Ganz schwieriges Statement…
Und in der Schweiz? Tempolimit auf Autobahn 120 kmh
Die ETH hat in Zusammenarbeit mit der Bundesanstalt für Strassen- und Verkehrswesen die Auswirkungen eines Tempolimits von 130 km/h auf Autobahnen untersucht:
Zusammenfassung:
Verkehrssicherheit und Unfallschwere
- Der Rückgang der gefahrenen Höchstgeschwindigkeit führt laut ETH-Forschern zu einer deutlichen Homogenisierung des Verkehrsflusses, wodurch abrupte Bremsmanöver und Spurwechsel abnehmen.[1, 2]
- Dies senkt sowohl die Unfallhäufigkeit als auch die Unfallschwere signifikant (höhere Überlebenschancen und weniger schwere Verletzungen). [1, 2]
2. Verkehrsfluss und Stauverhalten
- Studien zeigen, dass Temporeduktionen (z. B. auf 100 km/h oder 80 km/h) bei dichtem Verkehr den „Ziehharmonika-Effekt“ reduzieren. Die Fahrzeuge rücken näher zusammen, wodurch die Kapazität der Autobahn besser ausgenutzt werden kann. [1]
- Untersuchungen im Auftrag des Bundesamtes für Strassen (ASTRA) zu sehr tiefen Tempolimits (Tempo 60) ergaben jedoch, dass diese keinen klaren, reduzierenden Effekt auf bestehende Staus haben. [1]
3. Emissionen und Lärmbelastung
- Hohe Geschwindigkeiten erfordern überproportional viel Energie. Ein Tempolimit führt physikalisch zu einer messbaren Reduktion des Treibstoffverbrauchs sowie zu einer sofortigen Senkung der CO₂-, Stickoxid- und Feinstaubemissionen.
- Durch die reduzierte Geschwindigkeit verringert sich zudem die Lärmbelastung für Anwohner entlang der Autobahn. [1, 2, 3, 4]
Hier der Link zur Untersuchung:
Das passt aber dann so auch wirklich nur, wenn beide Fahrzeuge - wie hier - dieselbe Masse haben.
Ich wollte es nicht verkomplizieren.
Ich hatte darüber mal geschrieben…das stimmt solange, wie die Schwachstellen funktionieren, die den Verkehrsfluss bei zunehmenden Verkehrsaufkommen behindern… z.B. Abfahrten und an Abfahrten vorhandene Knotenpunkte ! Deswegen lassen sich die Verkehrsuntersuchungen von der Schweiz auch nicht auf andere Länder übertragen…die ein anderes Verkehrsaufkommen haben, deren LSA anders geschaltet sind, deren Strassen anders geplant sind…(Radien, Länge von Verzögerung- und Beschleunigungsstreifen, Schwerlastanteil, etc…)
Die Studie stammt von der Deutschen Bundesanstalt und es geht dabei um die Auswirkungen eines Tempolimits auf deutschen Autobahnen, nicht der Schweiz!
Inhalt/Ziel:
Im September 2024 wurde die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) vom Bundes-
ministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) beauftragt, eine Studie zu den Aus-
wirkungen einer generellen zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h auf Au-
tobahnen auf die CO2-Emissionen des Kraftfahrzeugverkehrs durchzuführen.
Jetzt hast du ihn aber ausgebremst !
Der Unsinn von irgendwelchen Studien: sie gehen davon aus, dass bei einem Tempolimit von 120 die Leute auch 120 fahren. Das ist in D definitiv falsch.
Unsere Stadt ist voll mit Metallpollern (Pfosten) am Strassenrand. Warum? Weil die Leute trotz Halteverbot parken wo sie wollen - wären da nicht diese Poller. (Witzigerweise stehen die Poller auf dem Gehweg und hindern eigentlich niemanden daran, auf der Straße zu parken)
Ähnliche Fälle hatten wir früher in der Schweiz auch. Mit regelmässigen Kontrollen, konsequenter Verfolgung von Ordnungswidrigkeiten und ggfs Strafvergehen und den horrenden Bussen hat sich das sehr schnell geklärt.
Zum einen finde ich das so als pauschale Aussage schon etwas frech, weil du offenbar davon ausgehst, dass sich niemand daran hält. Man soll doch nicht anderen Leuten etwas unterstellen oder „vorschreiben“, sondern alle Aussagen auf sich selbst beziehen - habe ich von dir gelernt ![]()
Und selbst wenn wir davon ausgehen, dass sich niemand exakt an das Tempolimit hält ist die nächstbeste und sinnvollste Annahme, dass alle soviel zu schnell fahren, dass es nur Geld kostet, aber keinen Punkt gibt. Das heißt auf der Autobahn, 20 km/h schneller als erlaubt. Wenn man das Tempolimit also von „unbegrenzt“ auf 120 senkt, reduziert man das Maximaltempo von 99% der Autofahrer (ein paar Idioten gibt es immer) von „unendlich“ (realistisch betrachtet ~200-250 km/h) auf 140 km/h. Und hat damit schonmal einen deutlich homogeneren Verkehrsfluss (und damit ein reduziertes Unfallrisiko) und reduzierte Emissionen.
