„Fair oder egoistisch? Langsam ladende Autos an Ultra-Schnellladern“

Ich denke, man kann beides erwarten! Menschen, die mitdenken, Menschen, die geduldig mit anderen Menschen sind, die nicht mitdenken, und Staat/Industrie, die ein System „für den Menschen" erstellen/möglich machen.

Aber…23x den Spritpreis am Tag ändern, das zeigt, dass meine letzte Erwartung nie eintreten wird :wink:

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Ich verstehe den Punkt mit der Intransparenz des Systems - und ja, die Informationslage an vielen Ladepunkten ist aktuell schlicht nicht vorhanden. Das ist ein echtes Defizit, ersetzt aber auch nicht die Eigenverantwortung eines jeden Menschen, sich zu informieren.

Ich halte den Vergleich mit der Autobahn weiterhin für passend. Auch dort ist das System komplex: Tempolimits, Verkehrsdichte, Fahrzeugleistung, Witterung, Spurwahl – all das beeinflusst Sicherheit und Effizienz. Der Unterschied ist nicht die Einfachheit des Systems, sondern der Umstand, dass wir gelernt haben, uns darin zu bewegen.

Niemand erwartet, dass Autofahrer die Physik hinter Bremswegen oder Verkehrsflüssen im Detail berechnen. Aber es wird vorausgesetzt, dass man sich informiert, grundlegende Regeln kennt und sein Verhalten anpasst. Genau das ist Teil der Teilnahme an einem technischen Massensystem.

Übertragen auf das Laden: Ladeleistung, Fahrzeugarchitektur, Batterietemperatur oder Belegung sind bekannte - oder zumindest simpel erlernbare Einflussfaktoren. Dass diese Informationen heute schlecht kommuniziert werden, ist ein Problem - aber kein Argument, Nutzerverantwortung vollständig zu verneinen.

Smarte Infrastruktur und informierte Nutzer sind kein Widerspruch. Im Gegenteil: Auch die beste Infrastruktur funktioniert nur dann effizient, wenn die Nutzer ein Mindestmaß an Verständnis mitbringen. Autobahnen funktionieren nicht, weil sie „mitdenken“, sondern weil Regeln, Information und Nutzerverhalten zusammenspielen.

Der Ausbau der Infrastruktur ist richtig und notwendig. Ihn jedoch primär damit zu begründen, dass Menschen überfordert seien, greift zu kurz. Das eigentliche Ziel sollte sein: bessere Information, klare Regeln - und Nutzer, die bereit sind, sich damit auseinanderzusetzen.

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mein MG5 kommt im Sommer nicht über 70 im Winter 40, wenn es nur 300er Säulen gibt nehm ich die.

Wenn alle Säulen das gleiche “abgeben” erübrigt sich diese Diskussion. Sollte es jedoch z.B. 150er und 300er geben, erwarte ich jedoch, dass “Langsamlader” die 150er nehmen. Ich weiß, sie müssen es nicht. Ich würde es aber so machen und deshalb darf ich es auch von meinen Mitmenschen erwarten. Soviel zur Theorie.

Leider hat sich aber, so mein Gefühl, ein Verhalten nach dem Motto eingeschlichen: Es ist nicht verboten, also mach ich es. Was interessieren mich die Anderen.

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Denke das hier beide Seiten nen Punkt haben. Sehe da aber eher die Anbieter und nicht den Verbraucher in der Pflicht. Hab meiner Frau damals gesagt das Sie, sofern Sie mit Ihrem i3 mal an nen Schnelllader muss, definitiv die „langsamste“ Säule nehmen soll (bei krassen 50kw Ladeleistung :wink:). Würde ich mit dem G6 neben z.B. nem i3 an ner 300er Säule laden, erwarte ich das die Säule (jeden Anbieters) die entsprechenden Leistungen erkennt und mir dann halt auch 250kw abgibt… Trotz dieser Thematik finde ich deutlich ärgerlicher wenn Verbrenner die Parkplätze der Säulen blockieren und das hab ich schon mehrfach erlebt. Da muss m.E. mal irgendne Lösung her…

stimmt ich konnte in Kassel nicht laden weil die E Säulen von Verbrennern zugeparkt waren.

