Danke @Xeikon1 für deinen Beitrag! Ich finde diese Basar-Mentalität auch äußerst fragwürdig. Ich habe das hier im Forum auch schon 1-2 mal ausgeführt und will nicht schon wieder einen ewig langen Beitrag schreiben, aber nur zwei Dinge zum Nachdenken:
a) ein P7+ ist im Listenpreis locker 20 T€ günstiger als ein „vergleichbar“ ausgestattet BMW i5 oder VW ID.7. Wobei das „vergleichbar“ in beiden Fällen nicht vollständig gilt, da der P7+ in Sachen Innenraumkomfort beiden Mitbewerbern deutlich voraus ist. Die Assistenzsysteme sind aktuell noch nicht auf dem identischen Stand, aber werden bei XPeng noch aktiv weiterentwickelt - beim i5 und ID.7 wird da nichts mehr kommen. Kurzgesagt: der P7+ ist mit seinem Listenpreis schon extrem attraktiv eingepreist und hat es nicht nötig, Rabatte zu geben. Im Gegensatz dazu „weiß jeder“, dass bei BMW Rabatte über 20% total normal sind, und auch VW ist da teilweise recht großzügig, wenn man sich Carwow oder andere Dienstleister wie APL anschaut. Offenbar haben sie es also nötig, ihre Autos „unter Wert“ zu verkaufen, oder aber der Listenpreis ist einfach nur ein Versuch, den Wagen mehr „Premium“ anzudichten, als sie haben, und im tatsächlichen Markt werden die Autos dann realistisch(er) eingepreist. Beides finde ich bedenklich bzw. macht mich misstrauisch.
b) wie fänden es die Rabattjäger, wenn ihr Chef jeden Morgen zu ihnen kommt und zu verhandeln anfängt, ob heute nicht die gleiche Arbeit, die ihr gestern verrichtet habt, nicht auch mit weniger Lohn bezahlt werden könnte. Und natürlich wird das jeder Mitarbeiter einzeln gefragt, und manche handeln gut und kriegen für die gleiche Arbeit mehr als ihr. Aber übermorgen vielleicht auch wieder weniger. Würde euch das gefallen?
XPeng hat tolle Autos mit attraktiven Listenpreise, die deutlich unter der etablierten deutschen Konkurrenz liegen. Wem die Fahrzeuge nicht das wert sind, was dran steht, sondern meint, da noch ein paar Tausender rauspressen zu müssen - viel Spaß. Aber „verdient“ haben dieses Verhalten weder die Fahrzeuge, noch die Verkäufer.
(Zum G6 und G9 gibt es sicher analoge Mitbewerber, die man für das Preisgefüge bei etablierten Herstellern heranziehen kann, aber da kenne ich mich spontan zu wenig aus, daher der P7+ als Beispiel).
Ah, und bevor wieder das „ich hab nix zu verschenken“-Argument kommt: ich auch nicht. Aber ich habe auch Respekt gegenüber der Arbeit der Händler und gegenüber XPeng. Wenn Autos von Beginn an verramscht werden (BMW ix3 noch vor dem ersten Fahrzeug im Showroom mit >20% Rabatt, analog der Volvo EX60), dann fühle ich mich veralbert und frage mich ernsthaft, wie man so überhaupt Vertrauen in die Preise schaffen will. Wenn schon einfach so, ohne das Auto je auch nur live gesehen und ein Wort mit dem Händler geredet zu haben, 20% Rabatt möglich sind - was ist denn dann der wahre Wert des Autos? Wozu der, offenbar völlig unnötig, hohe Listenpreis? Und bei wieviel Prozent Rabatt ist wirklich die Schmerzgrenze erreicht, wenn jeder einfach so 20% bekommt? Und wieso bekommt Heinz zwei Dörfer weiter 30%, ich aber nur 25%?
Nein Danke.