Ich finde das Modell in Österreich super. Insassenschutz und Umweltschutz.
Für die ICE teilweise 100km/h, vor allem tagsüber, Elektroautos davon befreit, insbesondere im Umfeld von Siedlungen.
von der BASt und bezieht sich auf deutsche Autobahnen …da hast Du wohl recht… ![]()
Hast Du auch mal den Aufwand und die Kosten dahinter betrachtet, die durch solch eine Überwachung entstehen ?
kümmert Euch um die Landstrassen, wenn Ihr was Sinnvolles erreichen wollt für die Unfallstatistik und weniger Verletzte & Verkehrstote … insbesondere mal um das Handyverbot am Steuer…ständig sieht man es bei der Fahrt in den Händen der Fahrer(innen) … hatte gerade letzte Woche ein Unfall im Bekanntenkreis, bei der eine Freundin während er Fahrt auf der Landstrasse aufs Handy geschaut hat und vor einen Baum gefahren ist ! An dem Wagen war nix rein garnix mehr ganz…und sie hatte Glück im Unglück gehabt ! Schnittwunden…Prellungen… aber hat fast unverletzt überlebt… eine Wiedergeburt !
Ich kann diese stumpfsinnige Diskussion um eine Geschwindigkeitsbegrenzung nicht mehr hören… und dabei behaupte ich , dass ich selbst zu 95% bei meinen Autobahnfahrten auch zu den „Schleichern“ gehöre…
Zwischen Theorie und Praxis liegen wie so oft Welten… und weil immer so auf das Vorbild der Schweiz verwiesen wird… mal ein paar Zahlen dazu:
Schweiz: Einführung des Tempolimits:
Ausserorts und auf Autobahn: Im November 1973 führte der Bundesrat nach der Erdölkrise das Höchsttempo von 100 km/h auf Autobahnen ein – das war das erste echte Limit auf Schnellstrassen. Kurz darauf wurde es wieder auf 130 km/h erhöht. Im Zuge der Waldsterbendiskussion handelte der Bundesrat 1985 erneut und reduzierte das Tempo ausserorts auf 80 und auf Autobahnen auf die noch heute geltenden 120 km/h.
Und hier wird uns erzählt, wie wirkungsvoll die Einführung des Tempolimits war, weil alle sich noch alle daran erinnern können, wie es vor den 80ger Jahren in der Schweiz auf den Strassen zuging…
und zu den seit 2013 verschärften Strafen in der Schweiz ist auszuführen: Die Strafen für grobes Tempo wurden 2013 drastisch verschärft und 2023 wieder leicht gelockert.
Wenn man die ganze Periode seit 2013 anschaut, gibt es keinen klaren, anhaltenden Rückgang der schweren Unfälle. Das Bild ist zweigeteilt: ein kurzer Erfolg am Anfang, danach Stagnation und zuletzt sogar eine Verschlechterung.
Der anfängliche Effekt (2013–2016)
In den ersten Jahren nach Einführung von Via sicura gab es tatsächlich einen messbaren Rückgang. Der Bundesrat bilanzierte 2017, dass zwischen 2013 und 2015 mindestens 100 Schwerverunfallte (Tote und Schwerverletzte) verhindert werden konnten, und auch 2016 nahm die Zahl der Verkehrstoten überproportional zum langjährigen Trend ab. Aber dieser Effekt hat sich nicht fortgesetzt.
Die längere Bilanz: kaum ein Rückgang
Über das ganze Jahrzehnt betrachtet ist die Verbesserung minimal bzw. teils negativ:
Schwerverletzte: Zwischen 2014 und 2024 hat sich ihre Zahl nur um rund 6,2 Prozent verringert. 2023 lag sie mit 4.096 Schwerverletzten sogar auf dem höchsten Stand seit zehn Jahren.
Verkehrstote: Hier ging die Zahl nicht zurück, sondern stieg zuletzt wieder an. Die jüngeren Jahreswerte laut ASTRA: 236 Tote (2023), 250 Tote (2024) und 214 Tote (2025, provisorisch). Zum Vergleich: 2020 – allerdings ein Corona-Jahr – waren es 200. Die Werte der Jahre 2022 bis 2024 lagen also deutlich darüber.
