Reisebericht aus China: Warum XPENG (und alle anderen) es im Ausland so schwer haben

Ich könnte hier auch noch sehr viel dazuschreiben, halte mich aber solange zurück, bis @RunFreakinFast hier seinen letzten Bericht veröffentlich hat.
Seine Beiträge sind für mich zwar außergewöhnlich lange, aber sehr spannend und kurzweilig zu lesen. :waving_hand:
Hintereinander ausgedruckt hat das schon fast einen Buchbinde-Charakter mit dem Titel:
„Chinas Elektrische gegen den Rest der Welt“ :rofl:

Heute Abend kann ich ein bisschen mehr über XPENG berichten. Hatte heute Mittag zwei Stunden Zeit - die habe ich auch komplett im XPENG Store verbracht. Eine junge Dame hat mich sehr motiviert, zeitgleich merklich “einprogrammiert” durch M03, NextP7, P7+ und X9 geführt. Wenn ich im Hotel Zeit finde, schreibe ich heute Abend (Euer Mittag) was zusammen mit Bildern/Videos.

Vorgeschmack:

Ich bete zum Lieben Herrgott, dass Dir die Geduld für das Erstellen Deiner Beiträge nicht ausgeht. :folded_hands:

Mich würden Infos zu den kommenden Modellen unterhalb G6 interessieren.
Davon hört man in De leider noch sehr wenig.

Vor allem ob diese dann mit 400V kommen oder sehr abgespeckt sind.

Aber ich weiß schon das es da noch wenig belastbare Infos gibt. :wink:

Hier musste ich dann doch schmunzeln. Auch das wird immer weniger … zumindest hier in Big-City.

Aber auch von mir vielen Dank für deine interessanten Berichte @RunFreakinFast

Der Zug ist abgefahren. Deutschland ist schon seit 10 Jahren abgehängt und holt das nicht mehr auf.

Wie angekündigt hatte ich heute Mittag eine Lücke von zweieinhalb Stunden zwischen zwei Terminen und habe davon zwei Stunden genutzt, um mir einen XPENG Showroom hier in Shenzhen von innen anzusehen. Zu jedem Fahrzeug mache ich einen eigenen Beitrag, damit sich jeder rauspicken kann, was ihn interessiert. Hier erstmal die Eindrücke zum Showroom selbst und wie das System hier funktioniert.

Im Showroom waren vier Fahrzeuge ausgestellt: ein Mona M03, ein neuer P7 (Next Gen), ein P7+ und ein X9 in der Elektro/Verbrenner Version. Für diese vier Autos waren fünf Verkaufsberater vor Ort. Bis auf eine Person alle sehr jung, ich würde schätzen Anfang bis Mitte zwanzig, könnten durchaus Studenten sein. Englisch spricht auch hier niemand, aber ich habe mittlerweile meinen Live Translator im Griff, der bidirektional übersetzt, und das funktioniert inzwischen so flüssig, dass man tatsächlich richtig gute Gespräche führen kann. Absoluter Gamechanger, wer mal nach China kommt, unbedingt vorher oder direkt hier besorgen.

Kaum hatte ich mich dem Mona M03 genähert, kam eine junge Dame auf mich zu und hat mich direkt eingeladen, mich reinzusetzen, sie zeigt mir gerne alles. Und dann hat sie sich tatsächlich die vollen zwei Stunden Zeit genommen. Jedes Auto, jede Funktion, Kofferraum, Fahrerraum, hintere Sitzreihe, Sitzverstellungen, Infotainment. Sie war in allem absolut sattelfest, wusste bei jedem Modell exakt, welche Taste was macht, welches Feature in welcher Ausstattung verbaut ist, wo die Unterschiede zwischen den Modellen liegen. Das Produktwissen war beeindruckend, wirklich auf einem Niveau, das ich bei deutschen Händlern so NIE erlebe. Und sie war dabei nicht aufdringlich, sondern aufrichtig interessiert, auch daran, welche Modelle wir in Europa haben und wie die dort ankommen.

