Hallo Zusammen,
Was meint ihr zu diesem/r Brief/ Email an Xpeng EU:
Sehr geehrte Damen und Herren
ich fahre seit Kurzem einen XPeng G9 Performance Modelljahr 2026 und bin mit dem Fahrzeug insgesamt sehr zufrieden. Bei der automatischen Geschwindigkeitsanpassung im Zusammenhang mit ACC/LCC ist mir jedoch ein aus meiner Sicht sicherheits- und rechtsrelevantes Problem aufgefallen.
Wenn sich das zulässige Tempolimit reduziert, beispielsweise von 80 km/h auf 50 km/h oder von 50 km/h auf 30 km/h, übernimmt das Fahrzeug das neue Tempolimit erst nach dem Passieren des Verkehrsschildes. Anschliessend wird die Geschwindigkeit zwar automatisch reduziert, jedoch sehr sanft und über eine relativ lange Strecke.
Dies ist problematisch, da in der Schweiz die neu signalisierte Höchstgeschwindigkeit grundsätzlich bereits ab dem Standort des Verkehrsschildes gilt. Das Fahrzeug sollte deshalb bei aktivierter automatischer Geschwindigkeitsanpassung möglichst bereits beim Passieren des Schildes die neu geltende Geschwindigkeit erreicht haben.
Gerade bei einer Reduktion von 50 km/h auf 30 km/h kann die derzeitige Funktionsweise erhebliche Konsequenzen haben. Wenn das Fahrzeug nach dem 30-km/h-Schild aufgrund der langsamen automatischen Verzögerung noch mit annähernd 50 km/h fährt, kann eine Geschwindigkeitskontrolle zu einer erheblichen Geschwindigkeitsüberschreitung führen. Je nach tatsächlicher Überschreitung können neben einer Busse auch administrative Massnahmen bis hin zum Führerausweisentzug entstehen.
Es handelt sich offenbar auch nicht um ein Problem meines einzelnen Fahrzeuges. In der deutschsprachigen XPeng-Fahrer-Community wird exakt dieses Verhalten von mehreren Nutzern beschrieben. Ein G9-Fahrer berichtet beispielsweise, dass der ACC nach Erkennung eines niedrigeren Tempolimits gefühlt erst nach etwa 70-80 m mit der Geschwindigkeitsreduktion beginnt. Ein weiterer erfahrener Community-Nutzer bestätigt, dass dieses Verhalten nicht ausschliesslich den G9 betrifft, sondern derzeit generell bei XPeng auftritt. Er beschreibt die Systemlogik sinngemäss als: Schild erkennen - kurze Verzögerung - erst danach Geschwindigkeit reduzieren. Besonders bemerkenswert ist, dass dort ausdrücklich der Wunsch geäussert wird, dieses Verhalten gemeinsam an XPeng zu melden, damit das System künftig vorausschauender reagiert.
Damit handelt es sich aus meiner Sicht nicht um eine individuelle Wahrnehmung, sondern um ein reproduzierbares Verhalten, das auch von anderen XPeng-Fahrern als verbesserungsbedürftig angesehen wird.
Aus meiner Sicht ist dies besonders problematisch, weil der Fahrer bei aktivierter automatischer Geschwindigkeitsanpassung erwarten darf, dass das Assistenzsystem ein erkanntes beziehungsweise aus Navigationsdaten bekanntes kommendes Tempolimit rechtzeitig berücksichtigt.
Ich kenne eine deutlich bessere Umsetzung aus eigener Erfahrung mit einem SEAT. Dort arbeitet die prädiktive Geschwindigkeitsregelung vorausschauend. Das Fahrzeug berücksichtigt unter anderem Navigationsdaten und kommende Geschwindigkeitsbegrenzungen und beginnt bereits vor dem entsprechenden Abschnitt mit der Anpassung der Geschwindigkeit. Dadurch wird die neue zulässige Geschwindigkeit wesentlich besser zum Beginn des neuen Tempolimits erreicht. Die bevorstehende Änderung wird dem Fahrer zudem frühzeitig angezeigt beziehungsweise angekündigt.
Genau eine solche Funktionsweise halte ich auch beim XPeng G9 für erforderlich.
Technisch sollte dies grundsätzlich möglich sein, da der G9 bereits über Navigation, Kartendaten, Verkehrszeichenerkennung, Intelligent Speed Limit Assist sowie ACC/LCC verfügt. Aus meiner Sicht sollten diese Systeme stärker miteinander verknüpft werden.
Mein konkreter Verbesserungsvorschlag wäre daher:
- Kommende Tempolimiten bereits anhand der Navigations- und Kartendaten erkennen
- das erkannte Tempolimit zusätzlich mit der kamerabasierten Verkehrszeichenerkennung verifizieren
- dem Fahrer die bevorstehende Geschwindigkeitsänderung frühzeitig anzeigen
- bei aktivierter automatischer Geschwindigkeitsanpassung bereits vor dem Verkehrsschild mit einer angemessenen Verzögerung beginnen
- die Geschwindigkeit so regeln, dass die neu zulässige Höchstgeschwindigkeit möglichst bereits beim Passieren des Verkehrsschildes erreicht ist
Ich möchte Sie deshalb höflich bitten, dieses Verhalten als sicherheitsrelevanten Verbesserungsvorschlag an die zuständige europäische Software- und Fahrerassistenzentwicklung von XPeng weiterzuleiten.
Aus meiner Sicht handelt es sich nicht lediglich um eine Komfortfunktion. Die derzeitige Reaktion erst nach dem Verkehrsschild kann dazu führen, dass ein Fahrer trotz aktivierter automatischer Geschwindigkeitsanpassung gegen eine bereits geltende Geschwindigkeitsbegrenzung verstösst. Dasselbe Problem wird auch von anderen XPeng-Fahrern beschrieben und ausdrücklich als Punkt genannt, der gegenüber XPeng verbessert werden sollte.
Für eine Rückmeldung, ob dieses Verhalten XPeng bereits bekannt ist und ob eine vorausschauende Geschwindigkeitsanpassung mit einem zukünftigen XOS-Update vorgesehen ist, wäre ich Ihnen sehr dankbar.