Ich finde diese Arroganz echt sehr schlimm. Das ist genau die Einstellung, die dafür sorgt, dass unsere Autoindustrie in 10 Jahren nur noch ein Schatten seines Selbst sein wird.
Wenn ich jetzt wieder „das wird super“ sage, gibt‘s wieder Haue, daher: „so wird‘s kommen, unweigerlich“
einfach mit nem Facelift aufs neue Model wechseln und gut ist ![]()
Natürlich ist es ein Marketing Gag. Deswegen hatte ich es auch gepostet.
BYD meldet den 3. Monats-Rückgang in Folge bei den weltweiten Verkäufen.
Quelle: Yahoo Finanzen
Die Chinesen müssen neue Absatzmärkte für ihre Automobilproduktion suchen mit einer Überkapazität schon jetzt von 60 Mio Fahrzeugen im Jahr und einer tatsächlichen Auslastung (50%) von rd. 30 Mio Fahrzeugen p.a.. Es gibt in China weit mehr als 100 Automobilhersteller. Da stellt sich einem die Frage, welcher der Hersteller letztendlich tatsächlich überleben wird, oder ob es wie im Immobilienmarkt in einem Desaster enden wird.
Dabei zeigt der chinesische Automarkt widersprüchliche Signale – einerseits Wachstum, andererseits massive Überkapazitäten:
Marktsituation
Wachstum trotz Sättigung:
- In Zentren wie Shanghai, Beijing, Shenzhen oder Guangzhou sind die Märkte zunehmend gesättigt
- Der Gesamtmarkt wächst 2024/2025 dennoch moderat um 4-5%
- NEVs (Elektro- und Hybridfahrzeuge) haben mittlerweile einen Marktanteil von etwa 45% bei Pkw
Dramatische Überproduktion:
- Die chinesische Autoindustrie kann fast doppelt so viele Autos produzieren wie verkauft werden, die Fabriken laufen mit nur 49,5% Auslastung
- Produktionskapazität: bis zu 60 Millionen Autos jährlich
- Tatsächliche Produktion 2024: ca. 31 Millionen Fahrzeuge
Fahrzeuge auf Halde
Die Zahlen sind alarmierend:
Unverkaufte Bestände:
- Bis Ende April 2025 lagerten landesweit 3,5 Millionen unverkaufte Neuwagen auf Halde, ein historischer Höchststand
- Dies entspricht etwa 1,3 Monatsproduktionen
- Bei BYD allein stauten sich per Ende Mai fast 350.000 unverkaufte Fahrzeuge an, der Lagerbestand würde rein rechnerisch locker für drei Monate ausreichen
Virale Bilder zeigen das Ausmaß: Drohnenbilder aus Städten wie Hefei, Chengdu oder Weifang zeigen riesige Parkflächen voller Neuwagen mit Tageszulassung – ungenutzt, staubig und seit Monaten unbewegt
Manipulation der Verkaufszahlen: Viele Hersteller haben Fahrzeuge zugelassen und versichert, aber nie verkauft, um sie als Absatz zu verbuchen – das Ziel waren gute Verkaufszahlen für Investoren und Behörden
Die Folgen
Brutaler Preiskrieg:
- Die Antwort auf schwache Nachfrage und systemisch erzeugte Überkapazitäten ist ein brutaler Preiskrieg
- BYD senkte Preise um bis zu 34%, das Einstiegsmodell Seagull kostet nur noch 7.000 Euro
- Von den etwa 170 chinesischen Automarken werden nur 5-7 überleben
Exportdruck steigt:
- 2024 wurden bereits 5,86 Millionen Fahrzeuge exportiert (+19,3%)
- In den ersten zwei Monaten 2025 wurden rund 20% aller in China produzierten Fahrzeuge exportiert
- Europa und andere Märkte werden mit chinesischen Autos „überschwemmt“
Fazit: Der Markt ist in den Ballungszentren gesättigt, während massive Überkapazitäten zu einem Überlebenskampf führen. Die 3,5 Millionen Fahrzeuge auf Halde sind ein Zeichen systemischer Überproduktion.