Was mir dabei besonders aufgefallen ist: “Gedrückt” hat sie eigentlich kaum etwas. Die machen hier wirklich alles per Sprachsteuerung. Kofferraum auf, Radio an, Fenster runter, Klimaanlage auf 22 Grad, nächste Ladestation suchen, alles per Sprache, und das in einer Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit, die mich ehrlich beeindruckt hat. Man merkt, dass das System für den chinesischen Markt auf Sprachbedienung optimiert ist und die Leute das hier auch genauso nutzen. Bei uns tippt und wischt man, hier redet man mit dem Auto. Das ist ein fundamental anderer Ansatz, und er funktioniert. Ich habe es im G6 meiner Frau bisher zu wenig genutzt, glaube aber auch, dass es bei uns nicht auf dem Niveau ist wie hier in China.

Zwischendurch hat sie mir immer wieder Wasser angeboten, das gehört hier einfach zum Ablauf. Man fühlt sich tatsächlich wie ein Gast, nicht wie ein Kaufinteressent, der durch einen Verkaufsprozess geschleust wird.

Ein paar Dinge, die mir zum Ablauf und zur Struktur aufgefallen sind, weil das schon sehr anders läuft als bei uns:

Die Showrooms hier sind keine klassischen Autohäuser am Stadtrand mit Werkstatt hinten dran. Das sind Stores in Shopping Malls oder in zentralen Einkaufsstraßen, auf Augenhöhe mit Apple, Huawei oder Xiaomi. Man stolpert quasi beim Bummeln zwischen Adidas und Prada Store rein. Das Konzept kennt man von Tesla und NIO, aber hier ist es wirklich flächendeckend Standard bei allen Marken. Der Gedanke dahinter ist klar: Das Auto soll ein Lifestyle Produkt sein, kein Termin beim Händler.

Es gibt keine Werkstatt, kein Ersatzteillager, keine Gebrauchtwagen auf dem Hof. Der Showroom ist rein für Produktpräsentation und Beratung da. Service und Reparaturen laufen laut dem Mädel über separate Servicestandorte. Das ist eine konsequente Trennung von Vertrieb und Aftersales, die man hier bei allen chinesischen EV Marken so sieht.

Was mir auch aufgefallen ist: Alles läuft über das Smartphone. Der Berater scannt deinen WeChat QR Code, und ab dem Moment bist du im System. Probefahrt buchen, Konfiguration speichern, Finanzierung anfragen, alles digital über die App. Es gibt keinen Papierkram, keinen Kugelschreiber, kein „ich drucke Ihnen mal ein Angebot aus". Das ist komplett papierlos. Ob das jetzt besser oder schlechter ist als unser System, sei dahingestellt, aber es ist konsequent durchgezogen und passt zum digitalen Ökosystem, das ich in den letzten Tagen hier überall erlebt habe.

Preisschilder stehen an jedem Fahrzeug, es gibt eine Basisversion und verschiedene Ausstattungspakete, aber das Verhandeln wie beim deutschen Händler findet hier nicht statt. Der Preis ist der Preis - PUNKT. Mal gibt es zeitlich begrenzte Aktionen oder Zubehörpakete obendrauf, aber Rabattgespräche wie bei uns sind hier eher unüblich. Das kennt man ja auch von Tesla.

Was mich über den Showroom Besuch hinaus immer wieder berührt auf dieser Reise: Wenn man den kleinen Schatten der Sprachbarriere überwindet, merkt man, wie ähnlich wir uns menschlich doch sind. Kulturell liegen Welten zwischen China und uns, keine Frage. Aber es scheinen die gleichen Herzen in der Brust zu schlagen. Die Begeisterung für Technik, der Stolz auf das eigene Produkt, die Neugier auf den Besucher aus Europa, die Offenheit, Menschlichkeit und Gastfreundschaft - zumindest Dinge, mit denen ich mich voll identifizieren kann. Die junge Frau im Showroom hat mit leuchtenden Augen erklärt, was das Auto kann, und wollte ehrlich wissen, wie es bei uns in Deutschland mit XPENG läuft. Das ist eine Verbindung, die keine App übersetzen muss.

