Ob das mit dem Rabattschutz hinhaut, ist auch von der Schadenhäufigkeit abhängig. Ein Kunde mit einer SF 17 wollte unbedingt einen ganz günstigen Versicherer mit Rabattschutz haben. Im ersten Vertragsjahr hatte er einen kleinen VK-Schaden und im zweiten Vertragsjahr ein Schadenereignis mit Haftpflicht und VK-Schaden.
Zum Ende des zweiten Vertragsjahres kündigte ihm der Versicherer wegen Schadenhäufigkeit. An den Folgeversicherer wurden nur die reduzierten SF-Klassen übertragen. Das ganze für den Rabattschutz investierte Geld war für die Katz.
Ich halte es für viel besser, kleine Schäden bei Haftpflicht und VK selbst zu bezahlen und lieber einen SB von z. B. 1.000 € bei VK ohne Rabattschutz zu vereinbaren. Das hat gegenüber einem Tarif mit 300 € SB bei VK und Rabattschutz einen sehr deutlichen finanziellen Vorteil.
Der zweite Vorteil ist, dass ich meine Kfz-Versicherung nicht unnötigerweise mit kleinen Schäden belaste, für die ich eigentlich gar keinen Versicherer brauche, weil ich das so bezahlen kann. Und falls ich dann doch mal einen größeren Schaden verursache, muss ich nicht fürchten, gleich gekündigt zu werden ….
Darüber hinaus habe ich es auch schon erlebt, dass ein Kunde mit drei TK-Schäden innerhalb von drei Jahren wegen Schadenhäufigkeit gekündigt wurde.
Ein Rabattschutz ist heute so teuer geworden, dass ich mit Kunden, die einen Rabattschutz wollten, einfach mal durchgerechnet habe, wie es sich ohne Rabattschutz und mit Rückstufung preislich entwickelt. Dabei kam heraus, dass der Rabattschutz für Haftpflicht und VK teurer ist, als wenn ich auf den Rabattschutz verzichte und nur einen VK- oder nur einen Haftpflichtschaden habe. Und selbst wenn es einen Haftpflicht- und VK-Schaden zusammen gibt, ist die Rückstufung kaum teurer als der Rabattschutz.
Warum soll man also einem Kfz-Versicherer mehr Geld geben als sein muss? Wenn ich wirklich “Angst” vor steigenden Beiträgen einer Kfz-Versicherung nach einem Schaden habe, stecke mir das eingesparte Geld für den Verzicht auf den Rabattschutz jedes Jahr zum 01.01. in eine Kaffeetasse im Küchenschrank. Und wenn ich nach 5 Jahren Schadenfreiheit z. B. 1.500 € darin habe, kann ich was Schönes damit machen. Andernfalls ist das Geld weg … Und falls ich einen Schaden habe und die Beiträge wirklich steigen, habe ich Geld in meiner Kaffeetasse, um davon die Beitragssteigerung nach Zurückstufung davon zu bezahlen.
Und mal ehrlich, wenn ich mir nun vorstelle, jemand mit einem Nettojahreseinkommen von z. B. 40.000 € bekommt eine Beitragserhöhung der Kfz-Versicherung von z. B. 200 - 300 € jährlich. Ist das so schlimm, dass man sich dagegen versichern muss??