Die Lösung: weg.li

Wie schon mal gesagt: auf Privatgrund hilft weder weg.li noch das dahintergelagerte Ordnungsamt.

Das funktioniert so nur technisch nicht. Beispiel Alpitronic Hypercharger: die Säule hat je nach Alter entweder 50kW- oder 75kW-„Module“, die zu oder weggeschaltet werden können. In entsprechenden Schritten wird Dir Leistung freigegeben oder weggenommen. Und dann ist da noch ein bisschen Logik dahinter (wer zuerst da war usw.). Wenn Du also zum Beispiel mit Deinem G6 und dem i3 zusammen an einem älteren 150er Alpi stehst, bekommst Du 75kW und der i3 50kW. An einem neueren Hypercharger mit 50kW-Modulen könntest Du dagegen 100kW oder mehr abbekommen (je nachdem, was das für einer ist), weil der eben zufällig mit einem „Modul“ den i3 genau abfertigen kann.

Hm, bin da nicht so im Thema. Aber war das nicht so das z.B. ENBW das bei den neueren Säulen hinbekommt?:thinking: Wie erwähnt nerven mich aber eh mehr die Verbrenner auf den Parkplätzen… Und solange es bei Ionity noch die 350kw Säulen gibt und nicht nur die Alpitronic lade ich nach Möglichkeit eh da. Da stellt sich das Problem dann nicht. Das gehört für mich auch zur Lösung durch den Anbieter. Finde die Alpitronics nur so semi! Warum zwei Stecker an einer Säule mit Teilung?

Noch nicht mal unbedingt wegen meinem „Bedarf“ sondern weil ich hierbei auch Probleme bei der Überzeugungsarbeit bei Verbrennerfahrern sehe. An ner Zapfsäule wird der Durchfluss des Sprits ja auch nicht geringer wenn die Tanke voll ist. Wenn man die Sache den Diesel-Dietern erklärt, haben die schon ein teilweise nachvollziehbares Argument gegen BEV. Und das find ich schade, da ich absolut überzeugt von BEV bin. Viele aber halt noch nicht und das häufig wegen des Ladethemas…

Also bei REWE auf dem Parkplatz geht es.

Und das erkennst Du woran?

Davon ausgehend, dass auch schnell ladende Autos irgendwann in die langsamere Phase gehen, dürften Ladeparks oft so ausgelegt sein, dass nicht alle Säulen gleichzeitig volle Geschwindigkeit können. Das kommt ja im Schnitt meist hin. Ich bin dagegen, das dem Autofahrer aufzubürden. Freie Ladesäule suchen, anstöpseln fertig. Keine Berechnungen machen, welche Säule die „sozialere“ ist.

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Ja. Der so genannte Gleichzeitigkeitsfaktor.

Ja, die Aufteilung muss vorher passieren, nicht erst an der Säule. Die Ladeparks müssen intelligenter gebaut werden, damit es keinen Unterschied macht, ob die erste und letzte Säule belegt ist oder die ersten Beiden z.B.
Es gibt kA 2000kW Gesamtleistung, die muss dann intelligent fließen, der Kollege der noch 2 Minuten bis 80% braucht behält seine Leistung, der neu ansteckende muss kurz warten und wird dann hochgestuft bei voller Belegung.
Ich hasse es, dass ein Standard erst immer kommt, nachdem jahrelang sinnlos jeder sein eigenes Süppchen kocht.

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Zumindest bei EnBW achte ich darauf, möglichst die äußeren Säulen freizulassen, da diese bei den Ladeparks meist für die Gespanne sind.

Ansonsten soll sich jeder anstöpseln wo er denkt.
Auch wenn ich persönlich es entsprechend der Ladelstg. meines Fahrzeuges aussuchen würde wo ich mich anstöpsel, fühle ich mich weder berufen noch befleißigt andere „aufzuklären“.

VG

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