LR oder Performance

Hallo. Bin ganz begeistert vom P7+ aber bin mir nicht sicher ob ich den LR oder den Performance nehmen soll. Wie habt ihr diese Entscheidung getroffen? Mein Arbeitsweg ist rein in der Stadt mit 11km je Strecke fahre jedoch jedes We 75km mit ca 45km Autobahn. Gibt es da einen großen Unterschied im Verbrauch?

Lg Alex

Für den AWD. Selbst letzten Winter hier auf dem Flachland habe ich den Unterschied SEHR deutlich auf glatten Straßen gemerkt. Ist für mich sowas wie ein Sicherheitsmerkmal.

Ja, es sind so 10-15% mehr, wenn man hier auch die Erfahrungen so vergleicht. Aber macht das wirklich was aus? Wenn die Pendelei jeden Tag ist, dann sind das rund 200km pro Woche. Also so 200€ mehr im Jahr, falls ich grad nicht völlig falsch überschlage. Davon würde ich eine Kaufentscheidung nicht unbedingt abhängig machen.

'nabend allerseits:

Seit den späten 60’er Jahren wo ich mit dem fahren angefangen bin habe ich fast ausschließlich Front- oder Allradantrieb gefahren.

Ausnahmen:

  1. VW 1600 Variant meiner Mutter: eine Rolle

  2. Ford Scorpio Ghia: hatte schon ESP

  3. Chevrolet Suburban 1500 LT: OK

Als wir vor 10 Jahren ins BEV-Zeitalter eingetreten sind hat mich den Heckantrieb des Tesla Model S 60 etwas ängstlich gemacht, und wir haben den Frontmotor zugekauft.

Eigentlich wollte ich es jetzt mit den 500+ PS sein lassen, aber da angeblich die LR einen längeren Lieferzeit hätten wurde es dann doch ein AWD - es ist leichter den Spaßpedal zu zügeln als den Frontmotor nachzurüsten.

Ich persönlich glaub, dass man den AWD nicht braucht. Aber ich denke dies hängt auch stark vom Profil ab, wenn man wie ich eigentlich nur im Flachland unterwegs ist und auch eher selten Schnee zu Gesicht bekommt ist dies leicht zum LR zu greifen.

Andererseits sind wir mit unserem alten Auto (FWD) auch immer ohne Probleme über vereiste Straßen und auch schon durch Berge gefahren.

Also brauchen, braucht man es IMO nicht, wenn man es haben möchte um mehr power zu haben muss aber letztlich jeder selbst entscheiden

Das mit der Sicherheit im Winter ist so ein Ding…

Der AWD bringt dir nur mehr Antrieb, aber der Bremsweg ist der gleiche, da hast du gleich 0 Vorteile. Die Regelsysteme sind inzwischen so gut das du kein Nachteil auf glatten Straßen im Winter hast, sprich der Wagen bricht dir nicht wirklich aus wenn du nur den RWD fährst. Ja, der AWD zieht gleichmäßig in der Spur vorwärts, aber mit den Schneemodus (ich meine den gibt es) und einem normalen Gasfuß im Winter, fährt der Wagen genau so sicher.

Wenn man AWD im Winter nicht kennt, dann schwindelt der AWD mehr Sicherheit vor, aber der Bremsweg ist der gleiche. Etwas mit Vorsicht zu genießen.

Zur Info: Ich fahre seit über 30 Jahren Heckantriebe, auch im Winter, damals sogar noch ohne Regelsysteme und ABS. Ich weis wie man im Winter mit RWD fährt und auch was der Vorteil vom AWD ist, es waren immer BMW´s. Wichtig sind immer die Reifen, wenn die beim RWD im Winter runter sind, dann merkst das schneller wie beim AWD, was für mehr Sicherheitseinschätzung beim RWD zählt.

Es ist halt eine Sache, will man es haben oder nicht. Ich habe mich auch für den RWD entschieden, da er auf Langstrecke einfach effizenter ist, was mir wichtiger ist wie ein AWD, der einen krassen Anschub von unten hat, den man aber nur sehr selten nutzt und noch weniger braucht, mMn. Der RWD mit seinen 313 PS reicht völlig aus. Ich fahre seit über 5 Jahren einen Kona mit 136PS, die reichen immer noch um an der Ampel so gut weg zu kommen, dass die anderen hinter einem bleiben. Erst war ein X5 mit doppelauspuss neben mir an der Ampel mit Röhrendem Motor und PedaltotheMetal losgefahren und was war, er musste bremsen weil er auf meine Spur musste, weil er nicht an mir vorbei kam :rofl:

mMn, reicht der RWD völlig aus, mir wäre es auch nicht auf die paar tausend € Mehrpreis angekommen, ich wollte ihn aktiv nicht.

Dass AWD den Bremsweg nicht automatisch verkürzt, ist richtig. Daraus aber zu folgern, ein RWD fahre im Winter „genau so sicher“, ist physikalisch schlicht falsch: AWD verbessert bei wenig Grip Traktion und kann auch die Fahrstabilität unter Last erhöhen. ESP kann fehlende Traktion begrenzen – aber nicht herbeiregeln.

Ich habe mich meist gegen AWD entschieden aufgrund des Preises, vor allem bei anderen Fabrikaten. Beim G9 ist der Aufpreis mir aber auch zu hoch gewesen. Bei allen anderen Fahrzeugen kann man AWD bei Xpeng überlegen. Abzüglich der Rabatte ist der Aufpreis gering und man kann es mitnehmen.

Ob man es brauch? Kommt auf die Fahrweise an. Ich fahre eher defensiv.

Ja, aber nein. Wenn du in der Kurve rutschen beginnst, dann rutscht man, ob AWD oder RWD. Für ungeübte AWD Fahrer birgt das ein weiteres Risiko, da Sicherheit gefühlt vermittelt wird, die dann aber bei beiden Versionen gleich ist. Ein AWD hat auch nicht mehr Seitenstabilität auf der Straße, er hält die Spur besser, ja, aber die Verbindung zur Straße bleibt die gleiche.

Bisschen schwer zu erklären und zu verstehen was ich meine. Ich verstehe was du meinst, aber letztendlich kommt es im Winter auf das nicht rutschen an und da bringt der AWD rein goar nix.

Ich glaube, wir reden etwas aneinander vorbei. Natürlich erzeugt AWD keinen zusätzlichen Reifen-Grip und rettet auch keine viel zu schnell gefahrene Kurve. Aber daraus folgt nicht, dass AWD fürs „Nicht-Rutschen“ nichts bringt: Unter Last kann er das Drehmoment auf beide Achsen verteilen und die vorhandene Haftung besser nutzen. Genau darin liegt auf glatter Fahrbahn der Traktions- und Stabilitätsvorteil. :slightly_smiling_face:

Und dazu kommt noch, ich wohne zb im bayerischen Wald und bei uns gibt es doch hin und wieder noch Schnee. Da ist man bei jeder stärkeren Steigung mit dem AWD im Vorteil, im Flachland wiegt dieser Vorteil nicht so schwer.

Hallo zusammen,

mir hätte der LR völlig ausgereicht. Aber mein Verkäufer bekam die LR mit dunklem Interieur und ich wollte hell. Also „musste“ es der AWD werden, dass war der einzige mit hellem Innenraum, der schnell verfügbar war. :sweat_smile:

Bin die letzten 7 Jahre immer Allrad (Haldex) gefahren und freue mich auch hier drauf. Um den Verbrauch mache ich mir keine Sorgen, das hat man im rechten Fuß. Ich bin meine letzten 3 Autos unter Herstellervorgabe gefahren.

Ganz klar der AWD. Für mich gilt ganz eindeutig: Lieber haben und nicht brauchen, als brauchen und nicht haben. :smiling_face_with_sunglasses:

Ich fahre seit vielen Jahren AWD-Fahrzeuge, unter anderem von Alpina und BMW, und würde mich jederzeit wieder für einen Allrad entscheiden. Gerade wenn man einmal die Vorteile gewohnt ist, möchte man sie eigentlich nicht mehr missen.

Im Vergleich zu einem reinen Hecktriebler bietet der AWD für mich vor allem mehr Traktion und mehr Sicherheitsreserven. Und das nicht nur im Winter bei Schnee und Eis. Auch bei nasser Fahrbahn, kaltem Asphalt oder beim kräftigen Beschleunigen merkt man den Unterschied deutlich. Die Kraft wird auf vier Räder verteilt, wodurch die einzelnen Reifen weniger schnell an ihre Traktionsgrenze kommen.

Beim Hecktriebler kann es beim starken Beschleunigen – gerade bei einem leistungsstarken Fahrzeug – schneller passieren, dass die Hinterräder durchdrehen oder die Elektronik die Leistung zurücknehmen muss. Beim AWD kann die Leistung wesentlich besser auf die vorhandene Traktion verteilt werden. Dadurch fühlt sich das Auto beim Beschleunigen nicht nur schneller, sondern vor allem souveräner und kontrollierter an.

Auch beim Anfahren an Steigungen, auf nassen Straßen, bei Laub oder bei schlechter Fahrbahn hat der AWD klare Vorteile. Man muss nicht erst darauf warten, dass ein Rad die Haftungsgrenze erreicht. Die Kraftverteilung auf mehrere Räder sorgt für mehr Stabilität und bessere Kraftübertragung.

Natürlich ist ein AWD kein Freifahrtschein und ersetzt weder gute Reifen noch eine angepasste Fahrweise. Aber gerade bei einem leistungsstarken Fahrzeug finde ich die zusätzlichen Reserven einfach sinnvoll.

Und dann kommt noch der Fahrspaß dazu: Beim AWD kann man die Leistung wesentlich früher und kontrollierter auf die Straße bringen. Gerade beim Herausbeschleunigen aus Kurven oder beim schnellen Überholen macht das einfach Spaß.

Wenn der Aufpreis gegenüber dem Hecktriebler überschaubar ist, wäre meine Entscheidung deshalb ganz klar: AWD.

Vielleicht braucht man den Allrad an 95 % der Tage nicht. Aber an den anderen 5 % ist man froh, ihn zu haben. :wink:

Ich stimme uneingeschränkt zu. Insbesondere, dem letzten Satz! :+1:

Wenn Geld keine Rolle spielt hätte ich den AWD genommen glaube ich, der RWD ist aber sparsamer und günstiger und völlig ausreichend für meine Anforderungen

Der AWD hätte mich gut mal 100+ € mehr im Monat gekostet (allein schon die Versicherung ist dank der motorbezogenen Steuer in AT 40€ im Monat teurer), das war es mir dann nicht wert für die paar Schnee Tage im Jahr die dazu auch noch immer seltener werden.

Die Mehr-Performance brauche ich halt vllt. 1x im Monat. Hatte vorher im Model 3 auch eine ähnliche Performance wie der P7+ AWD (wahrscheinlich sogar noch mehr Punch) und habe das außer am Anfang und ein paar mal auf der Autobahn so gut wie nie genutzt. Der Wow-Effekt vom schnellen Beschleunigen nutzt sich finde ich recht schnell ab und ist irgendwann einfach nur noch unangenehm und eine unnötige Belastung für mich, das Auto und die Reifen

190 PS mehr Peak und 200Nm mehr braucht man nicht. Aber es macht bestimmt trotzdem mehr Spaß, wenn man es hat :grinning_face: Und wegen 3.000,-€ mehr. Lächerlich! So viel kostet bei manchen Herstellern eine Lackierung extra

Die Pysik ist hier doch eigentlich ganz einfach. Ein Reifen muss sowohl Antriebs- oder Bremskräfte und gleichzeitig auch Seitenführungskräfte auf die Straße bringen. Die Gesamtkraft die ein Reifen auf die Straße bringen kann bis er wegrutscht ist dabei immer die Summe aus diesen beiden Kräften. Wenn da z.B 90% für die Antriebskraft draufgehen, bleiben halt nur noch 10% für die Seitenführungskraft übrig. Und da bei einem AWD die Antriebskraft auf vier anstatt nur auf zwei Räder verteilt wird, bleibt eigentlich immer etwas mehr für die Seitenführungskraft über als bei einem reinen Front- oder Hecktriebler. Und das trägt auch ganz klar zur passiven Sicherheit bei.
Elektronische Helferlein können indessen immer nur reagieren, sich aber nie über die Physik hinwegsetzen.

Ich verstehe es ohnehin nicht, warum (fast) alle EV-Hersteller jetzt wieder auf den Hecktriebler als Standard setzen. Bitte mich hier nicht falsch zu verstehen. Ich liebe Fahrdynamik und habe in meinem Leben viele Hecktriebler und AWD´s gefahren. Und ja, ein Hecktriebler lässt sich meist deutlich dynamischer fahren. Nur muss man damit auch umgehen können.
Früher, vor dem ganzen elektronischen Helferlein, war ein 300PS Hecktriebler nur etwas für sehr geübte Hände, sonst landete man ganz schnell breitseits an einem Baum. Und heute werden solche Boliden reihenweise aufs Volk losgelassen. Die Elektronik wirds ja schon richten. Das halte ich schlichtweg für einen falschen Ansatz.

Was hier eh auch schon mehrfach geschrieben wurde sollte man aber immer bedenken weil es wichtig ist. Eine AWD-Bremse hat jedes Auto. Somit bremst man mit einem AWD auf Schnee oder Eis keinen Deut besser als mit einem Front- oder Hecktriebler. Man ist mit einem AWD aber viel einfacher zu schnell dran. Und dann kann es beim Bremsen halt eng werden.

Und zur eigentlichen Frage: Wenn du dir den AWD leisten kannst (oder willst), dann würde ich ganz klar zum AWD raten. Ist einfach geiler und bietet wir geschrieben auch ein wenig mehr passive Sicherheit.

ich sach mal so, aus meinen Anfängen mit einen Audi 80 Quattro in den 80ern:
Allrad vermittelt dir jede Menge passive Sicherheit, aber es nimmt dir das, was man früher als „Popometer“ bezeichnet hat: das Gefühl für den Grenzbereich. Ein AWD bleibt relativ stur „auf Schiene“, bis die Physik entscheidet „Abflug“ - der Grenzbereich ist sehr schmal, im Gegensatz zu einem 2WD. egal ob RWD oder FWD.
Die Frage ob es einen AWD „braucht“? Ich sage früher war ich glücklich darüber, da gab es noch mehr Schnee und die Gewichtsverteilung der Fz war nicht so genial ausbalanciert wie heutzutage - vor allem mit BEV, das Battery-Pack sorgt sehr gut dafür.
Mit etwas Gefühl im Gasfuß und den Fahrassistenten heute, sag ich (für mich) „brauch kein AWD“. Die „nur“ 3.000 € kann man anders besser verwenden - überlegt euch mal, wie lange ihr dafür arbeitet - um vielleicht 3 oder 4 im Jahr den AWD zu nutzen. Leistung haben BEVs eh genug, auch als RWD LR

ein paar tage, somit → awd

mal im ernst - nicht jeder verdient gut, aber 3000€ auf oder ab bei „soviel“ kohle is auch schon egal

'nabend allerseits

Ein anderes Aspekt ist die Rekuperation, die bei den Long Range ausschließlich auf die hinteren Räder stattfindet, während der Performance vermutlich auf alle vier Räder rekuperiert