P7+ im Fahrsicherheitstraining - Achtung bei Nässe/Glätte!

Ich wollte eigentlich keinen separaten Thread anfangen, aber in allen halbwegs passenden Threads wäre das Thema vermutlich auch schnell wieder untergegangen, von daher:

Ich war heute beim ADAC Fahrsicherheitstraining. Mein P7+ auf den originalen Michelin Pilot Sport EV (Laufleistung ~4.500 km, laut Reifenlabel mit Nassfahreigenschaften „B“) hat sich auf den trockenen Untergründen sehr gut geschlagen, Ausweichen und Bremsen klappte super und weckte Vertrauen.

Beim Bremsen auf der bewässerten Gleitfläche war der Wagen aber einer der schlechtesten. Erster Verdacht: ABS-Steuerung nicht wirklich toll programmiert. Beim Ausweichen auf der bewässerten Gleitfläche fühlte er sich aber auch nicht so richtig wohl, das sah bei vielen anderen der Teilnehmer besser aus. Was dann wieder gut ging - da hilft der lange Radstand - war das Einfangen des Wagens auf der Dynamikplatte, d. h. nachdem das Heck mit Absicht zum Ausbrechen gebracht wurde.

Was gegenüber meinem vorherigen Tesla Model 3 auffiel: die Traktionskontrolle war ein Stück freizügiger. Wo der Tesla schlicht die Leistung brutal gekappt hat und es nur initial kurz zuckte und dann sehr langsam und vorsichtig vorwärts ging, sofern die Traktion fehlte, gab mein P7+ zeitweise immer wieder etwas mehr Schlupf frei. Zum Ausbrechen/Driften kam es nicht, der Wagen ist also definitiv sicher, aber halt etwas freizügiger als der Tesla.

Ich bin auch nach dieser Erfahrung immer noch sehr zufrieden mit dem Auto, aber die Originalreifen scheinen bei Regen doch etwas Potential liegen zu lassen. Das ganze verleitete dann auch den Fahrer eines RAV4 von 2018(?) zu der Aussage „Augen auf beim Autokauf - wenn ich sehe, dass so ein modernes Chinading schlechter bremst als mein oller Toyota, der laut Tests eine schwache Bremsanlage haben soll, dann…“. Im Training dabei war auch noch ein Leapmotor C10 REEV, der auf Nässe auch nicht wirklich zu glänzen vermochte, aber der P7+ konnte das Image der Chinesen heute leider nicht gut verteidigen.

Also, fahrt immer schön vorsichtig (das gilt sowieso grundsätzlich :wink: und bei Regen noch mehr)! Und wer andere Reifen raufzieht, egal ob Ganzjahresreifen oder für Sommer/Winter: Grip bei Nässe kann nie schaden :upside_down_face:

PS: da meine Dashcam-App noch nicht aktiviert ist, hab ich leider keine Videos vom Training :man_shrugging: darf man offiziell sowieso nicht machen, aber um es im Nachhinein nochmal zu analysieren wäre es schon ganz interessant gewesen…

Bei Regen ist auch ein breiter Reifen schlechter (keine Ahnung was der Rav4 drauf hat), aber danke für das Teilen deiner Erfahrung. Generell sind die EV Reifen glaube ich auf „leise“ und wenig Rollwiederstand ausgelegt, das kann natürlich bei Regen ein Nachteil sein.

Laut Google steht die 4. Generation des RAV4 auf 225 oder 235er Reifen und wiegt ~1,56 bis 1,86 Tonnen, wobei das richtig schwere der Hybrid sein dürfte, und das beim Training war keiner.

Es stand aber so ziemlich jedes Auto schneller bei Glätte. Auch der Ford Explorer und der Skoda Elroq, ebenso der T6, wenn ich mich nicht irre. Ohne die Dashcam-Aufnahmen jetzt im Nachhinein nicht mehr sauber nachzuvollziehen, und ich habe mir keine Notizen währenddessen gemacht. Es war jedenfalls auffällig, dass der Leapmotor und mein Raumschiff da sichtbar größere Probleme mit hatten.

Wie schon gesagt: das Einfangen des Hecks auf der Dynamikplatte ging beim P7+ wieder sehr gut, die Reifen sind also durchaus brauchbar bei Regen. Aber es würde definitiv besser gehen…

echt sehr nützliche Vorwarnung, vielen Dank dafür. Ich werde ebenfalls Das Sicherheitstraining buchen, versuche vorher Allwetterbereifung umzusetzen.
Vielen Dank nochmal !

Servus,
darf ich fragen, welches der angebotenen Sicherheitstrainings Du gebucht hattest? Da gibt es ja einige davon (grad bei ADAC geschaut).
Ich hatte bereits in den 90ern eins (damals vom Spediteurverband oder so) weder meiner Ausbildung. Ich würde das gerne mit meiner Frau mal „auffrischen“ und bin recht interessiert das dann natürlich auch mit dem (zukünftigen) P7+ zu machen.
Danke schon mal im Voraus.

