Tempolimit

Punkt 1: Deutschland ist neben Papua Neuginea und Nordkorea das einzige Land auf diesem Planeten ohne Tempolimit auf Autobahnen. Das funktioniert im Großen und Ganzen auch. Die dummen Raser gibt es eben überall. Und natürlich kann man auch Tempolimits auf Autobahnen überwachen. Warum nicht.

Punkt 2: Selbstverständlich ist langsamer fahren eine einfache Lösung: Es gibt weniger Unfälle, weniger Tote. Das ist doch in dem Artikel gut dargestellt. Was daran dumm sein soll, erschließt sich mir nicht.

Fakt ist und dazu gibt es sicher auch irgendwo eine Statistik, dass auf Landstraßen überhöhte, respektive den Straßenverhältnissen nicht angepasste Geschwindigkeit die Hauptunfallursache ist. Unfälle also häufig durch dumme Raser verursacht werden. Dem hilft ein Tempolimit nicht ab, aber, wenn LKW und PKW gleich schnell fahren dürfen kann es durchaus dazu führen, dass diese ganzen bescheuerten Überholmanöver weniger werden.

Der Mann weiß schon, was er sagt, das als dumm hinzustellen, halte ich für sehr gewagt.

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Stimmt. Dazu kommt noch Abschaffung Dienstwagenregelung und Zulassungsmalus für Verbrenner zB

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Mal kurz zur Verkehrsplanung:

In Deutschland wird jede Strasse und jede Kurve ausserhalb geschlossener Ortschaften nach fahrdynamischen Gesichtspunkten geplant und gerechnet…einschließlich aller Sichtverbindungen (Knotenpunkte, etc.) und Haltewege…

In die Bemessung geht die Entwurfsgeschwindigkeit ein, die 85% aller Verkehrsteilnehmer fahren… soviel mal am Rande

Überhöhte (!) Geschwindigkeit ist ein Problem , in der Tat.

Diese fahrdynamische Planung kann in vielen anderen Ländern , z.B. im bergigen Gelände i.d. Schweiz, Österreich, Norditalien, etc … wegen Platzmangels nicht erfolgen…

deswegen werden dort teilweise auch andere Geschwindigkeitsbegrenzungen erforderlich…

und ganz ehrlich… wenn ich nachts von Pfaffenhofen nach Berlin fahre …will ich nicht mit 120 km/h auf der fast leeren Autobahn umherjuckeln müssen … und schon garnicht mit einer LKW-Geschwindigkeit von 80 km/h bis 90 km/h … !

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Zu Punkt 1: wir haben auf der Autobahn eine Richtgeschwindigkeit. Wer diese überschreitet, riskiert bei einem Unfall eine Mitschuld.
Zu Punkt 2: es ist statistisch sehr gut belegt, dass die meisten Unfälle in Deutschland Zusammenstöße an Landstraßenkreuzungen sind. Das hat erst einmal nichts mit Tempo zu tun. Was ich dumm nannte, ist die Erwartungshaltung, dass simple, pauschale Lösungen komplexe Probleme lösen. Das hat nich nie funktioniert und wird auch hier nicht funktionieren. Wem wirklich daran liegt, Unfallzahlen zu drücken, schaut sich Ursachen und Wirkungen an, und kommt dann sehr schnell zu der Erkenntnis, dass verschiedene Ursachen nicht die selbe Lösung brauchen.

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Dies wären Steuerungsinstrumente, die aus Meiner Sicht viel sinnvoller wären, ja.

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Wenn ich sehe, wie sich das permanente Mittelspur-Fahren(*) in den letzten Jahren immer stärker durchsetzt, wünschte ich mir inzwischen freie Spurwahl wie in den USA. Das ist dort so entspannt. Tempomat rein und einfach auf der Spur bleiben. Und alle fahren fast gleich schnell.

(*) Ich glaube, dass das verstärkte Mittelspur-Fahren sich durch die zunehmende Nutzung von LCC/ACC so ausgebreitet hat. Es funktioniert einfach viel besser, wenn man stur in der Mitte bleibt, als wenn man dauernd zurück auf die rechte Spur fährt und dann einer links mit 0,5km/h Differenz vorbeischleicht, während man auf einen LKW auffährt und bremsen muss.

Die meisten Mittelspurschleicher, die ich wahrnehme, sind keine Fahrzeuge, die so etwas haben. Das ist eher Opa in seinem champagnerfarbenen Golf Plus, und der fährt da weil er schon immer da gefahren ist.

DerMartin

Wenn ich mich recht entsinne, dann war die A24 auf weiten Strecken “Feuer frei”. Entsprechend war das Unfallgeschehen. Das wurde dann durch Tempolimits eingehegt. Die Unfallrate sank dermaßen, dass den Behörden der Grund für das Tempolimit abhanden gekommen war. Man nahm es wieder weg.