Das hatte ich interessanterweise so nicht, als ich noch in den USA gelebt habe, trotz fehlender Sprachbarriere. Manchmal braucht es offenbar die gemeinsame Anstrengung, sich zu verstehen, um sich wirklich näherzukommen.

In den nächsten Beiträgen dann die Details zu den einzelnen Fahrzeugen. Fangen wir mit dem Mona M03 an.

Und keine Sorge, ich tippe das nicht alles ein. Ich diktiere in ein Word Dokument, verfeinere dann nochmal per Hand und so habe ich eine solche Zusammenfassung in 15-20 Minuten Fertig. Finde es schön, meine Tage hier nochmal zu reflektieren, sind wirklich spannende Eindrücke.

Was mir nochmal als Gedanke kam, du hattest berichtet in einer deiner ersten Posts, dass die Produktzyklen enorm kurz und dynamisch sind. Und das die Fahrzeuge schnell weitergegeben werden, weil es dann schon wieder neue Modelle gibt.

Dabei kam mir der Gedanke, dass wir hier in Europa doch etwas anders mit solchen Anschaffungen umgehen. Wenn wir ein Auto kaufen (Firmenkauf mal außen vor), dann wollen wir sehr lange damit fahren.

Ich frage mich, ob die Qualität der Autos aus China hierfür ausgelegt ist. Oder sind sie eher auf 4-5 Jahre (wohl teilweise “Italien-Style” Nutzung :wink: ) ausgelegt?

Es gibt doch genug Videos auf YouTube, die genau das auch den deutschen Herstellern unterstellen (ich weiß nicht, ob man das nachweisen kann und ob es auch Videos gibt, in denen Beweise angeführt werden) - das Auto ist auf den ersten (sehr oft Leasing-)Besitzer ausgelegt, also für 3-4 Jahre Haltedauer. Danach ist es egal. Also schlechter können es die Chinesen auch nicht machen. Und sie geben viel länger Garantie als die deutschen.


Mona M03

WICHTIGER HINWEIS: ALLES WAS IHR HIER SEHT UND LEST SIND CHINESISCHE KONFIGURATIONEN. ES GIBT KEINE GARANTIE, DASS DAS 1:1 SO BEI UNS IN EUROPA KOMMT. ICH MÖCHTE KEIN FALSCHES ERWARTUNGSMANAGEMENT BETREIBEN. MEINE PERSÖNLICHE EINSCHÄTZUNG: WENN WIR MIT 80% DESSEN RECHNEN, WAS HIER VERBAUT UND VERFÜGBAR IST, DÜRFTEN WIR FÜR DIE MODELLE DIE BEI UNS KOMMEN GUT HINKOMMEN.

Kurz vorab: Ich hatte echt Glück. Der Mona M03 im Showroom ist laut der Verkäuferin erst gestern angeliefert worden. Wäre ich einen Tag früher da gewesen, hätte ich ihn verpasst.

Erster Eindruck: Größer als man denkt

Von außen wirkt der Mona M03 kompakt, keine Frage. Aber sobald man einsteigt, merkt man, dass hier deutlich mehr Platz ist, als die äußeren Abmessungen vermuten lassen. Die Raumökonomie ist wirklich gut gelöst. Natürlich ist das kein G6 oder P7+, aber man fühlt sich drin nicht eingeengt, auch nicht als größerer Fahrer. Der Platz in der hinteren Reihe hat mich ehrlich überrascht, da sitzt man absolut ordentlich, mit vernünftiger Bein und Kopffreiheit. Was fehlt, ist eine ausklappbare Armablage hinten, das ist einer der wenigen Punkte, wo man merkt, dass das ein preislich aggressiver positioniertes Fahrzeug ist.