Das war das ganztägige PKW-Intensiv-Training im Fahrsicherheitszentrum Hansa bei Lüneburg (8:15-16:30 Uhr). Kann ich empfehlen.

Suuuper! Danke für die Info… dann werden wir das wohl nächstes Jahr auch mal machen. Lohnt sich bestimmt und man(n) lernt ja nie aus :joy:

Ich hatte das auch schon gemacht und beim P7 nichts auffälliges festgestellt.
Wir waren aber alle auf den Michelin unterwegs
Xpeng Driver Xperience

Braucht man danach einen neuen Satz Reifen? :joy:

Nein, der Asphalt hat bewusst wenig Gripp. Da passiert nichts

Danke. Das habe ich mich nämlich schon immer gefragt. Wieder etwas gelernt. :+1:

beim Intensivtraining war ich mit meinem Tesla MYP auch schon und am meisten Bock hat der Drift Kreis gemacht^^Aber man lernt sehr gut so ein Dickschiff zu beherrschen.

Moin,
ich habe das ADAC Intensivtraining in Lüneburg auch hinter mir.
Gefahren habe ich jedoch den G6 Performance mit den Original Sommerreifen.
Weder dem Instruktor noch mir sind negative Fahr- oder Bremseigenschaften im Vergleich zu den anderen Verbrennern aufgefallen.
Alles in allem kann ich das Training sehr empfehlen, hat irre Spaß gemacht und auch nach 32 Jahren Fahrpraxis hab ich noch etwas gelernt.

Auch Michelin Pilot Sport EV, oder hat der G6P andere? Und wie viele Kilometer hatten die schon runter, weißt du das so ungefähr?

Das Training hat m.E. zwei Effekt für Leute, die lernen wollen: es zeigt, wie schnell es gehen kann. Und man lernt, einmal eine echte tatsächliche VOLLbremsung hinzulegen.

Leider lernt die andere Hälfte des Kurses, dass doch alles „beherrschbar“ ist und fährt danach umso rücksichtsloser

Ja, es sind genau die Michelin mit ca. 18.000 km Laufleistung.

Diese bewässerten Gleitflächen simulieren aber eine festgefahrene Schneedecke bzw. Glatteis.

Da ist ein Sommerreifen halt grundsätzlich nicht für ausgelegt. Der eine ist dann schlecht, der andere noch schlechter, aber keiner wirklich gut.

Von dem Verhalten auf diesen Gleitflächen lassen sich keine Rückschlüsse hinsichtlich des Fahrverhaltens auf (normaler) nasser Fahrbahn im Sommer schließen.

Ja und nein. Ja, normale regennasse Fahrbahnen sind nicht so rutschig wie die Gleitflächen. Aber ich bezweifle, dass alle anderen Autos mit Ausnahme des Leapmotor auf Ganzjahresreifen unterwegs waren, die mit simulierten Glatteis oder Schnee eventuell besser zurechtkommen könnten. Wobei die Temperaturen mit knapp 30°C sowie die Fahrbahnoberfläche mit glatter, nasser Oberfläche nichts waren, wo ein auf Kälte und verformbaren Schnee als Untergrund ausgelegter Winterreifen automatisch besser ist.

Fakt ist: der P7+ und der Leapmotor hatten mit die schlechtesten Bremswege auf den Gleitflächen. Auch wenn es in der Realität selten so glatt ist, behalte ich für mich im Kopf, bei Regen lieber etwas mehr Reserve einzuplanen. Und diese Erkenntnis wollte ich hier teilen.

Ich finde , dass man immer im Kopf behalten sollte , daß bei Nässe der Haftwert der Reifen sich halbiert !

Die seit 2024 nur noch im Straßenverkehr zugelassenen Ganzjahresreifen (Stichwort: Schneeflockensymbol) sind besser als jeder Sommerreifen auf den Gleitflächen. Dein „eventuell“ kann weg. :slightly_smiling_face:

Das liegt einfach am Aufbau der Reifen. Für Glatteis (ähnliche Flächen) wird ein ganz anderer Aufbau benötigt, der eben bei jedem Winterreifen und GJR gegeben ist, aber bei einem Sommerreifen nicht.

Dein Beitrag suggeriert, dass der P7+ mit den werksseitigen Sommerreifen auf nasser Fahrbahn rutschig wäre. Das kann man halt einfach anhand des Fahrsicherheitstrainings gar nicht beurteilen. Es besteht kein kausaler Zusammenhang.

Ansonsten sollte man natürlich immer den Witterungsverhältnissen entsprechend angepasst fahren.