Am Dienstag dieser Woche erhielten wir die frohe Kunde: unser P7+ war nach 4 Monaten endlich Abholbereit.
Der Kontakt zum Autohaus ab dieser Nachricht war absolut genial, der Brief wurde schnell an uns versendet und wir konnten das Fahrzeug am Freitag abholen.
Nach 4 Stunden Fahrt mit dem Mietauto, endlich am Autohaus angekommen und da stand er. Ein wirklich wunderschönes Auto, wir waren beide sofort Feuer und Flamme.
Der Mitarbeiter, der für die Übergabe zuständig war kam, und wir begannen mit dem Prozess: die Schlüssel wurden erklärt, der Kofferraum gezeigt und dann ging es an das zentrale Display. Nach circa 20 Minuten fiel dem Mitarbeiter auf, dass das Fahrzeug keine mobilen Daten hat. Er gab einem Kollegen Bescheid, er solle nochmal im System schauen.
Aufgrund der fehlenden Internetverbindung war auch das neueste Update noch nicht installiert.
Nachdem am Infotainment System einmal alles erklärt wurde, endete die Übergabe mehr oder weniger abrupt, augenscheinlich hatte der Mitarbeiter noch andere Aufgaben im Autohaus zu übernehmen.
Das Fahrzeug wurde uns also übergeben: ohne funktionierende mobile Daten und ohne Update auf die neueste Software Version.
Die ersten Kilometer waren trotzdem unbeschreiblich, wie das bei einem neuen Auto eben so ist.
Dann kam aber langsam die Ernüchterung: der X-Pilot war meiner Meinung nach absolut unbrauchbar ohne das neueste Update. Auf einer komplett freien Autobahn einen automatischen Spurwechsel machen? Nur wenn während dem Spurwechsel geisteskrank abgebremst wird. Wie kann man ein Auto so übergeben? Das neue Update hätte das Problem gelöst. Aber nun gut.
Mit Hotspot per Handy ging es auf die 400km lange Fahrt nach Hause. Kurz vor dem Ziel: die 400KW Säule von EnBW, erstes mal Schnellladen. Wir waren begeistert.
Das Auto abgestellt: ganzschön groß im Vergleich zu den Autos der Nachbarn. Wir waren glücklich, das Update können wir auch selbst ziehen.
Samstag morgen, der Wecker für die Frühschicht klingelt. Auf dem Handy die Popupmeldung: Update läuft, verbleibende Zeit: 30 Minuten.
Ich hatte genug Zeit und war erfreut, dass das Fahrzeug anscheinend nun doch eine Internetverbindung. Nach dem Zähneputzen die Meldung: Update fehlgeschlagen.
Naja egal, erstmal zur Arbeit. Ich habe mich also in mein neues Auto gesetzt, was mehr kostet als ich allein im Jahr verdiene. Will zur Arbeit fahren, da die Meldung „Bitte ziehen sie das Kabel vor der Fahrt ab“. Welches Kabel? Das Fahrzeug wurde gestern Abend mit 70% Akku abgestellt? Es war nicht angesteckt. Dazu jede Menge Fehlermeldungen (siehe Bild). Ich konnte also nicht mit meinem neuen Auto fahren, und fuhr also mit dem Auto meiner Frau auf Arbeit. Mit sehr viel Wut im Bauch.
Noch während der Fahrt habe ich darüber nachgedacht, wie ich meine derzeitigen Gefühle dem Autohaus gegenüber möglichst höflich, aber trotzdem deutlich zum Ausdruck bringen kann. Ich habe daraufhin eine mehr oder weniger gefasste E-Mail geschrieben, die meiner Meinung nach trotz meiner Enttäuschung insgesamt noch höflich geblieben ist.
Daraufhin meldete sich der Vertriebsleiter für Xpeng bei mir. Er zeigte natürlich Verständnis für meine Gefühle und bat mich, mich doch bitte an die Xpeng-Hotline zu wenden.
Da ich, wie bereits erwähnt, selbst auf der Arbeit war, kontaktierte ich meine Frau. Sie nahm daraufhin gegen 10 Uhr morgens erstmals Kontakt zur Xpeng-Hotline auf.
Zwischenzeitlich kam der ADAC vorbei und lud die 12-Volt-Batterie auf. Ich hatte zunächst vermutet, dass genau das die Ursache für das Problem sein könnte. Leider war dem nicht so. Die Batterie war zwar leer, aber selbst nach dem Aufladen ließ sich das Fahrzeug weiterhin nicht starten.
Daraufhin wurde ein Abschleppdienst organisiert und gleichzeitig kümmerte man sich um einen Mietwagen.
Als ich dann um 18:20 Uhr nach Hause kam, sah ich gerade noch, wie unser neues Auto auf dem Abschlepper stand und in Richtung des nächsten Xpeng-Händlers gebracht wurde.
Und genau an diesem Punkt muss ich ehrlich sagen: Ich bin aktuell wirklich am Boden zerstört.
Ich habe mich vier Monate lang wahnsinnig auf dieses Auto gefreut. Ich habe mir gefühlt jedes verfügbare Video zu diesem Fahrzeug im Internet angeschaut. Mit jedem weiteren Video, das ich gesehen habe, ist meine Vorfreude auf dieses Auto noch größer geworden.
Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass der Xpeng ein wirklich gutes Auto ist. Umso schwerer fällt es mir aber gerade, nach diesen ersten beiden Tagen mit dem Fahrzeug überhaupt noch Freude daran zu empfinden.
Einen großen Anteil daran hat für mich definitiv auch das Autohaus.
Wenn man einem Kunden im Rahmen einer anderthalbstündigen Fahrzeugübergabe nicht einmal die Frage stellt, ob er vielleicht etwas trinken möchte, kann ich darüber vielleicht noch hinwegsehen. Wenn man einem Kunden aber gleichzeitig ein Fahrzeug übergibt, das nicht auf dem neuesten Softwarestand ist und zudem offenbar nicht einwandfrei funktioniert, dann ist das für mich ehrlich gesagt absolut inakzeptabel.
Ich möchte hier ausdrücklich nicht den Xpeng als Fahrzeug schlechtreden. Im Gegenteil: Ich glaube weiterhin, dass ich mich eigentlich für ein richtig gutes Auto entschieden habe. Aber der Start hätte schlechter kaum laufen können.
Und deshalb wende ich mich jetzt tatsächlich an euch, liebe Community:
Habt ihr vielleicht irgendwelche Tipps, wie ich meine Freude an diesem Auto wieder zurückbekommen kann?
Vielleicht hatte jemand von euch schon einmal eine ähnlich schlechte Erfahrung bei der Fahrzeugübergabe oder in den ersten Tagen mit einem Neuwagen und kann mir sagen, wie sich das Ganze bei euch entwickelt hat.
Ich hoffe wirklich, dass sich das Problem schnell und unkompliziert lösen lässt und ich irgendwann wieder dieses Gefühl bekomme, das ich vor der Übergabe vier Monate lang hatte.
Denn eigentlich möchte ich dieses Auto einfach nur genießen und mich darüber freuen. Aktuell fällt mir das allerdings wirklich schwer.