Innenraum und Anmutung

Die Verarbeitungsqualität innen steht dem G6 in nichts nach, und das meine ich ernst. Materialien, Haptik, Spaltmaße, das ist auf einem Niveau, das man in dieser Preisklasse nicht erwartet. Das Display ist optisch gefühlt nicht kleiner als im G6 und dominiert die Mittelkonsole, ein Instrumentendisplay fehlt aber komplett, HUD gibts nicht. Interessantes Detail: Der Mona M03 ist laut der Verkäuferin das erste XPENG Modell, bei dem die Mittelkonsole eine Trennung hat und nicht durchgehend gestaltet ist. Oben beim Wireless Charger gibt es eine Lücke zwischen Armaturenbrett und Ablage, das schafft optisch etwas Leichtigkeit und ist gleichzeitig praktisch, weil man kleine Gegenstände durchreichen kann.

Der Wireless Charger sitzt auf der Fahrerseite und schafft bis zu 50W Peak, wenn man denn ein Gerät hat, das die Energie ohne Kabel schluckt. Einen zweiten Ladeplatz auf der Beifahrerseite gibt es hier allerdings nicht. Das Handschuhfach öffnet man manuell per Klappe, während es bei den anderen Modellen elektrisch geht, auch hier ein kleines Zugeständnis an die Positionierung.

Die Türen öffnet man nicht per Knopfdruck wie bei den größeren Modellen, sondern über einen Zughebel. Der ist aber wirklich schön gelöst, fühlt sich wertig an und fügt sich gut ins Design ein. Kein elektrischer Rückspiegel, dafür ein ordentliches Panoramadach, das dem Innenraum Luft und Licht gibt.

Technik

Hier wird es spannend: Der Chip der Haupteinheit ist laut Verkäuferin derselbe wie im neuen P7. Die Turing Chips für autonomes Fahren gibt es je nach Ausstattungsserie dazu oder eben nicht. Alle Modelle im Showroom liefen auf der neuesten XOS 6 Version. Das bedeutet, auch der Mona M03 als Einstiegsmodell bekommt die volle Softwareplattform und wird nicht mit einer abgespeckten Version abgespeist. Das ist ein wichtiger Punkt, weil es zeigt, dass XPENG die Philosophie fährt, die Softwarebasis über alle Modelle hinweg einheitlich zu halten. Updates und Weiterentwicklungen kommen damit perspektivisch allen Fahrzeugen zugute.

Der Mona M03 läuft auf einer 400V Architektur, nicht auf 800V wie der G6 oder P7+. Das Laden von 20 auf 80% soll laut der jungen Dame rund 28 Minuten dauern. Getestet habe ich das natürlich nicht, aber selbst wenn man einen realistischen Aufschlag draufrechnet, ist das für die 400V Klasse ein solider Wert.

Sound

Einer der größten Überraschungsmomente war das Audiosystem. Der Mona M03 kommt mit einem XOPERA System, und das klingt, ehrlich gesagt, absurd gut für ein Auto in diesem Segment. Brutaler, sauberer Bass, Höhen und Mitten auf Klasse Niveau. Wenn man bedenkt, dass das preislich gegen einen VW ID.3 oder vergleichbare Fahrzeuge antritt, ist das Audiosystem allein schon ein Statement. Die Verkäuferin hat mir verschiedene Musikrichtungen vorgespielt und jedes Mal den Equalizer live angepasst, das System reagiert feinfühlig und hat auch bei hoher Lautstärke nicht verzerrt.

Kofferraum

Der Kofferraum öffnet sich wie bei einer typischen Schräghecklimousine. Hat mich stark an meinen früheren Audi A5 Sportback erinnert: Durch das Schrägheck bekommt man bei umgeklappter Rückbank problemlos zwei Fahrräder rein, aufeinandergelegt, das ging beim A5 genauso. Unter der Kofferraumabdeckung gibt es einen doppelten Boden, der tiefer ist als man auf den Fotos vielleicht erkennen mag und noch ein gutes Stück nach hinten geht. Da passt einiges rein, was man nicht lose im Kofferraum liegen haben will. Einen Frunk hat der Mona M03 laut Verkäuferin nicht.