Ich frage: “Sollte man in solche Märkte investieren ?”
“Wie hoch seht Ihr die Chance, dass XPeng überleben wird ?”
Insofern stellt sich einem auch die Frage, ob ein Manager von Porsche tatsächlich so dumm ist, wenn er erst einmal sich aus diesem Recourcen vernichtenden Verdrängungswettbewerb zurückzieht, versucht mit seinen Verbrennermodellen zu überleben, um dann nach Marktbereinigung mit den dann dem Markt zur Verfügung stehenden neuen Technologien in die BEV einzusteigen?
Ist das vielleicht der Gedanke der EU-Kommission ? 10 Jahre abzuwarten bis China sich selbst bereinigt hat ?
Das wäre aber extrem naiv. China hat strategische Ziele, alles auf Strom zu setzen. Der Verkehrssektor macht ja bekanntlich 16%-20% der CO² Emissionen aus.
Dh die Investionen in BEVs und Batterien werden weitergehen. Im Gegensatz zu hier, und in 5 Jahren werden die Chinesen technologisch so weit weg sein, dass wir das nicht mehr einholen werden können.
Außerdem holt man die Energie-Erzeugung im eigenen Land unter eigener Kontrolle, im Gegensatz zu Ölimporte. Das ist strategisch sehr wichtig, dass man nicht mehr abhängig ist von externe Energielieferanten.
und ? Was heisst das ?
Die Automobilproduktion eines Henry Ford oder eines Horch , bei der von A bis Z alles bei einem Hersteller produziert wurde, ist längst Geschichte. Es werden Komponenten weltweit unterschiedlichster Hersteller zusammengekauft und montiert.
Warum soll ich mich jetzt an Lieferanten binden, kostenintensive Modelle entwickeln und auf den Markt bringen, wenn ich meine Lieferkette nicht sicherstellen kann ?
Ich kann doch nicht einfach irgendwelche Lieferanten von heute auf morgen austauschen ? Theoretisch ja, praktisch wohl eher nicht .
Schau Dir doch einfach nur die Probleme mit der Telematikbox von XPeng an…. ein Teil von vielen …..
übrigens…bei uns macht der Verkehrssektor auch einen ähnlichen Anteil an der CO2-Emission aus….
Ich sprach eher von strategische Ziele. Dh die Chinesen werden auch versuchen die Keyassets (Motoren, Batterien) im Land zu produzieren - was sie auch jetzt tun.
Genauso wie PV-Modulen und Windräder.
Ich verstehe, was Du damit sagen willst,
nur ist das ein Problem ?
haben wir keine strategischen Ziele ?
Ich denke, dass die gut bezahlten Manager, von denen man gerne nachsagt, dass sie nur an ihren Tantiemen interessiert sind, auch Strategien entwickelt haben… , die nicht mal eben Abends am Küchentisch entstanden sind…
übrigens arbeite ich auch des Geldes wegen….und werde am Erfolg meiner Arbeit gemessen.
Das Problem hier ist, dass CEOs für Quartalserfolge entlohnt werden.
Was in 5-10 Jahren ist juckt den weniger. Sie sind dann sowieso weg.
Das ist in China schon anders.
wenn Du meinst …. wer verzichtet schon gerne auf ein Millionengehalt, wenn er sich an den Lebensstil und -standard gewöhnt hat …. kann mir nicht vorstellen, dass die nur in Quartalen denken…
schlussendlich geht es ja auch um Anerkennung …. Anerkennung der Leistung und Person. Das ist übrigens in der Arbeitswelt einer der wichtigsten Faktoren für Erfolg und zufriedene Menschen überhaupt ….
Ab dem oberen Management Grade ist es doch üblich, dass es Long-Term Incentives gibt…da muss man schon 4-5 Jahre performen.
mir reichen schon drei Jahre - die angesammelten LTIs kann man dann aber auch mit verhandeln, wenn es zum Wechsel kommt ![]()
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Mit welcher Infrastruktur? ![]()
So wie ich es gelesen habe, will BYD diese Säulen erst einmal bei ihren Händlern aufbauen, ob da jeder einen 1 MW Netzanschluss hat?