Will sagen: Tempolimits scheinen das Unfallgeschehen auf der BAB positiv zu beeinflussen, völlige egal, wie das Unfallgeschehen auf der Landstrasse ist.

Und ja, manchmal klären simple Lösungen komplexe Probleme.

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Das stimmt auch wieder :rofl:

Das ist mir zu einfach. Die Wahl ist doch nicht „macht was ihr wollt“ oder „alle 100“. Moderne Verkehrsleitung geht anders. Wenn der Verkehr dicht ist und es gefährliche Knotenpunkte gibt, müssen diese natürlich entsprechend geregelt werden. Das bedeutet aber nicht, dass starre Dauerlimits die Lösung sind.

Ja… die A24 wurde zu Adolfs Zeiten gebaut… … die Kriterien für die Planung waren damals andere… 4-streifig ( 2 Fahrspuren je Richtung) …

…und … die A24 ist auch eine sehr viel befahrene Autobahn… und von überdurchschnittlich viel Schwerlastverkehr gekennzeichnet.

Das individuelle Problem bei der A24 ist die Geschwindigkeitsdifferenz zwischen der rechten Fahrspur und der linken Fahrspur gewesen… was maßgebliche Ursache für das Unfallgeschehen war.

Dies hat dazu geführt, dass man die beiden Fahrstreifen einander anpassen wollte. Deswegen die Begrenzung der Geschwindigkeit … und auch die Verringerung des Unfallgeschehens…

Das kann ich aber nicht Verallgemeinern…

Da sagst Du was ganz wichtiges: bauliche Gegebenheiten sind sehr wichtig und eben nicht pauschal abhandelbar. Was auf der A24 gut sein mag, ist dies auf der A100 nich lange nicht. Außerdem habe ich das Gefühl, dass manche hier so tun als könnte man auf dem gesamten Autobahnnetz fahren wie man will. Dass das schon lange nicht mehr der Realität entspricht, dürfte aber jedem Bekannt sein. Und in der Regel läuft es dort am besten, wo mit LED-Brücken dynamisch auf das Verkehrsgeschehen reagiert wird.

Wobei die Geschwindigkeitsdifferenzen zwischen den einzelnen Fahrspuren wirklich ein Problem darstellen…

…deswegen befürworte ich auch eine aktuell auf das jeweilige Verkehrsgeschehen bezogene Geschwindigkeitsregulierung …wie wir sie von den Schilderbrücken schon auf einigen weiten Teilen der BAB inzwischen kennen…

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Absolut. Dass es komplett hirnrissig ist, auf zweispurigen Autobahnen mit 200 an einer LKW-Kolonne vorbeizuknallen ist auch komplett indiskutabel. Aber das ist ja genau das, was ich die ganze Zeit schon predige: das Problem ist komplex, und plumpe Lösungen sind keine.

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Von Autobahnen und 90 hat doch keiner was geschrieben. 130 wäre schon mal was. Wenn Du von Kaiserslautern nach Barcelona fährst, juckelst du wie viele Kilometer mit 130? Dass ist in Deutschland kein Tempolimit gibt ist ein schlechter Scherz.

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Doch kann man sehr wohl. Es geht um zu hohe Geschwindigkeitsunterschiede im Verkehr. Das erzeugt zusätzliche Unfälle und Tote und trägt auch zur erhöhten Emissionen bei.

Das ist alles kein “aus dem Fingern saugen”, das ist allgemeines Wissen und ebenso auch wissenschaftlich nachweisbar.

Aber ist es halt schwierig, wenn man nie Einschränkungen hatte. Klar, dass man erstmal auf die Barrikaden geht :wink:

Geschwindigkeitsunterschiede erzeugen Emissionen?
Das ist jetzt aber ne starke Behauptung.

Von einer 100 % Lösung habe ich nichts gelesen. Aber wenn ein Geschwindigkeitslimit auch nur einen Verkehrstoten weniger bringt, hat es schon seine Berechtigung.

Ein einfache Beschränkung rettet Menschenleben. Dumm bist das nicht. Dumm wäre es zu glauben, dass es mit einem Tempolimit keine Unfälle mehr gäbe. Das hat der gute Mann in dem Artikel aber nicht gesagt, wenn ich mich nicht irre.

Und an welcher Stelle habe ich dergleichen behauptet?

Wenn andere Lösungen mehr in der Richtung bewirken: nein.

Ach, jetzt ist es doch passiert und wir haben den obligatorischen Tempolimit-Endlos-Thread, der in keinem Auto-Forum fehlen darf.

Vielleicht noch ein Thread über Radfahrer oder Kampfhunde? :person_shrugging: :rofl:

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