Positionierung und mein Fazit

Die Verkäuferin hat den Mona M03 als Auto für junge Frauen beschrieben, die es nutzen um sich mit Freundinnen zu treffen oder zum Einkaufen zu fahren. Das ist die chinesische Marketingbrille und wahrscheinlich auch der Realität hier geschuldet. Aber wenn ich mir das Auto mit europäischen Augen anschaue, ist das ein vollwertiges, technisch hochaktuelles Fahrzeug, das bei stimmendem Preis in Deutschland jedem ID.3 die Wurst vom Brot zieht. Bessere Verarbeitung, besseres Infotainment, besseres Soundsystem, gleiche Softwareplattform wie die großen Modelle. Wenn XPENG den clever bepreist, wird der Mona M03 ein echtes Argument.

Zu den anderen Fahrzeugen dann morgen mehr, ist hier jetzt schon spät. Der neue P7, der P7+ und der X9 folgen.

Das Lenkrad ist schöner als im G6. Allgemein wirkt der Wagen sehr wertig, echt schick!

Ich denke, wenn sie die Mona hier verkaufen (+parallel über Direkt und Popupstores) für um 30k€ (vielleicht in Spanien hergestellt?), dann kann das echt ein Gamechanger werden.

Sehr guter Punkt, und ich glaube die Antwort ist differenzierter als man erstmal denkt. Wobei auch hier, nur weil ich jetzt in China bin, habe ich die Weisheit nicht mit Löffel gefressen, das nur meine persönliche Einschätzung/Einordnung auf Basis dessen, was ich sehe und mitbekomme:

Die kurzen Produktzyklen hier bedeuten nicht, dass die Autos schlechter gebaut sind. Das ist ein Denkfehler, dem man leicht erliegt. Die Zyklen sind deshalb so kurz, weil der Wettbewerb so brutal ist und die Kunden hier ständig das Neueste wollen. Das ist ein Konsumverhalten Thema, kein Qualitätsthema. Die Chinesen geben ihre Autos nicht nach drei Jahren ab, weil sie auseinanderfallen, sondern weil es schon wieder ein neues Modell mit mehr Reichweite, besserem Chip oder hübscherem Bildschirm gibt und der Gebrauchte eh kaum noch was wert ist, wie ich vorher beschrieben hatte. Das treibt den Zyklus.

Man muss auch bedenken: Ein Elektroauto hat grundsätzlich weniger Verschleiß als ein Verbrenner. Kein Getriebe das kaputtgehen kann, kein Zahnriemen, keine Kupplung, kein Auspuff der durchrostet. Die kritischen Komponenten sind Batterie und Elektromotor, und die sind bei XPENG mit 7 bzw. 8 Jahren Garantie abgesichert .

Der „Italien Style" Vergleich ist lustig, aber ich glaube der greift hier nicht. Das wäre eher zutreffend für einige der wirklich billigen Marken am unteren Ende des Marktes, die hier auf reinen Preis getrimmt sind. Die sehen wir in Europa aber erst gar nicht weil sie hier schon untergehe n.

Kurzum: Ich glaube fest daran, dass ein heute gekaufter XPENG problemlos 10+ Jahre und deutlich über 200.000 km halten kann. Es wir immer das Montagsauto geben. Die Frage ist nicht ob das Auto das aushält, die Frage ist eher ob man in 8 Jahren noch die neueste Software bekommt. Aber das ist eine andere Diskussio n.

Mehr dazu gibts hier: https://xpeng-fahrer.de/t/naechstes-sw-update-geruechtekueche-tratsch/

:laughing:

Genau eine solche Antwort habe ich erwartet :wink: . Das Narrativ “Temu-Auto” ist ja noch da - bis man merkt, wie viel mehr man bei einer deutschen Marke für den Verwaltungsapparat bezahlt.

Da es in China offenbar schnellere Zyklen gibt, würde mich das Recyclingskonzept dort interessieren. Gibt es sowas wie “E-Autorücknahmepflichten” mit Recyclepflicht? Denn es sollte eine Menge anfallen bei solchen kürzeren Zyklen. Eventuell haben Hersteller auch Interesse daran, diese Materialien zurückzubekommen?

Super interessanter Bericht, vielen Dank!

Das hatte mich auch gleich interessiert und habe einen Geschäftskontakt vor ein paar Tagen dazu befragt. Tatsächlich ein Thema, das die chinesische Regierung sehr ernst nimmt. Deutlich ernster, als man es vielleicht aus europäischer Perspektive erwarten würde.

