entfeuchtung drückt.
Dieser Beitrag soll einfach als Orientierung für alle dienen, die neu hier sind. Es sind natürlich rein subjektive Eindrücke und eine persönliche Einschätzung.
Ich freue mich trotzdem schon auf die nächste Langstrecke in 2 Wochen. Dann geht es nach Berlin und ich suche mir einfach andere Ladepunkte aus als die, die ich damals mit dem Tesla genutzt habe. Das passt dann schon. Die Ladeleistung begeistert mich jedes Mal aufs Neue.
Hier noch die Verbräuche für den Hinweg:
und den Rückweg (der sogar noch höher war…)









