Mittlerweile zieht sich der Begriff „Ladeverluste“ hier im Forum durch sehr viele Themen.
Ich versuche das einmal für mich gebündelt an dieser Stelle zum Nachlesen zu erfassen. Vielleicht profitieren später dann ja auch andere davon.
Daher mein Aufruf: Alles was zum Thema Ladeverluste gehört, einfach mal hier reindrücken.
Wichtig dabei ist es mir, dass es vorzugsweise um Fakten geht, und weniger um die Tatsache, ob das Sinn macht, ob man das braucht, oder ob man da schlicht anderer Meinung ist.
Und wenn die nachfolgenden Gründe sich nicht vermeiden lassen, dann aber mit dem nötigen Respekt und ohne irgendwelche Anfeindungen.
Ich selbst bin der Meinung, dass mich, seit ich E-Autos fahre, die Ladeverluste eigentlich gar nicht interessieren, lasse mich da aber gerne mit Fakten vom Gegenteil überzeugen.
Was ist meine Intension zu diesem Thema:
Ich komme ja aus der alten Verbrennerschule.
Dort messe ich, was in das Auto an Energie (Sprit) eingefüllt wird und was davon an den Rädern ankommt (Laufleistung).
Anhand diesen beiden Werten kann ich relativ einfach einen Verbrauch errechnen.
Wenn ich also 40 Liter getankt habe, und ich damit 800km weit gekommen bin, dann habe ich einen Verbrauch von 5 Liter auf 100 Kilometer.
Dabei muss ich mich darauf verlassen, dass die Werte an der Zapfsäule genauso zuverlässig zu behandeln sind, wie die Streckenangabe im Auto.
Hin und wieder stimmt der errechnete Wert nicht mit dem im Fahrzeug angezeigten Verbrauchswert überein, das schulde ich jedoch der Tatsache, dass ich nur bis zum automatischen Abschalten der Zapfpistole fülle.
Und das kann je nach Tanksäule durchaus unterschiedlich sein.
Ergo ist mal mehr und mal weniger im Tank, wenn die Zapfsäule sagt: „Tank ist voll“.
Mit der Zeit habe ich mir abgewöhnt, den Verbrauchswert im Auto nachzuschauen, da beispielsweise im Winter die oft genutzte Standheizung vermutlich nicht mit erfasst wird.
Auch kompensiert sich die Unschärfe des „vollen Tanks“ mit jeder weiteren Tankfüllung, diese Messungenauigkeit ist für meine Langzeitberechnung mit zunehmender Erfassung eher gering.
Und ich führe für alle meine Fahrzeuge seit vielen Jahren ein Tankbuch.
Hauptsächlich geht es mir dabei immer um eine monatliche Betrachtung: Was habe ich eingefüllt, um wie weit bin ich damit gekommen.
Nun kommt seit einigen Jahren bei mir ein E-Auto ins Spiel.
Auch hier schaue ich, was rein geht und wie weit ich damit gekommen bin.
Habe ich beispielsweise 40kWh geladen und bin damit 200km weit gekommen, ergibt sich ein rechnerischer Verbrauch von 20kWh auf 100 Kilometer.
Soweit, so gut.
Allerdings weicht die Verbrauchsanzeige im Auto selbst entgegen dem Verbrenner deutlich vom errechneten Wert ab.
Das liegt zum Einen daran, das die geladene Energie bis zum E-Motor auf der Achse verlustbehaftet ist, und zum Anderen möglicherwiese daran, dass das Auto vielleicht nur den Verbrauch des Antriebes misst und „Nebenverbräuche“ (z. B. Heizung/Klima) eher unberücksichtigt lässt.
Aber auch ein E-Auto findet den Einzug in mein Tankbuch und ich ermittle auch dort den monatlichen Durchschnittsverbrauch.
Taugen tut der errechnete Wert jedoch nur für die eigene Buchhaltung, keinesfalls für Gesprächsstoff mit anderen E-Autofahrer, um bei einem Schnelllader die Zeit etwas zu überbrücken.
Ich frage mich nun, ob es doch Sinn macht, die Ladeverluste zu kennen und ich meine Einstellung dazu vielleicht korrigieren sollte.
Da stellt sich für mich jedoch zu Beginn einmal die Frage der Datenerfassung.
Ich verlasse mich beim Schnelllader (HPC) auf den angezeigten Wert des Betreibers und nehme das einfach mal als glaubhaften Wert der geladenen Energie (MP4) so hin.
Bei der heimischen Wallbox kommen aufgrund der zusätzlichen Umwandlung von Wechselstrom (AC) zu Gleichstrom (DC) verständlicherweise noch Verluste hinzu, welche bei einer Energieumwandlung immer entstehen
(Leitungsverluste lasse ich jetzt der Einfachheit halber einfach mal außen vor).
Diese werden am MP1 zwar erfasst, kommen jedoch bei MP3 nicht an.
Ich kann direkt vor einer Wallbox ja den Energiegehalt mittels einem geeichten Zähler (MP1) erfassen.
Aber wie sieht es hinter der Wallbox aus (MP2)?
Und was kommt davon noch in der Batterie an (MP3)?
Und zum Schluss natürlich noch die spannende Frage, was ist am Ende davon wirklich nutzbar (MP6)?
Sind glaubhafte Werte an den einzelnen Messpunkten nicht die Basis für eine objektive Betrachtung der Ladeverluste?
So zumindest mein bisheriges Verständnis.
Ich freue mich auf einen regen Austausch und hoffe, am Ende einen Meter schlauer zu sein.