China hat gerade im Januar neue, deutlich verschärfte Regelungen verabschiedet, die ab April glaube ich in Kraft treten. Die Kernpunkte: Batteriehersteller und Fahrzeughersteller sind gesetzlich verpflichtet, ausgediente Batterien zurückzunehmen. Punkt. Keine freiwillige Selbstverpflichtung, keine Richtlinie, sondern eine klare gesetzliche Pflicht. Die Hersteller müssen eigene Rücknahme Servicestationen in den Regionen aufbauen, in denen ihre Batterien verkauft werden. Batterien dürfen nicht einfach separat entsorgt werden, sie müssen beim Verschrotten im Fahrzeug verbleiben und werden als Einheit dem Recycling zugeführt. Dazu wird ein nationales Tracking System aufgebaut, das jede Batterie über ihren gesamten Lebenszyklus verfolgt, von der Produktion über Verkauf, Reparatur, Austausch bis zur Verwertung. Jede Batterie bekommt quasi einen digitalen Pass. Und digitale Kontrolle können die hier gut.

Was mich persönlich beeindruckt: Die Geschwindigkeit, mit der hier reguliert wird. In Europa diskutieren wir noch über Batteriepass und Lieferkettengesetz, hier werden innerhalb von Monaten neue Vorschriften erlassen und umgesetzt. Man kann von China vieles kritisieren, aber bei der Durchsetzung von Industriepolitik sind sie einfach schneller. Ob alles davon auch in der Praxis lückenlos funktioniert, steht natürlich auf einem anderen Blatt, aber der regulatorische Rahmen ist gesetzt und er ist strenger als das, was wir in Europa aktuell haben. Ich sitze selbst im Kreistag - da haben wir die letzten 6 Monate darüber diskutieren müssen, ob wir die Satzung des Jugendparlaments jetzt “Gendern” oder nicht :man_gesturing_ok:

Ich bin hier mal klar und direkt: satte, “überfressene” Gesellschaft vs. agiles, zentral gesteuertes Modell. Hat alles seine Vor- und Nachteile, aber satt sein und dabei die Wirtschaft zerstören ist im sinkenden Boot sitzen.

Leider kommen die ersten 4 Bilder von der Totale des Autos aufgrund Verzerrungen für mich nicht soweit rüber, als dass ich mir ein halbwegs objektives Bild über die Dimensionen einzelner Bereiche machen kann. Das kann ich aber vielleicht im Internet nachholen.
Möglicherweise liegt das aber auch daran, dass es dieselbe Farbe wie unser G6 ist, was (laut Aussage meiner Frau) derzeit DAS BESTE AUTO DER WELT ist.
Und dazu kann und will ich nicht widersprechen. :rofl:

Die sachlichen Inhalte sind inkl. nachfolgender Bilder von Dir sehr gut beschrieben, das taugt absolut für mein Kopfkino. :+1:

Das lässt mich doch wieder ruhiger schlafen und reduziert in mir das Gefühl, mit zunehmendem Beifall Druck auf Deine Berichterstattung ausgeübt zu haben. :laughing:
(ich bin da noch „Old-School“ und schreibe meine Texte noch ganz altmodisch mit einem Zweifingeranschlag auf einer mechanischen Tastatur. :smiling_face_with_sunglasses:)

Du sitzt in einer Demokratie im Kreistag. Wenn es in China so etwas wie einen Kreistag geben sollte, sagt der Chef der Partei wo es lang geht. Punkt. In deinem Kreistag wird diskutiert, man bildet sich eine Meinung und die Mehrheit beschließt. Das ist zwangsläufig langsamer als in China. Viel langsamer. Deshalb.

Die Frage ist, ob wir damit in einer globalen, schnelleren Welt noch wettbewerbsfähig bleiben können.

Disclaimer: Ist kein Statement zu einem totalitären System. Wie Churchill einst sagte: Demokratie ist noch das kleinste Übel von allen Systemen. :wink: