… und der Begriff „sozialverträglicher Stellenabbau“ ist 'ne Erfindung der Personalabteilungen.
Das klingt in der Presse eben viel charmanter.
Ich habe zwei solcher „Resozialisierungsmassnahmen“ von Großfirmen miterlebt.
Zwar nicht als Betroffener, aber doch mit Einschlägen im nahen Umfeld.
Kannst Du Dir nicht ausdenken, was da vereinzelt so abgelaufen ist.
Aber so ist das nun mal bei Aktienunternehmen, da zählt die Dividente.
Ich nehme aber an, dass du keine amerikanischen Entlassungsmethoden herbeiwünschst. Kündigung per e-mail oder WhatsApp. Von jetzt auf gleich. Kiste packen, Zugangskarte abgeben, Autoschlüssel auch…und tschüss.
Ich lobe mit die Art und Weise, wie hier Massenentlassungen stattfinden, auch wenn sie natürlich schmerzhaft sind. Ein Unternehmen muss aber auf die Marktentwicklung reagieren. Es ist mir zu simpel, immer lediglich auf das Gewinn- und Dividendenargument zu verweisen.
Man muss die Zahlen korrekte einordnen, 2% natürlich Fluktuation hat man ohnehin immer. Dazu der Reiz, die Abfindung mitzunehmen. Dann oftmals ab 57/58 Altersteilzeit aktuell.
Hinzu kommt, dass auch eine Arbeitsreduzierung oder auslaufende 40h Verträge angerechnet werden.
VW startet die Serienproduktion des MEBeco-Antriebes im Audi-Werk in Ungarn. Als Erster erhält der Cupra-Raval den Antrieb, danach die Schwestermodelle ID.Polo und Skoda Epic erhalten ihn.
Die Straffung der VW-Tochter CARIAD geht weiter: Umzug in eine neue Firmenzentrale (statt mehrer Standorte wie bislang) in Berlin. Focus der Tochter ist die KI im Auto.
Es wird hoffentlich irgendwen geben, der dankbar darüber ist, sich hier ins vorgewärmte Nest setzen zu können, statt irgendwo in Ungarn oder Spanien ein neues Werk hochzuziehen. Xpeng, Leapmotor, BYD, wer weiß? Autos werden auch in Zukunft gebraucht. Und dass man in D auch durchaus produzieren kann, beweist Tesla in Grünheide.
Ich wünsche es mir für die vielen direkt und indirekt betroffenen Menschen in unserer Region, dass anstelle der latenten Unsicherheit, Einschicht-Betrieb oder Kurzarbeit dann möglicherweise etwas mehr Planbarkeit und Zuversicht einkehrt.
Wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit. Und so bewusst, wie es VW darauf angelegt hat, tut es mir um das Unternehmen nicht leid, die Beschäftigten hier dagegen umso mehr.
Das kann man jetzt nicht so stehen lassen, denn schließlich war es der VW-Konzern, der am schnellsten der Steilvorlage von Tesla gefolgt ist und eine ganze Palette von BEV-Modellen entwickelt und in den Verkauf gegeben hat und das bis heute tut. Von den ganzen Traditionsherstellern war und ist er der erfolgreichste. Wer konnte es denn besser?
Aber für die betroffenen Standorte - Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm - wäre das ein Desaster.
Aber irgendwie ist das auch folgerichtig, denn der Automobilmarkt wird weltweit neu verteilt. Und es ist zu erwarten, dass der Konzern langfristig nicht auf die gleichen Stückzahlen kommen wird, wie er das gewohnt war. Das gilt für alle Traditionsmarken.
Aber noch ist nichts offiziell, es gilt immer noch eine Beschäftigungsgarantie bei VW bis 2030 und bei Audi bis 2033. Die bereits angepeilte Zahl von 50.000 Entlassungen bis 2030 ist auf dem guten Weg. Und anders als in den USA wird hier keiner von heute auf morgen per e-mail oder Whats-App auf die Straße gesetzt.
Erinnert mich an die Schulzeit, wie ich meinen Eltern versuchte zu rechtfertigen, warum ich so schwach abgeschnitten habe. „Der xyz war noch schlechter!“ Ist das der Anspruch der Traditionsmarke VW?
