Hallo zusammen,
ich dachte, es wird mal Zeit, dass ich mich hier vorstelle.
Ich bin Rob, 57 Jahre alt, Niederländer und wohnhaft im hohen Norden. Seit dem 30.12.2025 fahre ich einen Xpeng G6 in Weiß, mit AHK als einer der wenigen Optionen, die ich (glaube ich zumindest
) dazu bestellen konnte. Mein erstes E-Auto.
Davor bin ich so ziemlich alles gefahren, was die deutschen Hersteller hergeben: VW, Audi, BMW, Mercedes. Immer im 3-Jahres-Leasing und in der Zeit locker bis zu 120.000 km abgespult. Inzwischen hat sich mein Job verändert – deutlich weniger Fahrerei, was ich absolut feiere – und damit kam auch der Gedanke: „Jetzt wäre doch mal ein E-Auto dran.“
Den Xpeng G6 hatte ich schon länger auf dem Schirm… und irgendwann war es dann so weit: unterschrieben, bestellt, los geht’s.
Mein erster Eindruck? Viel Auto fürs Geld. Wirklich viel.
ABER… (das große Aber kommt natürlich
)
Ein E-Auto mitten im Winter zu fahren, war erstmal… sagen wir: lehrreich. Die versprochenen Reichweiten bei Kälte haben ungefähr so viel mit der Realität zu tun wie ein Prospektbild mit dem echten Burger bei McDonald’s. Ich habe also sehnsüchtig auf den Frühling gewartet.
Und dann kam mein erstes Ladeerlebnis. Oder eher: mein erstes Lade-Drama.
Bei 30 % Akku, minus 9 Grad, schnell noch beim Einkaufen laden – dachte ich. Tja… nix da. Egal was ich gemacht habe: Das Auto hatte einfach keinen Bock. Ende vom Lied: Mit 2 % wieder nach Hause gezittert, Auto abgeschleppt, fünf Tage Werkstatt.
Die Gespräche mit Autohaus und Xpeng-Notfallzentrale? Sagen wir so: Stoff für eine Netflix-Serie wäre vorhanden.
Das Beste: Fehler nicht gefunden. In der Werkstatt hat natürlich alles „einwandfrei funktioniert“. Klar. Seitdem ist es tatsächlich nicht mehr passiert – aber ich habe gelernt: Laden bei -9 °C und bei 18 °C sind zwei komplett unterschiedliche Universen.
Was ich aber wirklich feiern muss: die Ladegeschwindigkeit. Der G6 ist da echt flott unterwegs. Ich stand schon öfter an der Säule, habe geladen, war fertig – und die anderen standen immer noch da. Das macht dann wieder richtig Spaß.
Das Fahrgefühl am Anfang war allerdings… speziell. Auf dem Heimweg dachte ich erstmal, ich sitze in einem nervösen Flummi. Bei 40–50 km/h hat er leicht gehuckelt – ich war fest überzeugt, die Reifen sind nicht gewuchtet. Inzwischen ist es besser geworden, kommt aber ab und zu noch leicht zurück.
Auf der Autobahn finde ich ihn auch nicht ganz so spurtreu, wie ich es von meinen vorherigen Autos gewohnt war. Er pendelt schon gern mal ein bisschen.
Unterm Strich: Ich mag das Auto wirklich. Aber es gibt Tage… da rede ich nicht so freundlich mit ihm ![]()
Zum Beispiel der Sound. 16 Lautsprecher, Subwoofer… klingt erstmal nach Konzertsaal. Realität: eher Küchenradio von 1998. Egal wie ich drehe und einstelle – es wird einfach nicht gut. Mein Miet-Polo in Kapstadt mit vier Lautsprechern war dagegen High-End.
Die Sitze? Für mich etwas zu kurze Beinauflage, und ein bisschen mehr Seitenhalt wäre auch nicht verkehrt gewesen.
Das automatische Fernlicht… puh. Das ist so ein Feature, das ich gerne dauerhaft in Rente schicken würde. Es macht einfach, was es will – nur selten das Richtige. Und ich habe bis heute nicht herausgefunden, wie man es wirklich dauerhaft deaktiviert.
Dann das LCC. Also ganz ehrlich: Ich bin dieselben Strecken jahrelang mit meinen deutschen Autos gefahren – da lief das alles problemlos. Im Xpeng hingegen: Ausfälle, nicht verfügbar oder einfach zickig. Und das exakt auf denselben Strecken.
Und die Logik dahinter verstehe ich auch nicht: Schilderkennung ist da, aber im LCC muss ich trotzdem manuell eingreifen, damit die Geschwindigkeit angepasst wird? Da bin ich doch im Zweifel schon zu schnell. Irgendwie… nicht zu Ende gedacht.
Der automatische Spurwechsel ist nett gemeint, aber entweder hypernervös oder komplett arbeitsverweigernd.
Ein Frunk vorne wäre übrigens auch nicht verkehrt gewesen. Und im Kofferraum zwei simple Haken für Einkaufstaschen – das würde das Leben deutlich einfacher machen. Die Rollo-Abdeckung hinten wirkt auch eher nach „Budget musste noch irgendwo eingespart werden“.
Positiv: die Rücksitze! Die verstellbare Neigung ist wirklich top – das ist mal ein Feature, das ich richtig gelungen finde.
Und dann mein aktuelles Highlight: Apple CarPlay. Oder besser gesagt: Ex-CarPlay. Funktioniert seit Kurzem einfach nicht mehr. Egal ob Kabel oder kabellos – keine Chance. Bei VW hätte ein Neustart gereicht… hier leider nicht.
Die Menüführung fürs Radio habe ich übrigens auch irgendwann aufgegeben. Spotify läuft jetzt direkt im Auto – Not macht erfinderisch ![]()
So, das war mein kleiner Erfahrungsbericht nach drei Monaten. Trotz aller Kritik: Ich fahre den G6 wirklich gerne. Aber ein paar Baustellen gibt es definitiv – und ich hoffe, da tut sich noch was.
Viele Grüße
Rob