Bund beauftragt SAP und Telekom mit Bau der „Bürger-App“

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Können sie die Corona-App recyclen :wink:

SAP und die Telekom… das wird sicher super.
Das ist ja, als würde man eine ehemalige e.on-Managerin mit der Energiewende beauftragen. Oh, warte!

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alles besser als irgendwelche kommunalen IT-Dienstleister :grimacing:

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… ist jemand komplett untalentiertes und fachfremdes für Gesundheit oder besser noch für Verkehr … :wink:

“sollen SAP und die Deutsche Telekom die zentrale „KI-basierte Verwaltungsplattform“ der Bundesregierung umsetzen”

Hä? Ohne Ausschreibung??

Unter 10.000€ muss man nicht ausschreiben, wenn ich mich richtig erinnere. :grimacing:

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Bei SAP bekommt man für weniger als 10.000 Euro aber nicht wirklich viel.

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Ja. Und? :grin:

Ein Kaffee ohne allem :face_with_hand_over_mouth:

Für 10.000 Euro hat SAP schon vor 10 Jahren weniger als eine Personenwoche abgerechnet. Was für eine App soll für dieses Geld entstehen? Bin gespannt was wir da noch hören werden.

Das war exakt mein Punkt. Also dass da nur Mist bei rumkommt.

Gibt wohl Rahmeverträge mit den Unternehmen, die eine direkte Vergabe ermöglichen.

Ich versuche mal eine möglichst sachliche Reaktion auf den HB-Artikel denn ich finde, das hat das Vorhaben verdient und weil IMO wir in Deutschland dringend eine spürbare Verbesserung bei verschiedenen Verwaltungs- und Bürger-Service-Prozessen brauchen.

Vermutich haben wir hier Einigkeit, dass das ein wirklich sehr großes Projekt ist, das zu einem gewissen Prozentsatz auch aus Software bestehen wird und ein weiterer wesentlicher Projektteil wird sein, die heute in der Verwaltung gelebten internen wie externen Prozesse u.a. auch nach ihrer Digitalisierbarkeit zu bewerten und eben auch nach ihrem Wertschöpfungscharakter. Spätestens hier braucht es Dienstleister mit entsprechender Erfahrung und Fachexpertise und eben auch einer gewissen Größe. Beides haben wir hier. Sicher, das sind nicht die einzigen Deutschen, kompetenten Software/IT-Prozessberatungsfirmen und darüber lässt sich zurecht diskutieren, warum es denn nun die T-Systems wurde, die den Prototyp baut. Es gibt nun mal einen Rahmenvertrag mit der T-Systems und darum soll es an dieser Stelle dann auch erstmal gut sein und wir schauen, was da rauskkommt.

Zudem sind das genau genommen 2 Projekte, die sehr eng miteinander verbunden sind:

  1. Die „Bürger-App“ / Deutschland-App"
  2. Die souveräne „KI-Plattform“ / „KI-Cloud“: Das ist sozusagen das verwaltungsinterne Fundament und die wurde EU-weit ausgeschrieben und die Deutsche Telekom hats bekommen und das find ich persönlich gut - weil ich keine gleichwertige ober bessere Alternative kenne.

Und ich finde es mal grundsätzich gut, dass hier Gespräche mit deutschen Firmen geführt wird - wenn es (auch) um sensible Prozesse in unserem Land geht. Der amtierende Innenminister bevorzugt für „seine Plattform“ z.B. Palantier aus den USA und das obwohl es echt innerdeutsche und Europäische Alternativen gibt. Aber das nur am Rande.

Das wirklich Spannende wird aus meiner Sicht sein, zu sehen, wie die Projektierung erfolgt und wie das zu erwartendene Ergebnis spezifiziert wird und von wem es spezifiziert wird denn, so meine Erfahrung aus genau solchen Projekte ab einer gewissen Größe: Der Kunde tut sich erfahrungsgemäß sehr schwer, seine Erwartungen und die zu erreichenden Verbesserungen zu dokumentieren und das wird auch beim Bund bzw. dem BMDS nicht anders sein und wenn dann die Lieferanten-Teams das übernehmen - was sie sehr oft machen müssen weil der Kunde sogar gern Mittel auch dafür bereitstellt - dann kommt sehr oft eine Anforderungsspezifikation heraus, die schon viel zu technisch ist und viel zu viel Soll-Prozesssicht enthält weil sie nicht von den Leuten geschrieben wurde, die tagtäglich mit den aktuellen IST-Prozessen und ihren Implementierungn zu tun haben und die als Einzige die wirklich wertvollen Tagesgeschäft-Erfahrungen haben, die immer signifikanten Projekterfolg ausmachen.

Wir dürfen auch in diesem Projekt gespannt bleiben.

Da kann man doch einfach die Corona-App „recyceln“?

Nein, ich denke, in nennenswertem Umfang wird das nicht möglich sein- zumindest was die Funktionalität angeht denn der wertvolle Teil der Corona-App konzentriert sich auf eine zentrale Sache: Anonym per Bluetooth messen, ob zwei Phones längere Zeit nah beieinander waren, und anonyme Kennungen abgleichen. Das war ein geschlossener Kreislauf, der mit keinem einzigen bestehenden Software-System reden musste. Die „Bürger-App“ muss genau das Gegenteilige machen: Jede Person zweifelsfrei identifizieren, hochsensible persönliche Daten verarbeiten, verschiedenste Anträge an echte und das jeweils passende Behördenverfahren weiterreichen und Ergebnisse zurückholen.

Außerdem war bei der Corona-App der Haupteil der Kosten bei Weitem nicht der Softwareteil sondern der Betrieb der (dahinter liegenden) IT-Infrastruktur (dem sog. Backend). Das wird bei der Bürger-App ähnlich sein.

Funktional sind es aber auch hier zwei sehr verschiedene Anwendungsszenarien:

Corona-App: dieses Backend war im Kern ein extrem hoch skalierbarer Verteildienst für anonyme Schlüssel mit einer schmalen Prüfschicht. Es gab bewusst keinen zentralen personenbezogenen Datenspeicher.

Bei der Bürger-App: kurz gesagt - wieder nahezu das Gegenteil.

Die damalige IT-Infrastruktur für die Corona-App wurde von der Open Telekom Cloud bereit gestellt und war im Wesentlichen ein hochperformanter Kommunikationsapparat mit vielen aber sehr kleinen Datenpäckchen.

Die sog. „souveräne KI-Cloud“ (mit diesem Begriff möchte man sich wohl von den klassischen Cloud-Services unterscheidbar machen), die u.a. auch die Bürger-App versorgen soll, ist etwas Anderes.

Hier, so heißt es bei heise.de, sind insgesamt 4 Deutsche Firmen beteiligt, die sich - als 2 Konsortien - um den infratrukstukturellen Teil kümmern und die wissen was sie tun denn IMO wurden die angemessen ausgewählt.

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Bin gespannt, Danke für die Erklärung. Sind dann doch zwei sehr unterschiedliche Anforderungsmodelle.

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