Wer hat denn Herbert Diess vom Hof gejagt, weil das mit dem Umbau zu diesem Elektrofirlefanz zu schnell ging? Wer werkelt denn seit Jahren ohne nennenswerten Effekt an der eigenen schwachen Software herum? Wer pampert seit Jahren Lobbyverbände zum Zwecke der „Technologieoffenheit“? Wer erfindet lieber das drölfzigste T-Roc/T-Cross/Taigo/…-Verbrennerderivat, statt die Produktpalette zu verschlanken und Ressourcen zu konzentrieren? Wer hält mit einer Nibelungentreue am „bewährten“ Konfigurator mit vermeintlich kundenfreundlichen 1.451.601 Paketen und verschachtelten, sich ohne Logik wechselseitig bedingenden Konfigurationsmöglichkeiten fest, anstatt die Produktion zu vereinfachen/beschleunigen? Wer nimmt in aller Regelmäßigkeit die günstigeren Basisversionen aus den Konfiguratoren und wundert sich dann darüber, dass die Plastikschüssel ID.3 für 50.000 Euro keiner haben will? Wer sorgt denn dafür, dass im Hinblick auf zukünftige Serviceeinnahmen weniger informierte Kunden im Autohaus eher dazu motiviert werden, beim Verbrenner zu bleiben (selbst mehrfach im Familien- und Bekanntenkreis erlebt!)?
Ja, VW hat einige Schritte hin zur unvermeidlichen Transformation unternommen. Aber es mangelt in allen Belangen an Konsequenz und Glaubwürdigkeit.
Schon die Nachricht über Kündigungsschutz heute gelesen?
Und die Garantie dürfte nur halb so viel wert sein. Es gibt dort meist eine Hagelschlagsklausel. Und da ist denke ich VW nicht mehr weit entfernt von.
Mit den Mitarbeitern habe ich Mitleid, allerdings hat insbesondere VW auf einem sehr hohen Ross gelebt und ging auch mit Lieferanten alles andere als gut um.
Welcher deutsche Autohersteller hat’s nicht so gemacht. War letztens bei Mercedes. Bin 10’Minuten durch den Showroom 3 Angestellte beim Plausch mit ner Tasse Kaffee . Hat keinen interessiert und mich mal angesprochen was ich wünsche oder suche. Dann ist die Entwicklung kein Wunder.
Ich habe auch Mitleid mit den Mitarbeitern, die ihren Job verlieren, nicht nur bei VW, auch bei vielen Zulieferern, auch hier bei mir am Standort Emden.
Ja, der Konzern ist ein schweres Dickschiff und schwer zu steuern, schwer zu beschleunigen, und angesichts des rasanten Wandels wurden und werden Fehler gemacht. Aber ist es denn verwunderlich? Mit der Umrüstung von Werken (Emden, Zwickau u.a.) ist man vergleichsweise schnell gewesen und auch ziemlich ins Risiko gegangen. Hinzu kommt, dass alle Marketing-Strategen, damit meine ich nicht nur die VW-internen, ein rasanteres Wachstum der E-Mobilität bei uns und in Europa erwartet haben, auf die natürlich die Kapazitäten dieser Werke ausgerichtet wurde. Die Absatzdelle hier in Europa, vor allem in D in 2024 tat und tut noch immer weh.
Der Konzern muss doch einfach lavieren entlang der Markterwartungen. Und es ist letztlich auch der Absatz von Verbrennern, der das Geld zur Finanzierung der immensen Investitionen liefert, das der Konzern in die Hand genommen hat und noch immer nimmt. Es wird schnell übersehen, dass in Eurpa, aber auch in China, immer noch PkW mit Verbrennern an Bord die Mehrheit im Absatz stellen, von den USA ganz zu schweigen. Auch diesen Marktsegmenten muss Aufmerksamkeit gelten.
Alles in allem kommt der Konzern an Werksschließungen nicht vorbei. Im Stammwerk Wolfsburg werden immer noch keine BEV gebaut. Aber der Absatz der dort gefertigten Fahrzeuge sinkt, Kapazitäten werden frei. Und am Ende steht auch die Frage, wo in Europa eine Fertigung wirtschaftlich sein kann. Dem Konzern ist das längst klar und investiert in neue Werke in Spanien für das kleine und mittlere Segment.
Nach China schaue ich jetzt noch nicht mal, weil die dortigen Probleme auch dort gelöst werden müssen und die Situation in Europa hier bei uns gelöst werden muss.
Aber man hätte sich ja auch mal etwas eher damit beschäftigen können die Angebotspalette ändern zu können. Unendliche Ausstattung unendliche Packete. Ausstattungslinien bis zum umfallen. Wenn du das willst bekommst du das nicht das bekommst du nicht wenn du das nicht mit nimmst. Ach ja die Farbe kommt auch noch dazu. Dann muss man sich nicht wundern wenn die Herstellung des Autos so teuer ist.Abgesehen von Lieferzeiten. Habe das bei Audi durch mit den Online Konfigurator. Und dann muss die Belegschaft darunter leiden weil man sich nicht verändern will oder kann und schon gar nicht von den Chinesen oder Koreanern lernen.