Vom Vorbild zum Sorgenkind
Besonders auffällig: Die Schweiz galt lange als europäisches Musterland, hat diese Stellung aber teilweise verloren. Laut der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU), gestützt auf einen ETSC-Bericht, verlief die Entwicklung in den letzten fünf Jahren in keinem anderen europäischen Land so negativ wie in der Schweiz. Als einer der Hauptgründe für die zusätzlichen tödlichen Unfälle gilt unter anderem die Senkung des Mindestalters für Motorradfahrende: In der Altersgruppe der 16- bis 17-Jährigen hat sich die Zahl der schweren Unfälle zwischen 2021 und 2023 gegenüber 2014–2020 mehr als verdoppelt.
Soviel zum vermeintlichen Vorbild der Schweiz.
anliegend habe ich ein Diagramm zum Zusammenhang zwischen Verurteilungen und getöteten in der Schweiz beigefügt.
Wie man sieht, laufen die beiden Größen auseinander: Die Raser-Verurteilungen schnellten nach Einführung des Gesetzes 2013 von 51 auf mehrere Hundert hoch und blieben dann auf hohem Niveau, während die Verkehrstoten im selben Zeitraum kaum sanken bzw. zuletzt sogar wieder stiegen.
Bei der Interpretation ist aber Vorsicht geboten, und das ist der eigentlich spannende Punkt: Der Sprung von 51 (2013) auf über 400 (ab 2015) bedeutet fast sicher nicht, dass plötzlich achtmal so viele Menschen gerast sind. 2013 war das Einführungsjahr, in dem Polizei und Justiz den neuen Tatbestand noch zurückhaltend anwendeten – die Zahl bildet also stark den Hochlauf von Erfassung und Strafverfolgung ab, nicht unbedingt das tatsächliche Verhalten. Genau deshalb ist diese Kurve kein guter Indikator dafür, ob „mehr gerast wird", sondern eher dafür, wie konsequent das Rasergesetz angewendet wird.
Inhaltlich heißt das: Die Verschärfung hat sehr viele Verfahren produziert (über 2.000 Verurteilungen in den ersten Jahren), aber die schweren Unfallfolgen – Tote und die in Variante 1 gezeigten Schwerverletzten (konstant um die 4.000) – sind dadurch nicht erkennbar gesunken.
IBBI
Jeder macht die Statistik, die er braucht. Ein kleines Beispiel:
Wenn man sich die Entwicklung der absoluten Zahlen von schweren Verkehrsunfällen über einen langen Zeitraum ansieht und dabei die sich eventuell veränderten Rahmenbedingungen (hier: Erhöhung der Verkehrsdichte) unter den Tisch fallen lässt, dann kann man sicherlich absolute Zahlen sehen, die keinen positiven Langfristeffekt haben.
Bricht man das aber auf gefahrene Auto-Kilometer pro Schwerstunfall auf (auf Personen-km ist wohl eher schwierig, wäre aber noch aussagefähiger), kann das Ergebnis ein völlig anderes sein.
Hättest Du zu Deiner Argumentation noch die Entwicklung der Auto-Kilometer pro Schwerstunfall?
nein, aber sie zeigt, dass härtere Strafen zu keiner Verbesserung und auch zu keinem geänderten Verkehrsverhalten führen (wie die Politik es immer gerne darzustellen versucht) , sondern nur zu mehr Straftätern ![]()
Und die Statistik habe nicht ich gemacht… ;-). Die Datenquelle ist benannt.
Die Entwicklung der Auto-Kilometer / Schwerstunfall wird in der Schweiz meines Wissens nach nicht erfasst… wie auch…? Deswegen kann ich Dir solche Daten auch nicht zur Verfügung stellen.
Bei den Unfallstatistiken fehlt das Baujahr und der Typ der Fahrzeuge. Bei mir auf der A73 sind es LKW und Lt. Bildern in der PresseFahrzeuge ohne die neuen Assistenz Systeme.
Genau!
Und deshalb ist eine Argumentation, dass über einen langen Zeitraum eine Nicht-Verringerung der absoluten Zahlen der Nachweis wäre, es würde nichts bringen, halt irreführend.
Ob es etwas bringt, also die konkrete Verkehrssituation an Gefährlichkeit verloren hat, wäre durch einen Vergleich per gefahrenen km pro Schwerstunfall besser abbildbar.
Ich weiss nicht, was du uns damit sagen möchtest? Es geht um die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer, und nicht um die Kosten und den Aufwand. Die Bussen in der Schweiz sind sehr hoch und ich stelle täglich fest, dass von Parkgebühren bis zur Einhaltung des Tempolimits die Schweizer sehr pflichtbewusst sind und sich an die Gesetze halten. Die Raserdelikte sind eine spezielle Ausnahme und ich bin froh, dass diese mit aller Härte der Gesetze verfolgt werden. In aller Regel betreffen diese Delikte eine bestimmte Zielgruppe.
